Online-Umfrage zum CeBIT-Kompendium „Backup & Recovery“ von Storage-Insider.de, Teil 3

Das Prinzip Hoffnung stellt keine Backup-Strategie dar

| Autor / Redakteur: Olaf Dany / Nico Litzel

Olaf Dany, EMEA Channel Account Executive bei Mozy
Olaf Dany, EMEA Channel Account Executive bei Mozy (Foto: Mozy)

In Kürze erscheint das Kompendium „Backup & Recovery“ von Storage-Insider.de. Die Redaktion hat im Vorfeld Backup-Spezialisten nach ihrer Einschätzung zu aktuellen Trends gefragt. Hier sind die Antworten von Olaf Dany, EMEA Channel Account Executive bei Mozy.

Storage-Insider.de setzt die erfolgreiche Kompendien-Reihe fort. Die nächste Ausgabe widmet sich den Themen Backup, Disaster Recovery und Archivierung und wird zur CeBIT 2013 (5. bis 9. März, Hannover) in gedruckter Form erscheinen (hier geht es zum PDF-Archiv vorangegangener Ausgaben). Wir haben Olaf Dany, EMEA Channel Account Executive bei Mozy, nach seinen Einschätzungen zum Thema Backup befragt.

Storage-Insider.de: Warum sind Backup-Konzepte wie Grandfather-Father-Son (GFS) oder Tower of Hanoi (TOH) heutzutage nicht mehr sinnvoll anzuwenden?

Dany: Kurz gesagt liegt dies daran, dass immer mehr Unternehmen von Bandspeicherlösungen abrücken und damit die Notwendigkeit komplexer Schemata für die Bandrotation entfällt.

Die einschlägigen Marktdaten zeigen klar einen Umstieg der Anwender von Tapes auf dedizierte Backup-Systeme. Nach Erhebungen von IDC wird der Markt für Bandspeicher im Zeitraum 2011 bis 2015 jährlich um durchschnittlich 0,7 Prozent schrumpfen. Verglichen damit werden dedizierte Backup-Systeme im selben Zeitraum um mehr als 21 Prozent zulegen.

Mit Basistechnologien wie Deduplizierung als Bestandteil von dedizierten Backup-Systemen sind vollständige Tagessicherungen möglich und ermöglichen bessere Zielvorgaben für Wiederherstellungspunkte und -zeiten (RPO und RTO), als dies mit Bandspeicherlösungen machbar war.

Für Kunden, die immer noch Bandspeicher einsetzen, hat die Weiterentwicklung der Backup-Technologie dazu geführt, dass Konzepte wie GFS an Bedeutung verlieren. GFS-Backup-Konzepte basieren darauf, dass jede Woche eine Vollsicherung durchgeführt wird, die dann durch inkrementelle Tagessicherungen ergänzt wird. Durch den Einsatz synthetischer Backups ist es möglich, jeden Tag eine vollständige Sicherung vorzunehmen, sodass die Notwendigkeit, derart viele Backup-Kopien auf Band vorzuhalten, reduziert wird.

Diejenigen Kunden, die aus irgendwelchen Gründen noch Daten auf Bändern sichern müssen, wer-den wahrscheinlich nur einmal im Monat – oder höchstens einmal pro Woche – Kopien auf Band-speichern erstellen. Darüber hinaus sind komplexe mathematische Gleichungen wie TOH, die für die Verwaltung der Bandrotation notwendig sind, ein weiterer Anreiz, auf einfachere Lösungen umzusteigen, die mit dedizierten Backup-Systemen geboten werden.

Kontinuierliche Snapshots oder differenzielle Images scheinen das Backup-Konzept für moderne IT-Umgebungen zu sein. Stimmt das oder zeichnen sich Alternativen ab?

Dany: Snapshots sind kein Ersatz für Backup. Wenn irgendwelche Abhängigkeiten von der primären Kopie vorhanden sind, um den Datenbestand wiederherzustellen, dann liegt kein echtes Backup vor. Für Snapshots gilt eine ganze Reihe von Einschränkungen. Dazu gehören unter anderem:

Snapshots eignen sich nicht für Disaster Recovery, weil sie auf demselben Speichersystem wie die Primärdaten gespeichert werden. Deshalb sind Snapshots für kaskadierende Datenfehler und -verluste anfälliger. Für ein Backup trifft dies nicht zu.

Snapshots beanspruchen Kapazität auf dem primären Speichersystem, weil sie eben – wie die Produktionsdaten – auf demselben Speichersystem residieren. Durch die Auslagerung der Backup-Daten von dem für Produktionszwecke verwendeten Speichersystem können die Kunden Datenkopien in größerem Umfang und auch längere Zeit auf dedizierten, untergeordneten Speichersystemen vorhalten.

Snapshots haben negative Auswirkungen auf alle Anwendungen und virtuellen Maschinen (VM), die gemeinsam auf ein Volume zugreifen. Sofern Sie auf Arrays basierende Snapshots nutzen, um beispielsweise einen VMware-Datenspeicher zu sichern, müssen alle virtuelle Maschinen gestoppt, das heißt, eingefroren werden, und zwar auch dann, wenn nur einige der virtuellen Maschinen in die Backup-Richtlinie einbezogen sind. Wenn virtuelle Maschinen sich jedoch in einem stillgelegten Zustand befinden, führen sie nicht ihre vorgesehene Funktion aus. Das Backup von auch nur einer virtuellen Maschine wirkt sich also nachteilig auf alle VMs aus, die den Datenspeicher gemeinsam nutzen.

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