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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium Der System-verwaltete Speicher im Mainframe-Umfeld, Teil 1

| Autor / Redakteur: Werner Bauer / Nico Litzel

Wie der Name impliziert, wird die externe Speicherumgebung durch das System, genauer gesagt durch den angeschlossenen Server und dessen Betriebssystem, verwaltet. Verwaltet heißt in diesem Zusammenhang, dass das Betriebssystem automatisch alle Aktivitäten im Zusammenhang mit externem Speicher nach einem vordefinierten Regelwerk – Policy-basierend – verwaltet.

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Neben dem Abgleich der logischen Anforderungen an eine Datei mit der physisch vorhandenen Konfiguration wird von einer automatischen Speichermanagement-Lösung erwartet, dass die Dateien sinnvoll in der vorhandenen Speicherhierarchie abgelegt und nach Anforderung bewegt werden.
Neben dem Abgleich der logischen Anforderungen an eine Datei mit der physisch vorhandenen Konfiguration wird von einer automatischen Speichermanagement-Lösung erwartet, dass die Dateien sinnvoll in der vorhandenen Speicherhierarchie abgelegt und nach Anforderung bewegt werden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Andere oder ähnliche Begriffe für den systemverwalteten Speicher – System Managed Storage – sind Information Lifecycle Management (ILM) oder Scale-out File Services (SoFS). Solche Begriffe finden sich in IT-Landschaften, die vornehmlich mit Unix- und/oder Intel-basierenden Servern ausgestattet sind. System Managed Storage oder kurz SMS wurde durch die Ansätze im Mainframe- und Host-Umfeld in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts massiv geprägt.

Dieser Ansatz wurde in den Anfängen bereits 1974 durch das Mass Storage System IBM 3850 eingeführt, wo bereits eine HSM-Funktionalität zur Verfügung gestellt wurde, um Daten, die nicht oft benötigt wurden, auf einem billigen Massenspeicher systemgesteuert abzuspeichern (siehe auch unter IBM 3850).

SMS hatte zum Ziel, das rasante Speicherwachstum der damaligen Zeit rasch zu adaptieren, ohne die Anzahl der Speicheradministratoren analog mitwachsen zu lassen. SMS verhält sich – fast – völlig elastisch zu dem wachsenden externen Speichervolumen, skaliert ausgezeichnet und verwaltet ein auf 400-Gigabyte-Disks basierendes Speicherumfeld aus dem Jahr 1990 genauso gut wie heute eine 4.000.000 Gigabyte große Disk-Konfiguration.

Speicherhierarchie

Neben dem Abgleich der logischen Anforderungen an eine Datei mit der physisch vorhandenen Konfiguration wird von einer automatischen Speichermanagement-Lösung erwartet, dass die Dateien sinnvoll in der vorhandenen Speicherhierarchie abgelegt und nach Anforderung bewegt werden. Heutige Plattensysteme können mit SSDs (Solid State Disks), Fibre-Channel-Platten und SATA-Platten bestückt werden und dadurch systemintern eine Speicherhierarchie abbilden. SSDs sind zwar noch sehr teuer, bieten dafür aber extrem schnellen Zugriff und extrem schnelle Antwortzeiten.

Die Speicherhierarchie wird bei den Magnetplatten durch zwei gegenläufige Trends bestimmt: Je schneller der Speicherzugriff und je besser und kürzer die Servicezeit ist, desto teurer ist das gespeicherte Gigabyte. Anders ausgedrückt: Das gespeicherte Gigabyte wird preiswerter, wenn die Anforderungen an Zugriffszeit und Schnelligkeit geringer werden.

Ein schnelles Fibre-Channel-Plattenlaufwerk dreht mit 15.000 Umdrehung pro Minute respektive 250 Umdrehungen pro Sekunde, das heißt, eine Umdrehung dauert vier Millisekunden. Die übliche Kapazität einer Fibre-Channel-Disk liegt heute zwischen 300 und 650 Gigabyte mit einem Formfaktor von 3,5 Zoll Durchmesser. Die Anzahl der möglichen Zugriffe ist durch die hohe Umdrehungszahl wesentlich schneller im Vergleich zu einer preiswerten, hochkapazitiven SATA-Platte mit 7.200 Umdrehungen pro Minute bzw. 120 Umdrehungen pro Sekunde mit 8,3 Millisekunden pro Umdrehung. Das dauert mehr als doppelt so lange im Vergleich zu einer Fibre-Channel-Platte.

Die Kapazitäten bei SATA-Platten liegen heute bei ein und zwei Terabyte. Eine übliche Größe, um die Leistungsfähigkeit einer Platte einzuordnen, ist die Anzahl von Ein-/Ausgabe-Zugriffen pro Sekunde und pro Gigabyte. Das macht deutlich, dass SATA wesentlich schwächer als eine Fibre-Channel-Platte ist und daher für hochaktive Dateien ungeeignet ist. Die Technologie für 15.000 U/M ist auch anspruchsvoller – und damit teurer – als die notwendige Technologie, um mit nur 7.200 Umdrehungen pro Minute zu rotieren.

Weiter mit: Virtuelle Tape-Konfigurationen im Mainframe-Umfeld

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