Kommentar von Dirk Schiller, Leader Cloud Solutions bei Computacenter

Cloud-Reife ist nicht nur eine Frage der Technik

17.06.2011 | Autor / Redakteur: Dirk Schiller / Nico Litzel

Der Autor: Dirk Schiller ist Leader Cloud Solutions bei Computacenter
Der Autor: Dirk Schiller ist Leader Cloud Solutions bei Computacenter

Das Thema Cloud Computing wird als IT-Trend 2011 gehandelt und in den Medien, auf Fachkonferenzen und unter IT-Experten rege diskutiert. Neben Fragen zu Technologie, Sicherheit und Compliance wird ein Aspekt oft noch vernachlässigt: Cloud Computing erfordert eine grundlegende kulturelle Veränderung der IT-Organisation.

Servicedenken und Kundenorientierung verwischen die Grenzen traditioneller Abteilungen für Netze, Client-Server und Storage. Organisationsstrukturen und Prozesse müssen Cloud-fähig gemacht werden und bei den Mitarbeitern gilt es, Vertrauen für die neue IT-Welt zu schaffen. IT-Leiter, die die Einführung von Cloud Computing planen, stehen also längst nicht nur vor technischen Herausforderungen wie der richtigen Wahl der Virtualisierungsplattform oder der Integration von Public Cloud-Angeboten in die eigene Infrastruktur. Sie brauchen auch eine geeignete Strategie, damit es im Unternehmen nicht zu einem Kulturschock durch die Cloud-bedingten organisatorischen und prozessualen Umwälzungen kommt.

Angst vor Jobverlust

Die Entscheidung für die Nutzung von Anwendungen, Plattformen oder sogar Infrastrukturen aus einer Public Cloud bedeutet Veränderung und stößt bei IT-Mitarbeitern auf entsprechende Skepsis. Die Angst vor dem Wegfall des eigenen Arbeitsplatzes oder einer radikalen Veränderung des eigenen Jobprofils vom operativen Experten hin zum Koordinator externer Dienstleister besteht.

Wenn Unternehmen das eigene Rechenzentrum innerhalb einer Private Cloud dynamisieren, sind die Auswirkungen für das IT-Personal in der Regel weniger dramatisch. Da Cloud Computing ein Service-orientiertes Konzept ist, das IT-Dienste oder Prozesse standardisiert über Abteilungsgrenzen bereit stellt, müssen auch die Mitarbeiter bereit sein, Verantwortung für ganze Prozesse zu übernehmen.

Komplexe Technologien intelligent verpackt

Da auch eine Private Cloud nie auf Knopfdruck für das gesamte Unternehmen eingeführt wird, müssen zunächst die zu „cloudifizierenden“ Bereiche technologisch, prozessual und organisatorisch definiert werden. Jeder Bereich sollte anschließend auf seinen aktuellen Reifegrad hinsichtlich Cloud Computing untersucht werden. Daraus lassen sich Maßnahmen ableiten, mit denen eine Technologie, ein bestimmter Prozess oder die IT-Organisation Cloud-fähig gemacht werden können.

Diese Methodik liefert den roten Faden für die Einführung standardisierter IT-Services innerhalb einer Private Cloud. Danach vollzieht sich der phasenweise Übergang zum Cloud Computing in drei Schritten mit eng verzahnten technologischen und organisatorischen Aufgaben.

Damit die komplexe Cloud-Technologie überschaubar bleibt, werden im ersten Schritt IT-Technologien wie Server, Storage und die Virtualisierungsplattform innerhalb von festgelegten, funktionalen Blöcken gekapselt. Diese Einzelkomponenten werden sozusagen mit einer Motorhaube abgedeckt und sind dann als funktionierende Einheit verfügbar.

Ziel der Kapselung ist es, den Virtualisierungsgrad zu erhöhen sowie Betriebsabläufe zu strukturieren und zu vereinheitlichen. Durch besser strukturierte Abläufe werden administrative Tätigkeiten reproduzierbarer und weniger fehleranfällig.

Weiter mit: Vom Technologie- zum Servicedenken

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