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Kommentar von Dirk Schiller, Leader Cloud Solutions bei Computacenter

Cloud-Reife ist nicht nur eine Frage der Technik

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Vom Technologie- zum Servicedenken

Der zweite Schritt auf dem Weg in die Cloud ist die Automatisierung von Prozessen für die Bereitstellung von IT-Services. Durch die Kapselung sind bereits viele notwendige Arbeitsschritte bekannt. Zur Bereitstellung einer neuen Anwendung gehören beispielsweise deren Anforderung, Freigabe, die Rechtevergabe, das System Management und die Kostenverrechnung.

Jetzt gilt es, diese Abläufe zu automatisieren und den jeweiligen IT-Teams die Automation und Überwachung der relevanten Teilprozesse zu ermöglichen. Wiederkehrende Schritte im Prozessablauf werden so effizient, nachvollziehbar und in gleichbleibender Qualität ausgeführt. Die IT überwacht und steuert die automatisierten Betriebsprozesse, anstatt die Einzelaufgaben wie früher manuell zu erledigen. Die Mitarbeiter übernehmen die Verantwortung für komplette Prozesse, können mehr Ressourcen betreiben oder ihre Zeit für strategisch-planerische Aufgaben nutzen.

Wie kann die IT-Organisation als Ganzes die von der Cloud geforderten Veränderungen abbilden? In den neuen Prozessketten und Infrastrukturblöcken verschmelzen vormals getrennte Technologien wie Server, Speicher oder Netzwerke. Mit zunehmendem Virtualisierungsgrad müssen die Betriebsabläufe und Zuständigkeiten neu strukturiert und verzahnt werden.

Einen sauberen Schnitt wagen

Für die bereits erwähnten virtualisierten Funktionsblöcke übernimmt in der Praxis noch häufig die Serverabteilung die Verantwortung. Diese Lösung greift allerdings nicht weit genug, denn Serverexperten sind nicht zwangsläufig auch in allen Netzwerk- und Speicherfragen erfahren. Sinnvoller ist es, einen sauberen Schnitt zu wagen und die funktionale IT-Organisation mittelfristig durch eine ablauforientierte Organisation zu ersetzen.

In einer serviceorientierten Struktur könnte dann eine Abteilung für Planung, Aufbau und Betrieb von Infrastrukturdienstleistungen entstehen. Diese tiefgreifende organisatorische Veränderung sollte je nach Unternehmensgröße über einen längeren Zeitraum hin umgesetzt werden, um auch die Mitarbeiter auf die Veränderung vorzubereiten.

IT- oder Produktmanager?

Der dritte Meilenstein zur Cloud markiert den Übergang zum serviceorientierten, bedarfsgerechten Cloud Computing. An dieser Stelle werden IT-Verantwortliche zu Produkt-Managern. IT-Dienste müssen in einem Servicekatalog zusammengefasst, als Produkte definiert und mit einem Preis versehen werden.

Ziel ist es, die Dienste so zu standardisieren, dass Fachabteilungen, aber auch externe Partner diese auf Knopfdruck und bei Bedarf abrufen können. Wichtig ist, dass klare Spielregeln bestehen, welcher Individualisierungsgrad zulässig und möglich ist und wie individuelle Leistungen verrechnet werden. Standarddienste wie Mail, File oder Print sind perfekte Kandidaten für das Cloud-Modell, da sie ohnehin von der Unternehmensführung kritisch nach Kosten bewertet werden.

Die IT transformiert sich von einer internen Kostenstelle zu einem serviceorientierten Dienstleister. Dieser agiert proaktiv und kundenzentriert, was für IT-Mitarbeiter zunächst sicher gewöhnungsbedürftig ist.

Weiter mit: Leuchtturmprojekte schaffen Akzeptanz

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