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Suchen und Finden
Jedes Tape enthält ein Verzeichnis aller auf ihm befindlichen Dateien, ganz wie CDs, DVDs oder auch Disks. Wird eine Datei gesucht, die auf mehreren Tapes liegen könnte, so muss jedes Tape einzeln eingelegt werden, das Band eingefädelt werden und der Index gelesen werden, bis das Verzeichnis angezeigt wird. Je nach Menge der Dateien, die sich auf dem Tape befinden, kann dieser Vorgang mehrere Minuten beanspruchen. Sind weitere Bänder durchzusehen, kann daraus leicht eine halbe Stunde oder mehr werden, nur um eine Datei zu lokalisieren.
Der Lesevorgang benötigt anschließend noch weitere Zeit, wenn er auch mit bis zu 140 Megabyte pro Sekunde sehr zügig abläuft – vorausgesetzt, der angeschlossene Rechner kann Daten so schnell aufnehmen.
Traditionelle Sicherungssoftware wie Presstore von Archiware ist hier klar im Vorteil. Sie führt automatisch einen Index aller gesicherten Dateien und Versionen, der jederzeit vom Nutzer durchsucht werden kann. Erst beim Auslösen des Restore-Prozesses wird das passende Tape (und nur dieses) angefordert und sofort blockgenau positioniert, da die Lokalisation der Datei ebenfalls gespeichert wird. Flexibel konfigurierter sind hier außerdem der Netzwerkzugriff und die Restore-Pfade.
Vendor independent
Ein Argument für LTFS ist seine Herstellerunabhängigkeit, da man keine eigene Software zum Schreiben und Lesen von Tapes benötigt. Tatsächlich kommt man ohne Anwendungssoftware aus, um Dateien, die mit LTFS auf einem Tape abgelegt wurden, zu lesen. Voraussetzung ist allerdings eine Treibersoftware. Dieser Treiber ist Laufwerkshersteller-abhängig. Es gibt also jeweils Treiber von HP, IBM und Quantum, den drei (einzigen) Herstellern von LTO-Laufwerken.
Da insgesamt derzeit Mac OS X, Windows und Linux unterstützt werden, ergeben sich bei drei Herstellern und je drei Plattformen insgesamt also neun Treiber. Wie diese von den Herstellern über mehrere Jahre gepflegt werden, bleibt abzuwarten. Jedenfalls kann von einer Herstellerunabhängigkeit in diesem Zusammenhang kaum die Rede sein. An die Stelle der Abhängigkeit vom Hersteller der Sicherungssoftware tritt die Abhängigkeit vom Laufwerkshersteller.
Die Softwarehersteller, die Tape unterstützen, haben sich diese Know-how sowie den zugehörigen Markt über Jahre erworben. Ihre Software weiter zu entwickeln, zu pflegen und verfügbar zu halten, ist ihre Geschäftsgrundlage und ureigenstes Interesse. Dagegen haben die Laufwerkshersteller, die LTFS-Treiber pflegen müssen, den Großteil ihres Geschäftes im traditionellen professionellen Sicherungsbereich, der eben genau nicht LTFS verwendet.
Sollten sie eines Tages den LTFS-Support einstellen, so entsteht ihnen kaum ein Schaden. Einzig die Anwender, die sich auf ihre Versprechungen eingelassen haben, verlieren dabei – und zwar verlieren den Zugang zu ihren Daten oder sie bleiben bei einer OS-Version „festgefroren“. Derzeit jedenfalls gibt es spürbare Aktualisierungsbemühungen. Innerhalb eines Jahres wurde LTFS von 1.0 auf 2.0 aktualisiert, wenn auch mit dem Nebeneffekt, dass neue Medien auf „alten“ LTFS-Treiberversionen nicht einmal gemountet werden konnten (siehe IBM Troubleshooting in der Linksammlung). Langfristige Kompatibilität, wie sie für eine Archivierung nötig ist, ist hier noch nicht erreicht.
Weiter mit: Skalierbarkeit
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