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Inaktive Daten aus Datenbanken auslagern und compliancekonform speichern

Archivierung als Schlankheitskur für Datenbanken

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Um die vollen Vorteile der Datenmengenreduktion durch Archivierung nutzen zu können, müssen in bestimmten Abständen die Tablespaces reorganisiert werden. Dabei werden die frei gewordenen Speicherbereiche erst wieder für das Betriebssystem zur Verfügung gestellt.

Ohne diese Reorganisation kann man mit Datenbankarchivierung den aktuellen Stand der Datenbankgröße konstant halten, so dass man erst gar nicht in die Situation gelangt, die Tablespaces reorganisieren zu müssen. Eine Tablespacereorganisation ist für die produktive Datenbank sehr belastend und sollte nicht während vollem Produktivbetrieb durchgeführt werden.

Für die Archivierung sollten jedoch veränderte Anforderungen berücksichtigt werden. Datenbankarchivierung ist ein Bestandteil einer Information-Lifecycle-Strategie. Im Gegensatz zur Umwandlung von digitalen Dokumenten in ein häufig benutztes Bildformat wie TIFF, müssen Datenbankarchive sicherstellen, dass die Informationen auch noch nach Jahrzehnten lesbar sind – selbst wenn mittlerweile neuere Datenbankversionen im Einsatz sind.

Archivierung per Dokumentenmanagement

Deutlich abgrenzen von beiden Konzepten zur Sicherung und Archivierung von Datenbankinhalten muss man DMS Systeme (Dokumentenmanagement Systeme). Hierbei werden Files langfristig archiviert und können dabei mit einem festgelegten oder flexiblen Umfang an Metadaten beschrieben werden.

Abgebildet auf eine Datenbank würden dann die Datendateien, beziehungsweise die Backupdateien durch das DMS System archiviert. Dies stellt jedoch für die Langzeitarchivierung ein Risiko für die Lesbarkeit der Daten über die geforderten Zeiträume dar, da es sich hier um herstellerabhängige Formate handelt; und die können nicht ohne weitere Software gelesen werden.

Strukturelle Besonderheiten von Datenbanken

Die Datenbanken selbst unterliegen im Verlauf von Jahren und Jahrzehnten vielfachen Veränderungen: Spalten werden zum Beispiel hinzugefügt, gelöscht, umbenannt oder sogar auf mehrere Spalten aufgeteilt. Auch können Änderungen semantischer Art auftreten, beispielsweise wenn sich Namen von Städten, Abteilungen und Werken ändern. Durch die inkrementelle Archivierung entstehen somit Zeitscheiben im Archiv, die einem sich verändernden Schema genügen.

Daher ist es besonders relevant, dass die einmal archivierten Daten bei einem notwendigen Re-Import nun in das aktuelle Datenbankschema eingeladen werden können – oder gegebenenfalls auch in ein anderes vom Anwender individuell ausgewähltes Datenbankschema. Somit vermeidet man, dass Altapplikationen und somit im schlimmsten Fall sogar die Hardware, über Jahrzehnte aufbewahrt werden müssen.

weiter mit: Offene Formate, relationale Beziehungen und Archivkompression

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