Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

Der System-verwaltete Speicher im Mainframe-Umfeld, Teil 1

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Dateien im z/OS

Bevor wir SMS und seine Komponenten genauer betrachten, wollen wir das Prinzip der Datei im z/OS beschreiben bzw. wie eine Datei angelegt und wiedergefunden wird. Jede Datei – vergleichbar mit einer „File“ in Unix oder Windows – bekommt im z/OS einen eindeutigen Namen bzw. genauer einen Dateinamen, ein „Data Set Name“ (DSN) zugeordnet. Ein DSN kann bis zu 44 Character lang sein und besteht aus einzelnen „Qualifiern“. Diese Qualifier sind zwischen einem und acht Caracter lang und bestehen aus alpha-numerischen Zeichen. In der Regel gibt es keine Vorschriften, wie solch ein Name ausgeprägt sein muss. Ein Beispiel: „SAP.PROD.KDNR1984.INDEX“ hat den ersten Qualifier mit SAP, der auch als High Level Qualifier (HLQ) bezeichnet wird, einen zweiten Qualifier PROD, den dritten Qualifier KDNR1984 und den sogenannten Last Level Qualifier (LLQ) mit INDEX. Die Qualifier sind jeweils durch einen Punkt getrennt.

Solch ein Name kann vom System genauso zerlegt und geprüft werden. Beispielsweise kann eine Regel definiert werden, die lautet . Unter &variable_llq ist beispielsweise INDEX, VER*, GRUPPE1 als mögliche LLQ-Liste definiert, wobei dieser LLQ auch mit den ersten drei Zeichen VER in die Auswahl fallen würde. Dabei wäre gleichgültig, wie die anderen Qualifier ausgeprägt sind. Also eine Datei mit DSN=TEST.D30M09.VERZ1 würde die Auswahl als gültig akzeptieren, da in der LLQ-Liste auch VER* steht.

Mit entsprechenden UND-Verknüpfungen von weiteren Regeln kann die Auswahl selektiver ausfallen wie etwa mit SAP*,PROD als Liste in der Variablen &variable_hlq. Dann fallen alle DSN mit SAP in den ersten drei Stellen des HLQ und mit den LLQ, wie in der Variablen &variable_llq definiert, in die Auswahl.

Eine Datei muss in einem SMS Environment immer katalogisiert sein. Ein Katalog ist ein Verzeichnis, in dem jede einzelne Datei mit Namen verzeichnet ist und wo diese Datei zu finden ist. Das wird über ein Volume Label oder die sogenannte Volume Serial Number, VOLSER, bewerkstelligt. Die VOLSER ist ebenfalls eindeutig in einem SMS-System. Mit Hunderttausenden oder Millionen von Dateien in einem großen System wird man nicht nur einen einzigen Katalog nutzen, sondern über den HLQ auf bestimmte Kataloge zugehen.

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