Implementierung in vier Schritten

Copy-Data-Virtualisierung räumt in Rechenzentren auf

| Autor / Redakteur: Thorsten Eckert * / Tina Billo

Actifio für Unternehmen ermöglicht es Daten von Produktionssystemen zu erfassen, effizient zu verwalten und virtuelle oder physische Kopien zu erstellen.
Actifio für Unternehmen ermöglicht es Daten von Produktionssystemen zu erfassen, effizient zu verwalten und virtuelle oder physische Kopien zu erstellen. (Bild: Actifio)

Von Daten zu profitieren und gleichzeitig das Datenwachstum in den Griff zu bekommen, stellt eine große Herausforderung für Unternehmen das. Aber was ist die eigentliche Ursache des Problems und auf welche Weise lässt sich dieses elegant lösen?

Dass die Flut an Daten in Zeiten der zunehmenden Vernetzung von Unternehmen ansteigt, ist wohl bekannt. Ebenso, dass Lösungen gefordert sind, mit denen sich diese unkompliziert bewältigen und zudem kostengünstig verwalten lassen.

Genau hier setzt die sogenannte Copy-Data-Virtualisierung an. Diese zielt darauf ab, mit mehrfach vorhandenen Kopien desselben Inhalts oder veralteten Versionen von Dateien und Datensätzen Schluss zu machen. Hiervon finden sich in Unternehmen viele, da in der Regel Datenkopien für unterschiedlichste Zwecke - unter anderem für die Anwendungsentwicklung, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, Geschäftsanalysen oder die Wiederherstellung im Notfall - erstellt werden.

Die von separaten Datensicherungs- und Management-Tools für Backup, Disaster Recovery, Entwicklung, Test und Analytik erzeugten zusätzlichen Kopien von Produktionsdaten sind aus Sicht von IDC jedoch eines der größten Übel, mit denen Unternehmen zu kämpfen haben. Ihrer Einschätzung nach beansprucht die Speicherung der Duplikate rund 60 Prozent der in Rechenzentren vorgehaltenen Storage-Kapazität. Für die Verwaltung der mehrfach redundanten physischen Datenkopien nehmen Unternehmen laut den Analysten weltweit jährlich rund 44 Milliarden US-Dollar in die Hand.

Unkontrolliertes Kopieren von Daten ist kostspielig und riskant

Das unkontrollierte Kopieren von Daten kommt Unternehmen auf Dauer nicht nur teuer zu stehen, sondern gefährdet zudem die Datensicherheit. Der Grund hierfür ist einfach: Je mehr Duplikate kursieren, desto größer ist die "Angriffsfläche", die sich Hacker und Industriespione zu Nutze machen können, um an geschäftsentscheidende Informationen zu gelangen. Im Hinterkopf behaltend, dass gemäß IDC in einem Unternehmen bis zu 375 physische Kopien der gleichen Daten zusammenkommen, ist der Spielraum groß.

Durch die Virtualisierung von Datenkopien lässt sich die Anzahl der Duplikate jedoch auf ein Mindestmaß reduzieren. Hierfür werden die Daten von der oftmals veralteten physischen Infrastruktur entkoppelt und eine "goldene" Master-Kopie der Produktionsdaten vorgehalten. Von dieser lassen sich jederzeit virtuelle Duplikate in "Produktionsqualität" bereitstellen, so dass selbst große Datenmengen unmittelbar für Tests, die Entwicklung oder Analysen zur Verfügung stehen und damit deutlich schneller als bei konventionellen Datenverwaltungsmethoden der Fall

Der Effizienzgewinn ist vergleichbar mit der Erfolgsgeschichte der Server- sowie Netzwerkvirtualisierung und damit in vielerlei Hinsicht der nächste logische Schritt.

Datenvirtualisierung in vier Schritten umsetzen

Für IT-Manager ist Copy-Data-Virtualisierung somit ein probater Weg, um dem fortwährenden Datenwachstum entgegenzuwirken. Doch wie bei jeder signifikanten Modernisierung oder Veränderung im Unternehmen erfordert die Umsetzung in die Praxis etwas Planung und strategisches Denken. Die folgenden vier Schritte zeigen auf, wie sich die Virtualisierung von Datenkopien im Unternehmen umsetzen lässt.

