Kommentar von Marcus Stier, Crossroads

Backups von AS/400-Systemen mit Virtual Tape Libraries

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Export auf physische Bänder

Bestimmte virtuelle Backup-Systeme bieten darüber hinaus sogar noch die Möglichkeit, die Backup-Daten zusätzlich auf die bisherigen physischen Bänder zu exportieren. Die VTL kann oftmals so eingesetzt werden wie die bisherigen physischen Bänder und Laufwerke. Sie passt sich somit dem aktuellen Backup-Design an. Gute VTLs simulieren eine Vielzahl von verschiedenen Laufwerks- Library- und Bandtypen. Somit ist die Umstellung auf der Seite der AS/400-Systeme nicht gravierend oder mit großem Aufwand verbunden. Man ist eher immer wieder überrascht, wie leicht und schnell solche Implementierungen vonstattengehen können, wenn die Grundvoraussetzungen stimmen.

Hat die AS/400 beispielsweise bisher auf ein LTO-4-Einzellaufwerke gesichert, so kann sie dies nun wieder oder, besser gesagt, immer noch tun, und zwar auf virtuelle LTO-4-Laufwerke. Die Kapazitäten und Größen bleiben wie bei den physischen Bändern erhalten und werden genutzt wie bisher. Wenig Aufwand verspricht hier den größtmöglichen Erfolg.

Spielräume bei der Größengestaltung

Sollte man keinen Export auf ein physisches Band anstreben, sondern rein in die VTL sichern wollen, gibt es die Möglichkeit, die virtuellen Bänder entsprechend größer zu gestalten. So könnte man zum Beispiel ein LTO-4-Band mit zwei Terabyte Kapazität schaffen. Für viele Umgebungen bedeutet das, ein Full-Backup auf ein einziges Band zu schreiben.

Ein Eins-zu-eins-Export auf ein physisches LTO-4-Band ist damit allerdings nicht mehr möglich, denn dieses hat nach wie vor seine 800 Gigabyte unkomprimiert. An diesem kleinen Beispiel sieht man bereits, welche hohe Flexibilität eine VTL-basierende Datensicherungslösung für die AS/400 mit sich bringt.

Die VTLs an sich unterscheiden sich im Großen und Ganzen in der Implementierung und der Konfiguration bzw. der Exportfunktionalität. Man sollte allerdings gerade auf die Funktionalität des Tape-Exports, sofern man einen durchführen möchte, Wert legen. Es gibt VTL-Appliances die exportieren, dies allerdings ohne Zwischenschritte auf das physisches Band. Andere suchen wiederum den Weg zurück über die AS/400 und nutzen deren Befehlssequenzen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Im direkten Weg ohne die AS/400 kann der Export jederzeit auch außer der Reihe durchgeführt werden. Dafür können keine internen Laufwerke des AS/400-Systems, sondern nur externe Laufwerke genutzt werden. Im anderen Fall kann man die internen Laufwerke nutzen, dafür werden Ressourcen der AS/400 benötigt.

In jedem Fall hat es seine Vorteile, die AS/400 auf eine VTL zu sichern. Man kann mehrere Laufwerke anschließen. Nun, das konnte man bisher auch. Aber leider nur so viel wie physische Anschlüsse an der AS/400 verfügbar waren. Weiterhin war es notwendig, die physischen Laufwerke zu erwerben. Bei einer VTL entfällt beides.

Geben Sie Ihrer AS/400 mehrere virtuelle Laufwerke und lassen sie die AS/400 im Multistream sichern. Es entstehen keine Kosten für zusätzliche Laufwerke, zumindest nicht bei den meisten VTL-Herstellern.

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