IP-SANs so einfach wie NAS-Systeme installieren

Dell vereinfacht bei iSCSI das Zusammenspiel von Servern und Speichern

05.02.2008 | Autor / Redakteur: Jürgen Schelbert / Nico Litzel

Dells iSCSI-Disk-System Powervault MD3000i versetzt kleine und mittlere Unternehmen in die Lage, Speicherumgebungen einfach zu konsolidieren.
Dells iSCSI-Disk-System Powervault MD3000i versetzt kleine und mittlere Unternehmen in die Lage, Speicherumgebungen einfach zu konsolidieren.

Für kleine und mittelgroße Unternehmen war es bis dato einfacher, eine größere Festplatte im Server zu installieren, als ein Speichernetz für die zentrale Datenspeicherung aufzubauen. Der Grund: Die potenziellen Vorteile werden nicht nur bei Fibre-Channel-Netzen (SAN) durch hohe Installations- und Managementkosten aufgewogen. Mit Dells iSCSI- Disk-System Powervault MD3000i ändert sich das, da nun eine Assistenten-Software bei der bislang so aufwendigen Installation hilft.

Das MD3000i arbeitet mit Internet SCSI, einem modifizierten SCSI-Protokoll, das sich über ein Ethernet-Netzwerk übertragen lässt. Wird das Dell-Speichersystem an einen freien Ethernet-Switch-Port angeschlossen, entsteht ein sogenanntes IP-SAN. Jeder Server ist mithilfe eines meist von Microsoft stammenden kostenlosen iSCSI-Treibers in der Lage, dieses Speichersystem anzusprechen. In Linux-Systemen ist dieser iSC-SI-Initiator bereits im Kernel enthalten. Für den Betrieb gilt nur die Faustregel, dass der Server pro Gigabit Datentransferrate eine Taktfrequenz von einem Gigahertz benötigt.

Nach dieser grundlegenden Verbindung von Speicher und Server erfolgt die Einrichtung des Systems. Das MD3000i bietet hierzu den MD Storage Manager, eine auf den Einsatzfall abgestimmte Software mit grafischer Oberfläche. Die Management-Software wird auf einem verfügbaren Server installiert. Der Zugriff auf das Speichersystem erfolgt entweder über einen separaten Administrations-Netzwerkanschluss oder über den Netzwerkanschluss, den Datenpfad. Nach dem Start durchsucht der Storage Manager das Netzwerk auf neue iSCSI-Systeme.

Anschließend werden in einer Liste die durchzuführenden Schritte angezeigt. Hinter jeder Listenposition öffnet sich ein Menü, in dem die unverzichtbaren Eingaben von einem Administrator vorgenommen werden müssen. Dadurch ist gewährleistet, dass kein wichtiger Installations- und Einrichtungsschritt vergessen wird. Die deutschsprachige Bedienerführung vereinfacht die Anwendung nochmals wesentlich. Selbst weniger routinierten Storage-Administratoren dürfte die Einrichtung leichtfallen.

Erste Schritte: RAID-Konfiguration

Zu den ersten Schritten gehört die Konfiguration von RAID-Gruppen. Das MD3000i unterstützt die RAID-Level 0, 1 (Spiegelung), 10 (Spiegelung mehrerer Disks) und 5 (mit Parität). Der Benutzer entscheidet sich, je nach Kenntnisstand, für die automatische oder die manuelle Konfiguration. In beiden Fällen werden Benutzer mit ausführlichen Hilfetexten über das Einsatzgebiet des RAID-Levels informiert. Je nach RAID-Level lassen sich zwischen einer und 30 Festplatten in einer RAID-Gruppe einbinden. Die RAID-Gruppen wiederum werden in einzelne Untergruppen, sogenannte virtuelle Volumes oder auch logischer Festplatten, unterteilt. Bis zu 256 solcher RAID-Untergruppen sind konfigurierbar.

Zuweisung eines virtuellen Volumes

Im nächsten Schritt weisen Administratoren das virtuelle Volume einem Server zu. Der MD Storage Manager erkennt die im Netzwerk installierten Server selbstständig. Der Servername kann von erfahrenen Admins aber auch direkt eingegeben werden. Die Netzwerkadresse des Servers wird als iSCSI-Initiator erkannt, die Netzwerkadressen des MD3000i als iSCSI-Targets. Falls die Netzwerkadresse des Systems nicht schon über DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) verteilt wurde, kann das in einem gesonderten Menü manuell geschehen.

Ein Klick auf das anzubindende Volume und das Dialogfeld „Fertig stellen“ verknüpft zum Schluss Server und Speicher. Intern geschieht das durch Zuweisen eines virtuellen Volumes zu einer iSCSI-Initiator-Addresse. Damit wird auch gewährleistet, dass nicht andere Server auf einen fremden Plattenbereich zugreifen können.

Sollte das jedoch gewünscht sein, beispielsweise innerhalb eines Cluster-Verbundes, lassen sich auch mehrere Server zu einer sogenannten Host-Gruppe zusammenfassen. Ein virtuelles Volume wird dann dieser Host-Gruppe zugewiesen. Das war es schon. Nach diesen wenigen Schritten lassen sich schon Anwendungen installieren oder Daten speichern.

Managementkosten senken und Vorteile eines SANs nutzen

Durch die schnelle und einfache Bedienung des Powervault MD3000i vereinfacht sich der Einstieg ins IP-SAN. Die Speicherkapazität ist auf 33 Terabyte erweiterbar und stellt auch für mittelständische Unternehmen viel Speicherplatz bereit. Schon in der Grundkonfiguration werden 16 Server unterstützt. Da sich der Speicher zentral zuteilen lässt, ist es mit ein wenig Fingerspitzengefühl möglich, Ressourcen besser zu nutzen.

Laut IDC liegt die Ressourcennutzung bei lokal installiertem Serverspeicher nur bei 30 Prozent. Automatisch geht das aber nur bei großen Speichersystemen, die neben Storage-Virtualisierung auch die Virtualisierungsfunktion Thin Provisioning beherrschen. Erst dann lassen sich Speicherbedarf und installierte Speicherkapazität besser und vor allem automatisch aufeinander abstimmen.

Vorteilhaft beim MD3000i dürfte sich die gemeinsame Konfiguration mit schnellen SAS- und preiswerten SATA-Festplatten auswirken. Sowohl I/O-intensive Applikationen, wie Datenbanken und E-Mail-Anwendungen, als auch kapazitätsintensive Anwendungen, etwa File-, Print- oder Web-Services, lassen sich auf dieser Plattform optimiert betreiben. Des Weiteren vereinfacht sich die Datensicherung durch Snapshots- oder Volume-Copy. Diese Funktionen, die schnelle Backups und Applikationstests unterstützen, findet man sonst nur bei Geräten der gehobenen Kategorie.

Jürgen Schelbert ist Brand Manager Storage bei Dell in Frankfurt.

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