Everpure reagiert mit neuen Versionen der Kubernetes-Datenmanagement-Plattform Portworx – Enterprise 3.6 und Portworx Backup 2.11 – auf die wachsenden Anforderungen an Datensouveränität, Speichereffizienz und Ausfallsicherheit in On-Premises-, Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen.
Everpure hat die mehrschichtige Sicherheitsarchitektur von Portworx Enterprise ausgebaut.
(Bild: Everpure)
Im Fokus der Updates stehen neue Speicherabstraktionsfunktionen, erweiterte Sicherheitsarchitektur sowie granularere Backup- und Wiederherstellungsmechanismen. Ein zentrales neues Feature in Portworx Enterprise 3.6 sind die Kube Datastore Dynamic Pools. Das erstmals im November 2025 angekündigte Konzept Kube Datastore (KDS) soll das strukturelle Missverhältnis zwischen dem in Kubernetes üblichen Shared-Nothing-Speichermodell und den in Unternehmen verbreiteten Shared-SAN-Arrays auflösen. Everpure zufolge führen klassische Cloud-native Architekturen beim Einsatz auf gemeinsam genutzten Arrays zu einem zwei- bis dreifachen Speicher-Overhead und einer drei- bis fünffachen Verstärkung des Netzwerk-I/O.
KDS begegnet diesem Problem, indem Kubernetes-Speicher mit dem gemeinsamen Backend abgestimmt wird und Unternehmen integrierte Array-Funktionen direkt aus Kubernetes heraus nutzen können sollen. Mit den in Version 3.6 eingeführten Dynamic Pools lassen sich Speicherpools mit repl1-Volumes nun ohne speicherlose Knoten oder Portworx-Neustart an beliebige Knoten anhängen. Upgrades und Wartungsarbeiten sollen damit unterbrechungsfrei durchführbar sein; zudem verspricht der Anbieter eine dynamischere Steuerung der Pool-Verschiebung zwischen Knoten sowie verbesserte Hochverfügbarkeit.
Mehrschichtige Sicherheitsarchitektur ausgebaut
Portworx Enterprise 3.6 erweitert die Sicherheitsstrategie des Produkts auf mehreren Ebenen. Neu hinzugekommen ist die Unterstützung von UEFI Secure Boot: Die Plattform soll künftig nur auf Servern ausgeführt werden, die beim Start kryptografisch verifizierten Code laden, was eine hardwarebasierte Vertrauenskette unterhalb von Kubernetes etablieren soll – relevant vor allem in regulierten Umgebungen.
Auf der Ebene des Secret-Managements können Unternehmen FlashArray- und FlashBlade-API-Anmeldedaten nun in HashiCorp Vault statt in Kubernetes Secrets ablegen. Anmeldedaten lassen sich laut Anbieter dynamisch aktualisieren, ohne Portworx neu starten zu müssen. Darüber hinaus unterstützt die neue Version mehrere Secrets-Anbieter parallel innerhalb einer Bereitstellung: Kubernetes Secrets können etwa für die Volume-Verschlüsselung genutzt werden, während Vault parallel die vCenter-Authentifizierung übernimmt.
Für Azure-Umgebungen wurden neue Schutzmechanismen eingeführt, die ein versehentliches oder böswilliges Löschen von Azure Cloud Drives durch externe Stellen verhindern sollen.
Telemetrie, Observability und Leistung
Bei Diagnosedaten und Protokollierung setzt Version 3.6 auf automatisches Maskieren sensibler Informationen wie API-Schlüssel, Passwörter und Zertifikate, bevor Diagnosepakete oder Telemetriedaten weitergegeben werden. Die Funktion ist standardmäßig aktiv.
Die Grafana-Integration erhält überarbeitete Dashboards mit verbesserten Filterfunktionen und aktualisierter Darstellung von Volume-PVC-Beziehungen, Namespace-Nutzung und clusterweiter Leistung. Ergänzend wurde die Erfassung von Kubernetes-Diagnosedaten umstrukturiert: Kritische Objekte werden nun in einem einzigen ausfallsicheren Paket zusammengefasst, was die Ursachenanalyse im Support-Fall beschleunigen soll.
Auf der Leistungsseite führt Portworx Enterprise 3.6 ein ReadAhead-Feature für die StoreV2-Schicht ein, das den sequenziellen Lesedurchsatz für Analyse-, Backup- und Streaming-Workloads verbessern soll. Hinzu kommt ein Rate-Limiting für Replikations- und Resync-Traffic: Administratoren können Mindest- und Höchstwerte für die Datenübertragung bei Replikatvorgängen festlegen; die Bandbreite soll sich dynamisch an die aktuell laufende Anwendungs-I/O anpassen.
Die neue Version unterstützt zudem Garden Linux sowie von Gardener verwaltete Kubernetes-Cluster und richtet sich damit an Unternehmen, die auf Gardener basierende Umgebungen standardisieren. Gleichzeitig sollen reduzierte Image- und Paketgrößen Installationen und Upgrades – einschließlich Air-Gapped-Deployments – schneller und ressourcenschonender machen.
Die neue Version der Backup-Komponente ergänzt die Enterprise-Plattform um mehrere praxisnahe Verbesserungen. Neu ist die Möglichkeit zur Wiederherstellung einzelner Dateien oder Verzeichnisse aus VM-Backups, ohne die gesamte virtuelle Maschine wiederherstellen zu müssen. Bislang war für die Rückgewinnung einer einzelnen Datei stets eine vollständige VM-Wiederherstellung erforderlich.
Bei der Backup-Architektur werden Kubernetes-Ressourcen nun nach Namespace und VM organisiert statt in einer einzigen großen Metadatendatei. Laut Anbieter reduziert das den Speicherverbrauch während der Sicherungsvorgänge und ermöglicht es, dass einzelne Ressourcen unabhängig voneinander erfolgreich gesichert oder im Fehlerfall separat behandelt werden können.
Stand: 08.12.2025
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Für gezielte Wiederherstellungsszenarien lassen sich nun einzelne Kubernetes-Ressourcen aus großen Backups anhand von Filtern wie Namespace, Ressourcentyp oder Ressourcenname selektiv zurückspielen, ohne die gesamte Umgebung zu beeinflussen.
Bei der Backup-Planung kommen erweiterte Optionen hinzu, die die Konfiguration von Sicherungen für bestimmte Wochentage oder Monate erlauben – relevant für Umgebungen mit strikten Compliance-Anforderungen oder festen Wartungsfenstern. Label-Selektoren in bestehenden Backup-Zeitplänen können nun direkt über die UI, CLI, API oder Ansible angepasst werden, ohne den Zeitplan löschen und neu anlegen zu müssen. Das Überspringen von Volumendaten zugunsten reiner Kubernetes-Metadaten-Backups – bereits in Version 2.9 eingeführt – ist ab Version 2.11 auch über die Benutzeroberfläche konfigurierbar.