Datenrettung

Die Festplatte in der Socke und die Kamera unter Wasser

20.11.2006 | Redakteur: Bernd Schöne

Quelle: Kroll Ontrack
Quelle: Kroll Ontrack

Über Monaco kann man unbesorgt den Laptop fallen lassen und Shampoo im Getriebe hat noch keiner Festplatte geschadet. Vorausgesetzt, man hat fähige Datenretter an der Hand.

Kroll Ontrack hat die ungewöhnlichsten Recovery-Einsätze des Jahrs 2006 gesammelt. Die Beispiele sind nur bedingt zur Nachahmung empfohlen. Die Rechnung zahlt in jedem Fall Ihr Chef.

Die Top-Ten des Jahres 2006

Die Nummer 10. Wer wird denn gleich 300 Meter weit fallen?

Mitarbeiter eines weltweit operierenden Telekommunikationsunternehmens ließen einen Laptop-Rechner fallen, während sie über Monaco aus einem Hubschrauber heraus arbeiteten. Den Datenrettern gelang es, die wichtigen Dateien auf dem Notebook wiederherzustellen und über einen FTP-Server nach Hongkong zu schicken, wo sie schon am nächsten Tag bei einem Meeting benötigt wurden.

Die Nummer 9. Waschen, Legen, Föhnen

Für den Flug von London nach Warschau packte ein Passagier seinen Laptop und seine Hygieneartikel in ein und dieselbe Tasche. Doch unglücklicherweise lief die Shampoo-Flasche aus. Das Haarwaschmittel floss auch in den Computer und verursachte eine schwerwiegende Festplattenstörung. Um alle Daten retten zu können, mussten Techniker von Kroll Ontrack also selbst zum Waschdienst antreten: Eine ganze Reihe von Komponenten das Laptops waren zu säubern, damit das Laufwerk wieder funktionierte.

Die Nummer 8. Komisch ist was anderes

Auch dem britischen Komiker Dom Joly, Moderator und Miterfinder von Trigger Happy TV passierte 2006 das Missgeschick, dass er seinen Notebook-PC fallen ließ. Eine Festplatte mit fünftausend Fotos, sechstausend Liedern, einem halbfertigen Buchmanuskript und all seinen Artikeln für die Presse wollte daraufhin keine Daten mehr von sich geben. Durch Jolys Zeitungskolumne auf das Unglück aufmerksam geworden, nahm Kroll Ontrack Kontakt zu diesem Komiker auf und konnte seine Werke wiederherstellen.

Die Nummer 7. Im Dienste der Forschung

Eine führende britische Forschungsuniversität erlitt einen katastrophalen Datenverlust, nachdem in der Informatikfakultät ausgerechnet an einem Wochenende in den Morgenstunden ein Feuer ausgebrochen war. Qualm und Löschwasser beschädigten die IT-Geräte. Die Datenärzte wurden an den Ort des Geschehens gerufen und schafften es, dreißig Computern wieder Leben einzuhauchen. Daten mit einem Volumen von mehr als einem Terabyte wurden rekonstruiert.

Die Nummer 6. Vor gammligen Bananen wird gewarnt

Ein Kunde ließ auf seiner externen Festplatte eine alte Banane liegen, deren Inneres im Laufe der Zeit in das Laufwerk sickerte und dessen Schaltkreise ruinierte. Obwohl das Gerät nicht mehr rotierte, konnten Techniker von Kroll Ontrack es säubern und die Platine reparieren. Dank dieses Einsatzes drehte sich das Laufwerk lang genug, um die Daten zu retten. Die Banane hingegen ließ sich nicht mehr retten.

Die Nummer 5. Festplatten als Bremsklotz

Diese Missgeschicke passieren in jedem Jahr, und doch lernen die Menschen scheinbar nicht dazu. Sie lassen weiterhin Festplatten dort liegen, wo Fahrzeuge entlangrollen. 2006 stellten die Datenretter unter anderem die Daten von einem Laptop wieder her, der von einem Flughafen-Shuttlebus überfahren wurde. Eine weitere erfolgreiche Rettungsaktion galt mehreren externen Festplatten, die in einem Rucksack steckten, der seinerseits Opfer eines Lastwagens wurde.

Die Nummer 4. Zehnmal formatiert, keinmal gelöscht

Nicht ein Mal, nicht zwei Mal, sondern gleich zehn Mal formatierte ein Mann seine Festplatte neu. Erst dann bemerkte er, dass auf dem Gerät einige wichtige Daten lagen, die unter allen Umständen wiederherzustellen waren. Glücklicherweise benötigte Kroll Ontrack nur einen Versuch, um alles zu rekonstruieren.

Die Nummer 3. Findet Nemo

Als ein Kunde von seinem Traumurlaub auf Barbados zurückkehrte, musste er feststellen, dass auf Werbung leider nicht immer Verlass ist. Denn er konnte auf kein einziges der Bilder zugreifen, die er unter Wasser mit seinem angeblich für solche Zwecke tauglichen Fotoapparat aufgenommen hatte. Offenbar war die Kamera doch nicht so wasserdicht, wie es in der Produktbeschreibung geheißen hatte. Also mussten Techniker von Kroll Ontrack her, um all die Aufnahmen von tropischen Fischen zu retten, die für den Hobbyfotografen von so unschätzbarem Wert waren.

Die Nummer 2. Es läuft nicht wie geschmiert

Ein Universitätsprofessor vernahm ein quietschendes Geräusch aus dem Laufwerk seines neuen Arbeitsplatz-PCs. Um das nervtötende Problem aus der Welt zu schaffen, öffnete er das Gehäuse und besprühte das Innere des Geräts mit dem Allzweck-Kriechöl eines Markenherstellers. Zwar war anschließend tatsächlich kein Quietschen mehr zu hören, aber die Festplatte wollte auch nicht mehr booten. Die zur Hilfe gerufenen Experten brachten sie jedoch wieder in Gang und retteten die Daten des praktisch veranlagten Geisteswissenschaftlers.

Und schließlich, die Nummer eins unter den bemerkenswerten Datenkatastrophen des Jahres 2006…

Die Nummer 1. Eine Festplatte macht sich auf die Socken

Eigentlich waren die Begleitumstände des ursprünglichen Datenverlustes eher unspektakulär. Doch das Problem verschärfte sich, weil der Kunde das betroffene Laufwerk in einem Paar getragener Socken polsterte. Diese Verpackung bot während des Transports leider nicht den notwendigen Schutz, die Festplatte nahm sogar zusätzlichen Schaden, und die Wiederherstellung erwies sich als deutlich schwieriger als normal. Beim nächsten Mal wird der Mann sein Laufwerk gewiss feinsäuberlich in Luftpolsterfolie hüllen, aber in der Zwischenzeit konnten die Experten seine Daten nichtsdestotrotz erfolgreich retten.

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