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Von der Dokumentenverwaltung zum Unternehmensarchiv

Die kurze Geschichte von EDI, DMS, WCM, ECM und EIM

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Die Branche suchte nach Komplettlösungen für alle Anwendungsbereiche im Unternehmen. Die Anbieter gerieten so unter Druck und versuchten, das Problem durch Zukäufe zu erledigen. Es kam zu einer Reihe von spektakulären Firmenübernahmen und -Fusionen. So verleibte sich die IBM 2006 Filenet ein, nachdem zuvor schon Lotus, Tivoli und andere gekauft wurden. Speicherspezialist EMC sorgte mit der Übernahme von Dokumentum, Legato, OTG oder Ask one für Furore. Der Dritte im Bunde ist das Unternehmen OpenText, das unter anderem Hummingbird, iXos und Magellan aufkaufte und inzwischen als OEM-Lieferant für SAP tätig ist.

Nicht wiederfinden kann teuer werden

Trotz dieser Bemühungen sind Komplettlösungen aber noch nicht in Sicht und der Hunger der Anwender nach Zusatzfunktionen steigt. Sie wünschen sich einerseits eine bessere Integration der ECM-Pakete in ihre Anwendungsumgebung und andererseits mehr Funktionalität, etwa die automatische Klassifizierung der Dokumente oder die Einbindung in Wissens-Management-Systeme.

Neuere Ansätze verknüpfen Datenverwaltung mit Business-Intelligence-Lösungen zum Enterprise-Information-Management (EIM). Geschäftsinformationen sollen sich mit EIM-Techniken verwalten und an Business-Intelligence-Systeme weiterleiten lassen. Und einzig diese sind nach Analystenmeinung dazu in der Lage, in Krisenzeiten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu gewährleisten oder sogar zu steigern.

Allerdings gehen Unternehmen noch immer unprofessionell mit ihren Dokumenten um, behauptet zumindest John Mancini, Chef der Association for Information and Image Management (AIIM): In den USA gehen 7,5 Prozent aller Dokumente verloren, weitere drei Prozent werden falsch abgelegt. Unternehmen müssen 20 US-Dollar berappen, um ein Dokument abzulegen. 120 US-Dollar kostet es, ein falsch abgelegtes Schriftstück wieder zu finden und 220 US-Dollar fallen an, um ein Dokument wiederherzustellen.

Das Unternehmensarchiv – ein Outsourcing-Fall?

Kein Wunder also, dass viele Unternehmen ihr Dokumenten-Management gerne einem externen Dienstleister überlassen würden. Insbesondere die Archivierung wird schon heute häufig ausgelagert, allerdings nur von solchen Dokumenten, die nicht Teil des andauernden Unternehmensprozess sind – und die machen in deutschen Firmen rund 90 Prozent aus.

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