Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

Der System-verwaltete Speicher im Mainframe-Umfeld, Teil 1

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Virtuelle Tape-Konfigurationen im Mainframe-Umfeld

Eine spezielle Rolle im Mainframe-Umfeld kommt virtuellen Tape-Konfigurationen zu. Um den Vorteil des direkten Zugriffs der Platte für Backup und ausgelagerte Dateien zugänglich zu machen, aber andererseits ökonomisch mit dem genutzten Speicherplatz umzugehen, wird eine Technologie genutzt, die vermeidet, dass gleiche Datenstrukturen mehrfach gespeichert werden („Deduplication“). Dabei wird auf reale Tape-Laufwerke gänzlich verzichtet und die Backup-Dateien und die ausgelagerten Daten („migrated data sets“) werden auf Disks abgespeichert. Ein solches System simuliert Tape-Laufwerke gegenüber den angeschlossenen z/OS-Servern.

Automatische Tape Libraries und Virtuelle Tape Server nutzen aber – sinnvoll – weiterhin reale Bandlaufwerke und Kassetten, auf denen letztlich die Dateien abgelegt werden, nachdem die geschriebenen Tape-Daten durch einen vorgeschalteten Plattenpuffer gegangen sind. Über einen solchen Plattenpuffer können wieder virtuelle Tape-Laufwerke emuliert werden, die viele Tape-Laufwerke pro virtuellem Tape Server simulieren. Das eigentliche Backend besteht nur aus wenigen realen Kassettenlaufwerken, über die hochkapazitive Kassetten beschrieben werden. Diese realen Kassetten-Laufwerke sind in einem virtuellen Tape Server für das z/OS-Betriebssystem nicht sichtbar.

Storage Management Software

Das Data Facility Storage Management Subsystem (DFSMS/MVS) setzt heute den Standard der Storage Management Software, ohne die das Speicherwachstum in den vergangenen Jahren im Mainframe-Umfeld nicht administrierbar gewesen wäre. Die Anfänge von DFSMS/MVS gehen zurück bis in die frühen 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Damals haben Kunden und entsprechende Benutzerorganisationen einschließlich der IBM die Notwendigkeit für ein vollautomatisches Speichermanagement erkannt:

  • Rapides Speicherwachstum
  • Die TCO für Speicher eskalierten bereits in den Jahren ab Anfang 1980
  • „Storage keeps getting cheaper, but also harder to manage“, Datamation, 15.12.1985
  • GUIDE/SHARE fordert IBM in den Jahren 1983 bis 1985 auf, ein „policy based storage management“ anzubieten und definiert „requirements for futures of storage management“, GUIDE 1983
  • „Without improvements in methods, or the emergence of improved automated managers, the storage management forces will have to grow exponentially as the data grows“, GUIDE Paper, 15.11.1985
  • Internet, e-business, b-2-b interactions, life sciences, WEB 2.0, etc. tragen weiterhin zu einer verstärkten Explosion der Nachfrage nach Speicherkapazität bei, die verwaltet werden muss.

Automatisches Storage und Daten-Management wurde mit DFSMS/MVS realisiert und wird in den folgenden Abschnitten beschrieben.

Weiter mit: Data Facility Storage Management Subsystem

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