Plattform-Auswahl

Wenngleich die Herausforderungen, denen sich Unternehmen stellen müssen, kaum vergleichbar sind, gibt es eine Konstante. Meistens sind Arbeitslasten auf verschiedene Systeme verteilt, das heißt virtuelle Maschinen auf VMware, physische Maschinen auf Windows und so weiter.

Dementsprechend ist es wichtig darauf zu achten, dass die für die Copy-Data-Virtualisierung vorgesehene Plattform alle Systeme und die gesamte Palette an eingesetzten Anwendungen und Datenbanken unterstützt. Die in Betracht gezogene Lösung sollte zudem infrastrukturunabhängig sein, so dass sich diese abhängig vom jeweiligen Anwendungsfall flexibel wählen lässt.

Zu den weiteren entscheidenden Kriterien zählt, dass die Verwaltung zentral von einem einzigen Standort aus vorgenommen werden kann. Ebenso sollte die Einbindung in eine hybride Cloud-Umgebung möglich sein, um unterschiedliche Anwendungen in verschiedene Rechenzentren ausgliedern zu können.

Durchführung eines Pilotprojekts

Ein Vorteil der Copy-Data-Virtualisierung besteht darin, dass sich in Folge der Implementierung viele verschiedene Datenmanagement-Tools ersetzen lassen. Aber das geschieht nicht über Nacht. Daher empfiehlt es sich, mit einem Pilot-Anwendungsfall zu starten. Dies ermöglicht eine schrittweise Transformation und die sanfte Integration weiterer Anwendungsfälle.

Anforderungskatalog erstellen

Wichtige Fragen in diesem Stadium sind:

  • Wie häufig ändern sich die Produktionsdaten?
  • Soll die Virtualisierung für die Datensicherung genutzt werden und falls ja, wie lange müssen welche Daten vorgehalten werden?
  • Wie viele virtuelle Kopien werden gleichzeitig benötigt?
  • Welche Art von Tests (Leistung, Funktionalität, Skalierung etc.) werden mit diesen Daten durchgeführt?
  • Wie viel Bandbreite wird benötigt? Dies ist insbesondere wichtig, wenn mehrere Rechenzentren an verschiedenen Standorten betrieben werden.
  • Datensicherheit und Kontrolle über die Daten: Wie werden Daten aktuell repliziert und verschlüsselt?

Die Antworten auf diese Fragen unterstützen eine erfolgreichen Start in die Implementierung.

Einsetzbar in hybriden Cloud-Umgebungen

Viele Unternehmen arbeiten bereits mit einer hybriden Cloud-Umgebung. Die Kombination gewährleistet, dass sie einerseits von der Kontrolle und Sicherheit einer privaten Cloud und der Flexibilität und den niedrigen Kosten öffentlicher Angebote profitieren können. Copy-Data-Virtualisierung bietet dabei eine hervorragende Lösung für die Verlagerung großer Datenmengen im Rahmen einer Cloud-Migration und das Datenmanagement in der Cloud.

Mehr noch, die Virtualisierung von Datenkopien ist eine entscheidende Voraussetzung, um das Potenzial der Cloud vollends auszuschöpfen. Einer der wichtigsten Vorteile dieses Hybrid-Cloud-Ansatzes ist eine verbesserte Agilität. Die Einbindung der öffentlichen Cloud bedeutet, dass weniger Ausfälle und Ausfallzeiten auftreten. Darüber hinaus lässt sich die Infrastruktur für mehrere Zwecke zu nutzen – etwa für die Datenwiederherstellung, für die Durchführung von Tests oder Entwicklungsaktivitäten. Dies trägt dazu bei, Kosten und Komplexität zu reduzieren.

Einfachere Datenanalyse und schnellere Resultate

Durch die Implementierung der Datenvirtualisierung und die Reduzierung von physischen Datenkopien können Unternehmen ihre Ausgaben für die Datenspeicherung signifikant senken. Dies erlaubt ihnen, sich endlich der wichtigsten Phase der Datenverwaltung zu widmen: der Datenanalyse.

Insgesamt sind die Effekte der Datenvirtualisierung weitreichend. Über das Netzwerk werden weniger Daten bewegt, ihre Speicherung nimmt weniger Kapazität in Anspruch, dadurch sinken die Kosten. Die hohe und meist teure betriebliche Komplexität rund um das Datenmanagement gehört damit der Vergangenheit an und die raschere Anwendungsentwicklung beschleunigt den Geschäftserfolg.

* Thorsten Eckert ist Sales Director DACH bei Actifio.

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