Anbieter zum Thema
Deduplizierung hat die Datenmenge beim Backup reduziert. Wird es in Zukunft möglich sein in einem deduplizierten Backup auch Replikation und Spiegelung zu integrieren, um so den Speicherverbrauch durch Datenkopien weiter zu reduzieren?
Sandra Adelberger: Technisch gesehen ist dies durchaus möglich, es ist allerdings eine Frage von Aufwand und Nutzen. Die reine VM-Replizierung ist heute bereits in Produkten wie Acronis Backup für VMware enthalten.
Eine auf einen weiteren Host replizierte VM kann auf diesem einfach gestartet (Failover) oder zurück repliziert (Fallback) werden. Diese Art der Wiederherstellung ist meist schneller als die Ausführung der VM aus ihrer Sicherung.
Eine weitere Replizierungsmöglichkeit zur zusätzlichen Absicherung ist die Replizierung der Backup-Dateien, wie sie beispielsweise in der Lösung Acronis Backup Advanced für VMware enthalten ist. Dabei können Backups auf bis zu 4 weitere Storage-Medien (z.B. in anderen Brandabschnitten) repliziert werden.
Im Gegensatz zu den softwarebasierten Acronis Lösungen bieten Unternehmen wie beispielsweise EMC Data Domain Systeme für deduplizierenden Storage an, inklusive entsprechender Replizierungsmöglichkeiten des gesamten Storagesystems.
Ob eine Replizierung des gesamten Backup-Storage auch irgendwann bei Acronis der Fall sein wird, dazu können wir derzeit noch keine Aussage treffen.
Angesichts einer durch moderne Prozessortechnik steigenden Anzahl von virtuellen Maschinen hat der klassische Backup-Prozess seine Grenzen erreichen. Fachabteilungen wollen bei SLAs mitbestimmen und selbst für die Datensicherheit ihrer Anwendungen sorgen. Wie sieht man das bei Ihrem Unternehmen?
Sandra Adelberger: Virtualisierung hat bereits seit einiger Zeit in SMBs Einzug gehalten. Die Cloud mausert sich gerade vom Trend zur Realität. Diese Veränderungen führen zu einer immer komplexer und vielfältiger werdenden IT-Infrastruktur. Häufig liegen Daten nicht mehr nur an einem Ort, sondern sind weit verteilt.
Eine moderne Data-Protection-Lösung muss diesen veränderten Anforderungen gerecht werden und dazu in der Lage sein mit dieser Vielfältigkeit umgehen zu können. Das heißt, die Daten müssen an beliebigen Orten jederzeit abgesichert werden können, egal ob in physischen, virtuellen oder Cloud-Umgebungen.
Trotz der steigenden Komplexität muss Backup und Recovery für den Administrator einfach bleiben. Eine intuitiv zu bedienende Oberfläche und ein schnelles Aufsetzen neuer Backup-Aufgaben ist daher für eine Data Protection-Lösung heute ein absolutes Muss.
Modernes Backup funktioniert angesichts von Funktionen wie Change Block Tracking (CBT) nicht ohne Festplatten. Und auch der Restore von Band dürfte sich angesichts Datenmenge und Verfügbarkeitsanforderungen überlebt haben. Stimmt das?
Sandra Adelberger: Changed Block Tracking (CBT) ist lediglich eine Methode Veränderungen an den aktiven Daten zu erfassen, um inkrementelles oder differentielles Backup zu ermöglichen, und hat keinerlei Einfluss darauf, welche Medien zur Backup-Ablage genutzt werden können.
Viele Software-Hersteller unterstützen dafür nach wie vor eine möglichst umfassende Palette an Technologien und Medien, um die verschiedensten Anforderungen von Unternehmen abdecken zu können. Die Anforderungen selbst haben sich im Laufe der Zeit verändert und Hersteller von Hard- und Software arbeiten kontinuierlich daran diese sich veränderten Anforderungen zu adressieren.
Auch die Rolle verschiedenster Storage-Medien hat sich im Laufe der Zeit verändert. So findet Tape heute beispielsweise vermehrt Einsatz in Bereichen bei denen Daten über einen langen Zeitraum aufbewahrt werden müssen (Stichwort: Compliance), da es nach wie vor eine kostengünstige Lösung zur Langzeitspeicherung ist.
Und auch die Ablage von großen Datenmengen ist mit entsprechenden Tape-Libraries durchaus performant durchführbar. Lediglich beim Gros der täglich anfallenden Wiederherstellungsaufgaben von kleinen, meist verteilten Datenmengen ist Tape durch seine sequentielle Natur eindeutig kein geeignetes Medium für die Ablage der primären Datensicherung.
(ID:43153337)