Kosten für hochverfügbare Rechenzentren könnten sinken

Atlantis ersetzt mit Stretched Cluster synchrone Spiegel

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Rainer Graefen

Der Stretched Cluster von Atlantis arbeitet bei der synchronen Spiegelung mit Deduplizierung, wodurch der Bandbreitenbedarf erheblich sinkt.
Der Stretched Cluster von Atlantis arbeitet bei der synchronen Spiegelung mit Deduplizierung, wodurch der Bandbreitenbedarf erheblich sinkt. (Atlatnis Computing)

Der europäische Ableger von VMwares Hausmesse VMworld, der traditionell rund 6 Wochen nach dem Original, diesmal in Barcelona stattfand, stand thematisch wie erwartet ebenfalls im Zeichen von Software Defined Storage und hyperkonvergenter Systeme. Atlantis Computing nahm den Leserpreis mit und zeigte interessante Features in der neuen Version.

Dass Rechenzentren heute größtenteils virtualisiert sind, verlangt der eingesetzten Storage-Lösung noch mehr Performance ab. Die meisten Hersteller haben aber inzwischen erkannt, dass es nicht mehr genügt, All-Flash-Systeme auf den Markt zu werfen und Performance- oder Skalierungsfragen mit dem Nachrüsten von noch mehr Flash zu begegnen.

Mit Software-defined Storage hält wahlweise auf Storage- und/oder Hypervisor-Ebene ein gewisses Quantum Extra-Intelligenz Einzug in die einschlägigen Konzepte. Geht es dabei noch vorrangig um virtualisierte Rechenzentren, überbieten sich die Protagonisten wie Nutanix, Pernix Data, Tintri oder Atlantis Computing einander mit durchweg interessanten technischen Ansätzen.

USX 3.x und Insight

Die SDS-Plattform USX des US-Herstellers Atlantis Computing hat beispielsweise im vergangenen Jahr reihenweise Preise abgeräumt, darunter „Products of the Year 2014“ beim Storage Magazine in der Kategorie Software und ganz aktuell den VMworld User Award 2015 für das Hyperconverged Stretched Cluster Feature in USX 3.1.

Seit Anfang des Jahres arbeitet Atlantis Computing massiv daran, seine Aktivitäten in Europa auszubauen, wozu seit Juni dieses Jahres Stefan Hölzl als neuer Regionaldirektor ein Team für die DACH-Region und Osteuropa aufbaut.

Bereits auf der US-VMworld Anfang Oktober hatte Atlantis Computing die Version 3.0 seiner SDS-Plattform USX mit erweiterten Funktionen für Datensicherung und Mobilität vorgestellt. Diese ist erstmals auch für VMwares VVOLs zertifiziert, wenngleich auch schon USX 2.0 VVOLS unterstützte.

Atlantis betonte jedenfalls auch in Barcelona unermüdlich, dass USX die bisher einzige hyperkonvergente SDS-Lösung sei, die für VVOLs zertifiziert ist. Atlantis erläutert das VVOL-Feature anschaulich in diesem Video.

Darüber hinaus bringt die Lösung mit Atlantis Insight jetzt eine Managementoberfläche mit, die proaktive Software-Aktualisierungen, Rückmeldungen von Benutzern, Echtzeitüberwachung und Benachrichtigungen ermöglicht, bzw. unterstützt.

Zu den wichtigsten Neuerungen der in San Francisco offiziell vorgestellten USX-Version 3.0 gehören zudem erweiterte Funktionen für Datensicherung und Mobilität. Nutzer sollen so die Agilität ihres gesamten Rechenzentrums mittels Bereitstellen, Klonen, Sichern, Replizieren und „Teleportieren“ von VMs oder Daten binnen Sekunden beträchtlich steigern können.

Hyperscale und Stretched Cluster

Während die SDS-Plattform als reine Software-Lösung eher große Umgebungen adressiert, hatte Atlantis Computing in San Francisco erstmals auch seine hyperkonvergenten Storage-Appliance HyperScale vorgestellt, die das Unternehmen in Zusammenarbeit mit ausgewählten Hardwarehersteller hyperkonvergenter Systeme wie Cisco, HP, Lenovo oder SuperMicro entwickelt und welche im Prinzip out-of-the-box einsetzbar sind. Die in Barcelona gezeigten Hyperscale-Systeme waren bereits auf dem Feature-Level von USX 3.1.

Interessant ist z. B. der von Atlantis angebotene Online-Kostenrechner, der direkte Vergleiche z. B. mit Nutanix verarbeitet.

In Barcelona hat Atlantis Computing nämlich die Version 3.1 von USX vorgeführt, auch wenn eine offizielle Pressemitteilung dazu noch auf sich warten lässt. Ein interessantes Feature ist der Stretched Cluster, auf den Priyadarshi Prasad in seinem Blog ausführlich eingeht. Die Funktion erlaubt es Unternehmen, "günstige Ziele" für RPO (Recovery Point Objective) und RTO (Recovery Time Objective) zwischen mehreren Standorten zu "erreichen".

Die Funktion könne laut Hersteller den kompletten Ausfall eines Rechenzentrums ohne Datenverluste oder Beeinträchtigung von Anwendungen kompensieren. Die beteiligten Rechenzentren dürfen mit der Stretched-Cluster-Funktion in USX 3.1 sogar über 160 Kilometer voneinander entfernt sein. Außerdem können USX Stretched Cluster einen Netzwerkausfall zwischen zwei Rechenzentren dank automatisiertem, vollständig transparenten Failover von Servern und VMs kompensieren.

Stretched Cluster mit Deduplizierung

Metrocluster und ähnliche Konzepte "gestreckter Cluster" mit klassischen Technologen benötigen laut Aussage des Herstellers zwei möglichst identische Rechenzentren, bei denen ein synchrones Spiegeln von SAN-Arrays den Schutz vor Datenverlust gewährleistet.

Diese verschlinge aber, so Atlantis, neben den SAN-Kosten weitere Kosten für den enormen Bandbreitenbedarf etwa für Standleitungen. Der Stretched Cluster von Atlantis dagegen arbeitet bei der synchronen Spiegelung mit Deduplizierung, wodurch der Bandbreitenbedarf erheblich sinkt.

Deduplizierung spart aber nach Ansicht des Herstellers nicht nur per se Kosten, sondern beschleunigt auch die Wiederherstellung, weil USX nur inkrementell sämtliche einzigartigen Datenblöcke zwischen den Standorten re-synchronisiert.

Ferner soll das Stretched-Cluster-Feature Unternehmen auch die Möglichkeit bieten, Volumes, Daten und VMs dynamisch zwischen Standorten zu verschieben. Die Stretched-Cluster-Technologie ist laut Angabe des Herstellers nicht nur in USX 3.1, sondern auch in der Hyperscale-Appliance enthalten.

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43705579 / Virtuelle Systeme)