Cloud-Speichern für den Hausgebrauch Daten in der Cloud sichern – welche Möglichkeiten gibt es?

Autor / Redakteur: Johannes Stark / Dr. Jürgen Ehneß

Inhalte in einer Cloud abspeichern, damit immer und überall darauf zugegriffen werden kann? Das Verwenden eines solchen Cloud-Dienstes hat vielerlei Vorteile. Wir zeigen auf, wie Daten möglichst sicher abgelegt werden, sodass keine Dritten darauf zugreifen können.

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Die Cloud-Storage-Strategie im Unternehmen ist das eine. Aber was ist mit den privaten Daten?
Die Cloud-Storage-Strategie im Unternehmen ist das eine. Aber was ist mit den privaten Daten?
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Suche nach einem geeigneten Cloud-Anbieter

An erster Stelle steht die Wahl des Dienstleisters. Hier tummeln sich inzwischen einige Anbieter auf dem Markt. Die renommiertesten Cloud-Anbieter hören auf den Namen Dropbox, OneDrive von Microsoft und Google Drive/One.

Des Weiteren bieten auch bekannte Provider wie Strato mit dem Service HiDrive oder Amazon mit Amazondrive elegante und leistungsstarke Lösungen an. Dort ist je nach Anforderung des Nutzers vorherige Recherche angebracht, denn es unterscheiden sich die Angebote in ihrer Vielfältigkeit. Für den Großteil der Nutzer werden die kostenlosen Basisvarianten vollkommen genügen, um ihre Daten auf der Cloud zu sichern. Sollte die zu speichernde Datenmenge aber mehrere Gigabyte groß sein, sollten die Tarife selektiert werden.

Welche Leistungen muss eine Cloud bieten?

Spielereien, Variationen und zusätzliche Extras bieten sie fast alle, aber welche Sicherheitsstandards sind unabdingbar, respektive empfehlenswert?

  • 1. Einfache Bedienung: Nicht alle Menschen zählen zur Generation Smartphone und sind mit den digitalen Wegbegleitern aufgewachsen. Deshalb ist eine einfache Handhabung das A und O bei einer Cloud. Das Sichern der Daten muss simpel und verständlich zu handhaben sein.
  • 2. End-to-End-Verschlüsselung: Ein weiterer, wenn nicht sogar der wichtigste Punkt ist, dass Nutzerdaten der „End-to-End“-Verschlüsselung unterliegen. Dies bedeutet, dass über jegliche Transportwege der Daten diese vollends verschlüsselt sind. Lediglich die beiden miteinander kommunizierenden Partner, in diesem Fall Cloud-Anbieter und Nutzer, können die Daten entschlüsseln.
  • 3. Serverstandort in Deutschland: Steht der Server in Deutschland, so gilt auch die deutsche Rechtsprechung. Im Umgang mit Daten sind wir hierzulande besonders sensibel, was auch gut so ist. Im Umgang mit Daten ist der deutsche Staat deutlich nutzerfreundlicher als beispielsweise die USA. Dort sind die Dienstleister daran gebunden, Daten an die NSA oder ähnliche Institutionen preiszugeben. Des Weiteren galten bis vor einiger Zeit ausländische Rechenzentren als deutlich schneller und leistungsstärker. Auch hier hat sich mit den Jahren vieles gewandelt, und der deutsche Standard kann sich im internationalen Vergleich mehr als sehen lassen. Vor allem mit dem baldigen Mobilfunkstandard 5G lassen sich Daten in rasanten Geschwindigkeiten verarbeiten und abrufen.

Sicheres Passwort unabdingbar

Nachdem die Entscheidung für einen Anbieter und eine Variation gefallen ist, geht es ans Einrichten. An erster Stelle sollte natürlich das Thema Sicherheit stehen. Dies bezieht sich in diesem Falle auf das Passwort, das nun auszuwählen ist. Daten, allem voran persönliche, müssen optimal geschützt werden. Dort empfiehlt sich dementsprechend ein „starkes“ Passwort mit vielen Sonderzeichen, welches für Betrüger nicht zu umgehen ist. Wenn hier Probleme bei der Kreativität vorherrschen, sollte unbedingt ein Passwortgenerator genutzt werden. Diese sind genau für solche Fälle entwickelt. Sie entwerfen sichere Passwörter, und noch besser: Diese werden auf Computern oder Mobilgeräten gespeichert, sodass man sich kein kompliziertes Passwort merken oder separat notieren muss.

Hauseigene Cloud von Apple

Apple bietet über die hauseigene Cloud eine einfache Möglichkeit, Daten mit dem Smartphone, Tablet oder Computer zu sichern. Hier stehen 5 GB Speicherplatz zur kostenlosen Nutzung bereit. Lange Zeit war die Apple-Cloud keine Empfehlung wert, denn sie ließ ein essenzielles Sicherheitsfeature vermissen. Die vorhin angesprochene End-to-End-Verschlüsselung war lange kein Bestandteil der Apple-Cloud. Seit April 2020 hat der Konzern hier aber nachgerüstet, sodass Daten sicher verschlüsselt werden.

Möglichkeiten für Android-Nutzer

Das von Google bereitgestellte Betriebssystem Android verfügt über vielerlei Möglichkeiten. Die eine hauseigene Lösung existiert hier nicht. Hier gibt es beispielsweise die Möglichkeit, Googles Service „Drive“ zu nutzen, der ebenso für alle mobilen Geräte sowie den PC nutzbar ist. Mit Drive können Daten bequem via App gesteuert werden. Diese sind immer und überall aufrufbar. Ebenfalls inkludiert wie auch bei Apples Cloud sind 5 GB gratis Speicherplatz. Aber natürlich gibt es auch andere Anbieter als Google – hier ist das Angebot breit gefächert. Bekannte und zu empfehlende Lösungen sind zum Beispiel Dropbox oder Box. Auch dort bekommen Nutzer eine Menge kostenlosen Speicherplatz und hohe Sicherheitsstandards.

Fazit

Die Sicherung privater Daten wird für den Menschen immer wichtiger und die Verlässlichkeit, dass niemand an diese Daten gelangt, muss zu hundert Prozent gegeben sein. Denn wer möchte schon ein mulmiges Gefühl dabei haben, Bilder, Videos, Dateien oder sonstige Dokumente auf einer Cloud zu sichern? Selbstverständlich niemand. Also lässt sich sagen, dass die Sicherheit allerhöchstes Gut sein sollte, und hierzu zählt allem voran die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Auf diese sollte der Blick als erstes gerichtet sein, und wenn diese von einem Anbieter nicht gewährleistet wird, ist es ein Leichtes, Nutzerdaten abzugreifen!

Alle weiteren „Spielereien“ und zusätzlich zu buchenden Leistungen sind von den persönlichen Ansprüchen abhängig zu machen. Es gibt unzählige Angebote und Anbieter. Schlussgebend lässt sich sagen, dass eine gründliche Selektion vonnöten ist und dass die zwei Faktoren Sicherheit und Usability im Vordergrund zu stehen haben.

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