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Verfahren für Sechs-Terabyte-Disks mit Edelgasfüllung entwickelt Attingo Datenrettung rekonstruiert Daten auf defekten Helium-Festplatten

| Redakteur: Nico Litzel

Bereits vor der Markteinführung konnte Attingo Datenrettung einen Blick auf die heliumgefüllten Festplatten von HGST werfen und so ein Verfahren zur Datenrettung entwickeln.

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Helium ist nur ein Siebtel so dicht wie Luft. Dadurch kann HGST sieben Scheiben in ein 3,5-Zoll-Gehäuse packen.
Helium ist nur ein Siebtel so dicht wie Luft. Dadurch kann HGST sieben Scheiben in ein 3,5-Zoll-Gehäuse packen.
(Bild: HGST)

Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Attingo Datenrettung hat sich bereits vor der Markteinführung mit der neuen Helium-Technik auseinandergesetzt. „So konnten wir bereits kurz nach der Verfügbarkeit von heliumgefüllten Festplatten an diesen erfolgreich Datenrettungen durchführen“, berichtet Nicolas Ehrschwendner, Geschäftsführer von Attingo. „In unseren Reinräumen befinden sich jetzt neben Präzisionswerkzeugen, Mikroskopen und hochempfindlichen Analysegeräten auch Gasflaschen mit Helium.“

Sieben Scheiben und vierzehn Schreib-Leseköpfe

Die kürzlich vorgestellte Festplatte Ultrastar He6 von HGST arbeitet mit sieben Datenträgerscheiben und vierzehn Schreib-Leseköpfen. Diese enorme Dichte ermöglicht eine Kapazität von sechs Terabyte beziehungsweise 5,4 Tebibyte. Bei herkömmlichen Festplatten schweben die Schreib-Leseköpfen auf einem Luftpolster über den Datenträgerscheiben. Dieses entsteht durch die Rotation der Scheiben. Das Helium ermöglicht es, den Abstand zwischen den Köpfen und den Datenträgeroberflächen noch weiter zu reduzieren. Dadurch kann die Kapazität erhöht werden.

„Es ist sehr spannend den ersten Datenträger mit elfstelliger Sektoren-Anzahl zu analysieren: Vor allem der neuartige Gehäuseaufbau, um das Helium im Inneren der Festplatte zu halten sowie die vierzehn Schreib-Leseköpfe, welche viel näher über den Oberflächen schweben als bisher“, erklärt Peter Franck, technischer Leiter der Attingo Datenrettung. „Es war für uns eine große Herausforderung, ein Verfahren für die Datenrettung von defekten Helium-Datenträgern zu entwickeln.“

Nach dem Öffnen des Datenträgers im Reinraum und dem Austausch von defekten Komponenten stellt Attingo im Inneren wieder eine Helium-Atmosphäre her. Dadurch wird das Auslesen der verlorenen Daten möglich. „Somit führten unsere Techniker die erste erfolgreiche Datenrettung an einer Helium-Festplatte durch“, schildert Franck begeistert.

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