Interview mit Stefan Bösner über "Dell Storage Software"

Dells Luxusprobleme mit dem Backup

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Stefan Bösner, System Consultant - DataProtection bei Dell
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Stefan Bösner, System Consultant - DataProtection bei Dell (Bild: Dell)

Dell leistet sich den Luxus drei Hersteller von Backup-Software aufgekauft zu haben. Dass sich das Storage Department drei große Kundenlisten für den Vertrieb eingekauft hat, ist sicherlich das eine. Das andere ist die Frage, ob sich Dell auf Dauer den Luxus leisten kann, drei Programme mit ähnlichen, aber nicht identischen Funktionen zu pflegen,

Storage-Insider: Eigentlich hatten viele Anwender erwartet, dass Dell nicht nur aus Kostengründen die besten Funktionalitäten seiner Backup-Programme Appassure / Vranger / Netvault zusammenbringen würde. Warum passiert das nicht?

Stefan Bösner: Dell wird diese drei Backup-Programme vorerst weiterhin einzeln verkaufen. Jedes Programm hat eine große Installationsbasis und sehr spezifische Funktionen, die den Kunden zum Kauf bewegt haben und wo dieser zu Recht kontinuierliche Updates erwartet. Dell arbeitet allerdings sehr intensiv daran, eine gemeinsame technische Basis zu entwickeln. Ich erwarte, dass wir zum Jahresende einige Integrationsfortschritte bekanntgeben können.

Andere Backup-Hersteller können inzwischen das Backup virtueller Maschinen ohne Restore-Prozess starten. Ist das auch bei Dells Backup-Programmen möglich?

Stefan Bösner: Ja, das beherrschen alle Datensicherungsprogramme bei Dell. Vor allem AppAssure ist durch virtualisierte Kopien spezialisiert auf die schnelle Wiederherstellung von Virtuellen Maschinen. Mit Hilfe von Appassure können Anwender VMs sogar zwischen VMware und Hyper-V exportieren. Das kann spontan oder kontinuierlich erfolgen. Übertragen werden aber nur die Änderungen der Quell-VM. Nutzen lässt sich diese Hot-Standby-Fähigkeit für das Disaster Recovery in kritischen IT-Umgebungen. Auch Vranger kann virtuelle Maschinen in VMware- und Hyper-V-Umgebungen schützen. Dazu ist kein Agent in der VM notwendig, so dass vRanger sehr gut skaliert.

Angesichts einer durch moderne Prozessortechnik steigenden Anzahl von virtuellen Maschinen dürfte der klassische Backup-Betrieb seine Grenzen erreichen. Fachabteilungen wollen bei SLAs mitbestimmen und selbst für die Datensicherheit ihrer Anwendungen sorgen. Wie sieht man das bei Dell?

Stefan Bösner: Das Datenwachstum betrifft alle Unternehmen. Datenreduktion durch Kompressionsverfahren und Deduplizierung sind deshalb unverzichtbare Funktionen in unserer Produktpalette. Je nach Kundenumgebung und-Bedürfnissen bietet Dell unterschiedliche Möglichkeiten der Datenreduzierung. Netvault beispielsweise erzielt im Betrieb mit den DR Series Appliances neben einer signifikanten Reduktionsleistung sehr gute Transferleistungen zwischen 7,5 und 22 TByte pro Stunde. Mithilfe zweier Dell DR Storage Appliances und dem RDA-Protokoll kann sogar die Bandbreitenanforderung bei der Replikation weiter gesenkt werden. Während allerdings bei Netvault schon lange die Deduplizierung in Quelle oder Ziel aktivierbar ist (Vranger ab August), beherrscht Appassure derzeit nur die Ziel-Deduplizierung.

Modernes Backup funktioniert angesichts von Funktionen wie Change Block Tracking (CBT) nicht ohne Festplatten. Und auch der Restore von Band dürfte sich angesichts Datenmenge und Verfügbarkeitsanforderungen überlebt haben. Stimmt das? Und wann kommt bei Dell das Tape noch zum Einsatz?

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