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Speichertipp: Service-Netzwerke über Cloud- und Rechenzentrumsgrenzen hinweg Consul von HashiCorp

Von Thomas Joos 3 min Lesedauer

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Consul von HashiCorp bildet die zentrale Steuerungsebene moderner Servicenetzwerke. Die Plattform verbindet, sichert und überwacht Anwendungen über virtuelle Maschinen, Container und Cloud-Infrastrukturen hinweg und ermöglicht eine einheitliche Verwaltung von Diensten, Richtlinien und Netzwerkzugriffen.

Aufbau der Consul-Architektur mit Control Plane und Data Plane. Der Server-Cluster verwaltet Registrierung und Sicherheit, lokale Proxys steuern den verschlüsselten Datenverkehr zwischen Anwendungen.(Bild:  Joos – HashiCorp)
Aufbau der Consul-Architektur mit Control Plane und Data Plane. Der Server-Cluster verwaltet Registrierung und Sicherheit, lokale Proxys steuern den verschlüsselten Datenverkehr zwischen Anwendungen.
(Bild: Joos – HashiCorp)

Consul verbindet und verwaltet Dienste in verteilten, dynamischen Infrastrukturen. Die Plattform bildet eine zentrale Steuerebene für Netzwerke, die sich über virtuelle Maschinen, Container, Bare-Metal-Hosts und Cloud-Umgebungen erstrecken. Ziel ist eine einheitliche Verwaltung von Service-Discovery, Zugriffskontrolle und sicherer Kommunikation, unabhängig von der zugrunde liegenden Laufzeit oder Umgebung.

Architektur und Funktionsprinzip

Die Architektur von Consul trennt Steuer- und Datenebene. Auf der Steuerebene läuft ein Cluster aus Agenten, die Dienste registrieren, Knoten identifizieren und den aktuellen Zustand des Netzwerks verwalten. Diese Informationen werden in einem Service-Katalog gespeichert, der alle aktiven Instanzen mit Adresse und Status abbildet. Die Datenebene bleibt davon getrennt und transportiert die eigentlichen Anwendungsdaten über Proxys. Damit lässt sich die gesamte Kommunikation zwischen Diensten zentral steuern, ohne in die Anwendung selbst einzugreifen.

Service-Discovery und DNS-Integration

Jeder Dienst registriert sich im Consul-Katalog und kann andere registrierte Dienste per DNS oder HTTP abfragen. Die Identität der Dienste ersetzt dabei statische IP-Adressen. Der DNS-Server von Consul antwortet nur auf Anfragen zu gesunden Instanzen. Das reduziert manuelle Eingriffe und macht separate Load-Balancer überflüssig. Über den Key/Value-Speicher können Konfigurationswerte dynamisch abgelegt und von Anwendungen abgerufen werden. Werkzeuge wie „consul-template“ automatisieren die Bereitstellung dieser Werte in Konfigurationsdateien.

Service-Mesh und Sicherheit

Das integrierte Service-Mesh stellt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit mTLS bereit. Jeder Dienst kommuniziert ausschließlich über seinen lokalen Sidecar-Proxy. Identitätsbasierte Richtlinien regeln, welche Dienste miteinander sprechen dürfen. Diese „Intentions“ werden zentral verwaltet und lassen sich über API, CLI oder Weboberfläche ändern. Consul kann HashiCorp Vault als Backend für Geheimnisse nutzen, wodurch Zertifikate und Tokens zentral verwaltet und regelmäßig erneuert werden. In Kubernetes-Umgebungen integriert Consul sich in Pods, injiziert automatisch Sidecar-Proxys und synchronisiert Services mit der Consul-Registry.

Traffic-Management und Ausfallsicherheit

Das Layer-7-Routing ermöglicht gezielte Steuerung von Anfragen. Traffic lässt sich zwischen unterschiedlichen Service-Versionen aufteilen, um Blue-Green- oder Canary-Deployments zu unterstützen. Damit lassen sich neue Versionen risikolos einführen und stufenweise aktivieren. Beobachtungsfunktionen im Mesh liefern detaillierte Statistiken über Verbindungen, Antwortzeiten und Fehlerraten. Mehrere Rechenzentren lassen sich redundant koppeln, um bei Ausfällen die Verfügbarkeit zu sichern. Gossip-basierte Kommunikation zwischen den Knoten verhindert zentrale Abhängigkeiten und sorgt für automatische Wiederherstellung.

Automatisierte Netzwerkinfrastruktur

In Verbindung mit Consul-Terraform-Sync (CTS) lassen sich Änderungen an Diensten automatisch auf Netzwerkgeräte übertragen. Wenn ein Dienst registriert oder entfernt wird, startet CTS Terraform-Workflows, um Firewalls, Load-Balancer oder DNS-Zonen dynamisch zu aktualisieren. Das reduziert manuelle Konfigurationsfehler und hält die Netzwerkinfrastruktur synchron mit dem aktuellen Servicestatus.

Bereitstellung auf virtuellen Maschinen

Consul kann auf Linux, macOS, Windows, FreeBSD und Solaris betrieben werden. Ein typischer Aufbau auf virtuellen Maschinen umfasst einen oder mehrere Server-Knoten und optionale Client-Agenten. HashiCorp stellt dazu eine vollständige Referenzumgebung bereit. In dieser Umgebung wird die Infrastruktur über Terraform auf AWS EC2 aufgebaut. Nach dem „terraform apply“ stehen ein Bastion-Host, eine Consul-Server-VM und mehrere Anwendungsinstanzen bereit.

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