In Wohnzimmer und SoHo spielt die SSD noch keine große Rolle

Beim Desktop-PC würde ein NAS mit SSD-Technik zum technischen Overkill

| Redakteur: Rainer Graefen

Jörg Andreas, Senior Sales Engineer Europe bei Buffalo
Jörg Andreas, Senior Sales Engineer Europe bei Buffalo (Foto: Buffalo)

Letzte Woche stellte Samsung die erste mSATA-Festplatte mit ein TByte Kapazität vor. Mit dem neuen Formfaktor ließen sich eigentlich sehr kompakte Prosumer-NAS-Systeme bauen. Storage-Insider sprach mit Jörg Andreas von Buffalo, ob die SSD-Technik eine Option für die nächste Gerätegeneration sein könnte.

Storage-Insider: Warum sieht man beim Prosumer-NAS keine Entwicklung hin zur HD-Alternative SSD?

Jörg Andreas: Weil es für die wenigsten Anwender Sinn macht. NAS sind massive Datenspeicher, deren Hauptaufgabe die Aufnahme riesiger Mengen an Daten ist.

Aktuelle Terastations beispielsweise arbeiten auf der Geschwindigkeit eines Gigabit Netzwerkes und lasten somit die derzeit im Prosumer-Bereich maximal verfügbare Bandbreite komplett aus. Eine SSD könnte hier keine Vorteile bei der Geschwindigkeit bringen.

Zudem liegt die derzeitige Einstiegsgröße bei Prosumer-Festplatten bei 2 TByte; die 4 TByte Versionen der Festplatten erfreuen sich wegen des günstigen Gigabyte-pro-Euro-Verhältnisses auch immer größerer Beliebtheit.

Unser Topseller im Prosumerbereich ist nach wie vor das 8 TByte Modell der Terastation mit 4 x 2 TByte Platten.

Die größten, gut verfügbaren SSDs liegen bei 512 GByte, also deutlich unter der Einstiegsgröße für Festplatten. SSDs machen Sinn, wenn es um das schnelle Laden von Daten geht, also im PC selbst. Die immensen I/O-Leistungen der SSD machen bei NAS keinen Sinn, da die Daten deshalb auch nicht schneller vom NAS über das dahinter liegende Netzwerk zum Ziel gelangen.

Falls ich mich als Anwender entschließe, die Festplatten durch SSDs zu ersetze: Was muss ich beachten, mit welchen Konsequenzen rechnen?

Jörg Andreas: Neben der eingeschränkten Kapazität muß der Verbraucher natürlich mit einem deutlich höheren Preis rechnen. SSDs mögen zudem keine Schreibzugriffe, sie sind auf Leseleistung ausgelegt.

Je weniger geschrieben wird, desto länger lebt eine SSD. In einem NAS kommt die SSD-Leistung nicht zum Tragen, da die extrem kurzen Ladezeiten der Informationen nicht über die Netzwerkkarte transportiert werden können.

Wäre die Buffalo Terastation schon auf die erhöhten I/O-Anforderungen eines SSD-RAIDs von der internen Architektur her betrachtet ausgelegt?

Jörg Andreas: Durchaus; die Terastation-Modelle mit ihren leistungsstarken Plattformen könnten problemlos auch SSDs vertragen. Das Betriebssystem einer Terastation liegt auf deren Platten, aus Gründen der Langzeitstabilität nicht in einem Flash-Speicher.

Daher würde man einen deutlich schnelleren Start bemerken und wesentlich kürzere Reaktionszeiten des Webinterfaces. Die Einschränkungen bleiben der zur Verfügung stehende Speicherplatz und die Kosten.

Falls Buffalo in naher Zukunft den Verkauf von SSD-NAS-Systemen in Betracht zöge, wie würde sich das vom heutigen Standpunkt aus prozentual auf den Preis auswirken?

Jörg Andreas: Buffalo war vor Jahren bereits als einziger Anbieter mit einer SSD-NAS am Markt, der Linkstation Mini SSD mit 512 GByte Speicherplatz auf zwei SSDs verteilt. Allerdings waren die SSDs vor rund drei Jahren noch so teuer, dass das NAS damals knapp 1.000 Euro für in Summe 512 GByte Speichervolumen kostete; so viel wie Sie heute für eine Terastation 5400 mit 12 TByte bezahlen.

Die Nachfrage war dementsprechend gering, so dass wir das Produkt wieder aus dem Sortiment genommen haben. Bei heutigen SSDs liegt der Preis pro Gigabyte bei circa 0,70 Euro, bei Festplatten mit zwei TByte sind es rund 0,05 Euro pro Gigabyte. Seit Dezember diesen Jahres bietet Buffalo übrigens mit der Drivestation Mini SSD wieder einen SSD-Speicher mit RAID-Funktionalität an, allerdings nicht als NAS.

Man könnte mit SSDs doch auch den Geräuschpegel bei der Terastation reduzieren? Für ruhige Büros und Wohnzimmer wäre das doch sicherlich ein gutes Verkaufsargument?

Jörg Andreas: Das Betriebsgeräusch einer mit herkömmlichen Festplatten vollbestückten Terastation liegt bei rund 32 Dezibel. Das NAS-System ist damit im Büroalltag nicht hörbar. Im Wohnzimmer könnte das leichte Geräusch des Lüfters hörbar sein, wenn es sehr still ist; sobald zum Beispiel der Fernseher läuft, ist eine Terastation auch im Wohnzimmer nicht mehr wahrnehmbar.

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