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Zumindest sollen es semantische Informationen erlauben, Inhalte leichter zu finden und zu klassifizieren.
Kyte: Ja. Bis jetzt ist das Web so aufgebaut, dass Menschen Informationen austauschen. Maschinen aber können die Inhalte nur bedingt verstehen. Dazu braucht es Meta-Informationen. Sie erklären Computern die Welt: Beziehungen, Abhängigkeiten, Bedeutungen.
Allerdings geht die Entwicklung nicht so schnell vor sich, wie manch einer es sich wünscht. Die Intelligenz verlagert sich quasi von der Anwendung zu den Daten. Die damit verbundenen Strukturen sind komplex und trotzdem muss die Sprache universell und formal sein. Standardisierung ist notwendig, zieht sich aber hin. Bis es semantische Datenkonstrukte gibt, wird es 2016 – und mit semantischen Umgebungen ist frühestens 2026 zu rechnen. So nimmt der Punkt Semantik den letzten Platz meiner Liste ein.
Das grüne Rechenzentrum hingegen scheint viel präsenter.
Kyte: Klar. Die IT-Industrie braucht jetzt schon mehr fossile Brennstoffe als die Luftfahrt-Industrie, deren Anteil weltweit bei zwei Prozent liegt. So baut sich Druck gleich von drei Seiten auf. Energie sparen heißt Kosten senken, Strom wird zu einem knappen Gut und der Klimawandel verlangt von den Unternehmen grünes Engagement. Das heißt, die IT-Industrie muss anderes Material verwenden und dafür sorgen, dass die Geräte weniger Energie benötigen. Sie muss Management-Software bereitstellen, die sowohl die Energiezufuhr als auch den Verbrauch intelligenter regelt.
Was ist für Sie spontan das größte IT-Problem der kommenden Jahre.
Kyte: Der schleichende Fachkräftemangel. Das ist vielleicht die größte Herausforderung vor der CIOs demnächst stehen. Dagegen war das Jahr-2000-Problem ein Klacks.
Wie das?
Kyte: Für die Umstellung der Jahreszahlen gab es ein definitives Enddatum. Das ist jetzt anders. Die großen Kernapplikationen, die in PL1, Assembler, Cobol und Gott-weiß-was geschrieben sind, müssten gewartet, angepasst und erneuert werden. Doch die Programmierer, die das könnten, gibt es nicht mehr. Sie sind längst in Rente, Junge kommen nicht nach. Das ist zudem nicht nur ein deutsches oder europäisches Problem, sondern ein weltweites. Ich verweise hier auf eine entsprechende OECD-Studie.
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