Backup-Software für Mac

Apples Time Machine im Praxistest

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Praxistest

Als Testgerät standen ein MacBook mit MacOS X 10.5 (Leopard) sowie ein Iomega Ultramax Pro mit 1,5 Terabyte auf zwei SATA-II-Festplatten zur Verfügung. Mit RAID 0 und 1 ausgestattet, läuft das Gerät ab Werk im nicht-redundanten Standardmodus RAID 0, also mit Daten-Striping auf den beiden Platten. Wem das zu unsicher ist, kann das Gerät mit RAID 1 und gespiegelten Datensätzen auf beiden Platten betreiben.

Iomega liefert Ultramax Pro zusammen mit der Backup-Software EMC Retrospect. Dieser Mac-Klassiker zur automatisierten Speicherung aktueller Datenbestände könnte durch Time Machine bald überflüssig werden. Ab Werk ist der Ultramax Pro für Mac konfiguriert, Windows-User müssen die Laufwerke umformatieren.

Iomegas Ultramax Pro ist auch im Online-Store von Apple für 350 Euro erhältlich. Das hebt ein Speichersystem von seinen Mitbewerbern ab und „adelt“ es gewissermaßen. Mit einem Preis von rund 23 Cent pro Gigabyte rangiert das Ultramax Pro allerdings im oberen Preisdrittel und auch das recht laute Betriebsgeräusch ist für ein Macintosh-Peripheriegerät ungewohnt und ablenkend.

Man behandelt das Laufwerk wie eine USB-Komponente: Es meldet sich automatisch an und muss auch per ESC-Taste oder Tastaturkürzel abgemeldet werden. Beim Übertragen der Time-Machine-Backups von einem Leopard-basierenden Mac auf einen anderen Mac muss der Computer-Name des neuen Mac in der Systemeinstellung „Sharing” mit dem Namen des vorherigen Rechners, vom dem Time Machine ältere Backups abgelegt hat, identisch sein. In der Systemeinstellung „Sharing” dürfen nur Ziffern und die Groß- und Kleinbuchstaben des Alphabets enthalten sein. Darüber hinaus darf das Feld nicht leer sein.

Time Machine sichert im Normalbetrieb Daten stündlich. Andere Zeitintervalle lassen sich ohne zusätzliche Utilities nicht einstellen. Zudem werden die Daten unkomprimiert abgelegt, was deutlich mehr Speicherplatz erfordert als mit einer Komprimierung.

Die Daten lassen sich auch nur auf ein einziges externes Speichermedium sichern. Eine Vergrößerung des Gesamtspeicherplatzes durch den Anschluss einer weiteren Festplatte ist nicht vorgesehen. Auch das Sichern älterer Dateiversionen auf die interne Festplatte des Mac ist nicht möglich. Sollte diese wirklich einmal ausfallen, lässt sich das gesicherte System aber nicht von der angeschlossenen Festplatte direkt booten, sondern nur mithilfe der Original-DVD von Leopard wiederherstellen.

Fazit

Alles in allem weist Apples Time Machine noch einige Mängel auf, die sich im täglichen Betrieb störend bemerkbar machen können. Doch wie man Apple kennt, wird es dabei nicht bleiben. Zum nächsten Release des Betriebssystems dürfte auch eine überarbeitete Time Machine gehören, in der zumindest die gröbsten Macken weggebügelt sein werden.

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