Dell EMC PowerStore

Dell konsolidiert seine Midrange-Arrays

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dr. Jürgen Ehneß

Dell EMC stellt eine neue Speicherarchitektur vor.
Dell EMC stellt eine neue Speicherarchitektur vor. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Caitlin Gordon, VP Product Marking, und Travis Vigil, SVP Storage Product Management, haben das neue Midrange-System „PowerStore“ von Dell Technologies vorgestellt. Es konsolidiert die drei bestehenden Midrange-Arrays Unity, XtremIO und SC von Dell in einer einzigen Produktlinie. Bei dieser Konsolidierung handelt es sich um einen mehrjährigen Prozess, der Klarheit in das Sortiment bringen soll.

Die drei genannten Array-Linien Unity, XtremIO und SC entstanden, als Dell und EMC noch unabhängig agierten: Dell hatte Compellent und dessen SC-Arrays im Jahr 2010/2011 übernommen, EMC XtremIO ein Jahr später. EMC entwickelte auch Unity, und zwar aus seiner VNX-Linie, die wiederum auf der Clariion-Technologie basierte, die 1999 von Data General geholt wurde. Nach der Übernahme von EMC durch Dell wollte man die drei Midrange-Array-Produkte konsolidieren, denn – klar – das Entwickeln dreier Technologien für denselben Zweck ist wenig sinnvoll. So lautete denn auch die Botschaft auf der Dell World in Las Vegas im April 2019.

PowerStore von Dell Technologies.
PowerStore von Dell Technologies. (Bild: Dell Technologies)

Das Projekt hörte zunächst auf den Namen „MidRange.NEXT“, nun also auf „PowerStore“ (analog zu „PowerEdge“-Servern, den „PowerMax“-High-End-, „PowerVault“-Low-End- und „PowerSwitch“-Netzwerk-Arrays von Dell Technologies). Im Wesentlichen verfügen die modular aufgebauten PowerStore-Systeme über ein neu entwickeltes Software-Design mit kleinen Teilen von Unity (für NAS), SC und XIO (für das Management). Die Datenebene ist neu, genauso wie das API. Bei der Produktentwicklung wurde generell größtes Augenmerk auf die Ansible- oder Container-Schnittstellen gelegt, die für eine Mehrzahl der Nutzer inzwischen eine wichtige Rolle spielen.

Architektur

Die Gesamtarchitektur umfasst Appliances mit zwei Nodes und ähnelt dem von SC. Die Hardware ist eine Weiterentwicklung der Unity-XT-Produktreihe. Für Caitlin Gordon, VP Product Marking bei Dell Technologies, ist PowerStore die Antwort auf die Fragen der „Datenära“. Die Arrays sollen Rechenzentren (RZ) dazu befähigen, fast ohne manuellen Aufwand Daten zu sammeln, zu verwalten und abzulegen. Ziel der Entwicklung sei ein autonom agierendes RZ.

Dell EMC PowerStore soll jedwede Art von Daten erkennen und bearbeiten können, NVMe End-to-End unterstützen (NVMe oF soll später kommen) und die Data Reduction maximieren. „Wir können eine Reduction-Rate von 4:1 garantieren“, so Gordon im Call mit Storage-Insider.

Das gesamte Array kann mit NVMe-SSDs oder Storage-Class Memory (SCM) konfiguriert werden; bis zu 21 SCM-Laufwerke mit 750 GB Kapazität sind laut früherer Mutmaßungen möglich, was Gordon aber nicht bestätigen wollte. Alternativ könnten bis zu 96 Flash-Laufwerke mit einer Kapazität von bis zu 16 TB und einer Mischung aus NVMe (21) und SAS (75) zur Verfügung stehen. Im Basis-2U-Drive-Array-Enclosure (DAE) finden sich voraussichtlich 25 NVMe-Steckplätze. Zugriffe erfolgen über 32 Bit/s FC oder 25/10 Gbit/s IP. Als Grund dafür, dass NVMe heute noch nicht durchgehend unterstützt wird, gibt Gordon an, dass man „keine proprietäre Technologie einsetzen will, um sich in der Flexibilität der Weiterentwicklung der Systeme nicht einzuschränken“.

Caitlin Gordon, VP Product Marking, Dell Technologies.
Caitlin Gordon, VP Product Marking, Dell Technologies. (Bild: Dell Technologies)

Container plus VMware Hypervisor

PowerStore soll eine 99,9999prozentige Availability ermöglichen, eine programmierbare Infrastruktur bieten (mittels VMware, DevOps, Kubernetes und dem Open-Source-Werkzeug Ansible für die Orchestrierung), Automatisierungen auf Basis einer Machine-Learning-Engine (ML) durchführen und aktives Monitoring sowie Predictive Analytics ermöglichen.

Gordon war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass mit dem PowerStore OS eine containerisierte Infrastruktur entstanden ist. Der VMware-Hypervisor ESXi (VAAI & VASA plus vVols, vRO/vRA und VMware CloudFoundation) sorge für eine hohe Abstraktion des Speichers. Mit „AppsON“ könnten Anwendungen direkt auf dem Array ausgeführt werden.

Kleiner Footprint, große Migrationsmöglichkeiten

Bezüglich der Hardware hob Gordon den schmalen Fußabdruck der Arrays hervor – bis zu 70 Prozent weniger Rack-Space müsste verstellt werden, so die Marketing-Managerin. So biete sich PowerStore auch für den Einsatz am Edge an. Datenintensive Anwendungen könnten bereits dort ausgeführt und nur die Ergebnisse, etwa im Falle von Analysen von gestreamten Messwerten, zum Mutter-RZ übertragen werden.

Nie mehr Daten migrieren – verspricht Dell Technologies.
Nie mehr Daten migrieren – verspricht Dell Technologies. (Bild: Dell Technologies)

Abschließend beteuerte Gordon, dass durch die „Adaptable Architecture“ von PowerStore jede Migration ihren Schrecken verliere. Das hatten diverse Marktbeobachter im Vorfeld gemutmaßt. Doch weit gefehlt, so Gordon: Von jeder Storage-Plattform aus („jede Plattform“ ist definiert als die hauseigenen Produktlinien Xtremio, Unity, SC, VNX sowie PS) könnten mit „weniger als zehn Klicks“ Workloads auf PowerStore verschoben werden. Das muss sie auch sagen, schließlich werden die vorhandenen Dell-Technologies-Midrange-Arrays künftig mit dem neuen PowerStore-System koexistieren, höchstwahrscheinlich für viele Jahre. Auch Konsolidierung, Skalierung und Upgrades seien wegen der Adaptable Architecture kein Problem mehr, so Gordon, sondern erfolgten praktisch automatisch.

Ach ja: Kunden können die Systeme natürlich wie gehabt entweder kaufen oder leasen; wer aber eine flexible Bezahlmethode wünscht, der kann auch ein finanzielles Modell in Anspruch nehmen, das auf „pay-per-use“ basiert – also auf die Berechnung eines Sockelbetrages oder einer Mindestnutzung verzichtet. Konkrete Preise oder Finanzpläne nannte Gordon auch auf Nachfrage allerdings keine. Arrays der Midrange-Klasse kosten üblicherweise ab 13.000 bis zu einer Million Euro.

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