Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

Der System-verwaltete Speicher im Mainframe-Umfeld, Teil 1

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Master Catalog

In unserem Beispiel sind alle Dateien, die SAP als HLQ ausweisen, in dem Katalog U.SAP katalogisiert. Da auch die Kataloge über einen DSN gefunden werden müssen, gibt es eine übergeordnete Instanz, die „Master Catalog“ genannt wird. Es gibt nur einen einzigen aktiven Master Catalog in einem SMS-System. Dessen Inhalt wird Speicherresident im z/OS vorgehalten, da er für jedes „Data Set Locate“ angezogen werden muss, um den zugehörigen [user] Catalog anzuziehen.

Das geschieht über den HLQ und wird als ALIAS-Beziehung bezeichnet. Im Master Catalog wird SAP als HLQ eingetragen und der Verweis auf den user catalog U.SAP. Immer wenn ein DSN auftaucht, der SAP als HLQ ausweist, wird in dem Katalog U.SAP diese Datei definiert oder gesucht. Da der Katalog nur auf ein Volume verweist, auf dem die Datei abgelegt wird oder abgelegt ist, hat jedes Volume ebenfalls eine feste Struktur, damit die Datei letztlich auf dem Volume Level gefunden oder entsprechend eingetragen werden kann. Das „Volume Label“ steht immer auf der gleichen Stelle eines jeden Volumes, Cylinder 1, Spur 1, Record 1. Das Label hat u. a. auch einen Zeiger zum Inhaltsverzeichnis des Volumes, die sogenannte Volume Table Of Content oder VTOC.

Die VTOC ist funktionell grob mit einem File System in Unix oder Windows vergleichbar. In der VTOC stehen alle DSNs, die ein Zuhause auf diesem Volume haben, und die Anfangs- und Endadresse dieser Datei auf dem Volume. Eine Datei oder DSN ist also ein eindeutiger Name innerhalb einer SMS-Konfiguration und die zugehörige Datei muss immer katalogisiert sein. Die Anforderung, eine neue Datei anzulegen, geht durch das SMS – genauer gesagt durch das DFSMS, Allocation und Catalog Management – und sucht einen passenden Platz in der Speicherhierarchie, abhängig von dem geforderten Service-Level, der für diese neue Datei vorgegeben wird.

Eine Anforderung für eine bereits bestehende Datei geht nur durch die Allocation und das Catalog Management, um die bestehende Datei zu lokalisieren und der Anwendung zugänglich zu machen.

Im zweiten Teil: Policy-based Storage Management im Überblick, SMS für Tape und Space- und Verfügbarkeitsmanagement

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem IBM-System-Storage-Kompendium. Hier finden Sie das vollständige Kompendium in Form eines Whitepapers.

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