Herkömmliche Disaster-Recovery-Pläne haben Schwierigkeiten, der Komplexität von Cyberangriffen wirksam zu begegnen. Denn im Gegensatz zu Naturkatastrophen oder Hardware-Ausfällen erfordern diese vorsätzlichen Attacken ein sorgfältiger und stärker auf Datensicherheit ausgerichtetes Vorgehen. Ein dezidierter Cyber-Recovery-Plan, um Daten integer, unmanipuliert und Malware-frei wiederherzustellen und Folgeangriffe zu verhindern, ist unerlässlich. Dafür bietet unter anderem Commvault eine Cleanroom-Funktion an.
Die Wiederherstellung der Daten in einem virtuellen Cleanroom nach einem erfolgreichen Ransomware-Angriff soll verhindern, dass erneut Schad-Software ins System gelangt.
Obwohl Disaster-Recovery-Pläne eine Grundlage für die Reaktion auf Vorfälle darstellen, ist es alles andere als ausreichend, sich bei einem Cyberangriff auf sie zu verlassen. Bei der Disaster Recovery geht es in erster Linie darum, Systeme und Daten wieder verfügbar zu machen und die Ausfallzeit zu minimieren. Im Gegensatz dazu liegt ein weiterer Schwerpunkt bei der Cyber-Recovery darauf, den Angriff zu isolieren, Malware rückstandslos zu entfernen und das saubere Wiedereinspielen der Daten vorzubereiten.
Bildergalerie
Dabei müssen Verantwortliche jedes Element der IT von der Hardware über die Daten bis hin zu den Backups vor dem Wiederherstellen auf Infektionen untersuchen, da die Angreifer möglicherweise Schadware versteckt oder die Backup-Dateien verändert haben. Herkömmliche Disaster-Recovery-Pläne sind nicht in der Lage, die letzten noch sauberen Backup-Sätze effektiv zu identifizieren und wiederherzustellen. Ist mit einem infizierten Backup auch die Malware oder der Zugang eines Hackers zum System wiederhergestellt, kann sich die Infektion wieder ausbreiten. Außerdem müssen IT-Verantwortliche die von den Angreifern ausgenutzten Sicherheitslücken vor dem Einspielen des sauberen Backups patchen. Dies erfordert forensische Analysen und möglicherweise längere Sanierungsprozesse für eine nachhaltig verbesserte Sicherheitslage.
Für die Cyber-Recovery sind spezielle Tools für eine rückstandslos saubere Wiederherstellung erforderlich. Im Fall der Datenwiederherstellung ermöglicht es ein Cleanroom, der on demand in der Cloud eine isolierte Recovery-Umgebung und Sandbox-Funktionen bereitstellt, saubere Versionen von Daten aus nicht infizierten Backup-Quellen oder aus dem Snapshot eines noch nicht angegriffenen Backups zu extrahieren – selbst wenn Informationen auf Produktionssystemen gefährdet sind. Weil ein solcher digitaler Reinraum erst bei Bedarf erstellt wird, kann er durch Angriffe im Vorfeld nicht zu Schaden kommen. Was es noch nicht gibt, kann niemand angreifen.
Zudem bietet ein solcher digitaler „Reinraum“ einen kontrollierten Bereich für forensische Analysen, um die Ursache und den Verlauf eines Angriffs zu untersuchen sowie Folgeattacken verhindern zu helfen. Patches lassen sich ebenfalls hier testen. Auch können Verantwortliche in einem Cleanroom Cyberangriffe simulieren und flexibel sowie kostengünstig on demand ihre Notfallpläne testen. So erkennen sie präventiv potenzielle Schwachstellen und beheben sie. Nur mit regelmäßigen Testläufen können Sicherheits- und IT-Teams ihren Cyber-Recovery-Plan optimieren, damit dieser im Ernstfall wirksam ist.
Isolierte und unveränderbare Backups
Air-Gapping basiert auf sekundären oder tertiären Sicherungskopien von Quellumgebungen, sodass diese vom angeschlossenen Unternehmensnetzwerk aus unzugänglich sind. In Kombination mit Sicherheitskontrollen wie dem unveränderbaren Speichern der Backup-Daten, etwa durch das S3 Object Lock Feature von AWS, sowie Multifaktor- und Mehrpersonen-Authentifizierung bietet Air-Gapping eine hocheffektive Sicherheitsschicht und schafft die Grundlage, um im Fall eines Angriffs Daten aus sauberen und unversehrten Sicherheitskopien wiederherzustellen.
Denn durch Backups in einem unveränderlichen Format auf einer Speicherinfrastruktur, auf die von außen nicht zugegriffen werden kann, werden der Zugriff eingeschränkt und das Infektionsrisiko weitgehend ausgeschlossen. Während Air-Gapping die Daten in einer separaten Sicherheitsdomäne isoliert, sorgt die Unveränderlichkeit dafür, dass die Kopien unter Verschluss gehalten werden und von einem Angreifer nicht verschlüsselt, geändert oder gelöscht werden können.
Auf diese Weise erhalten IT-Teams eine saubere, nicht infizierte Kopie, von der aus sie die Produktionsumgebung wiederherstellen und Betriebsunterbrechungen minimieren können. Für eine flexiblere Recovery können alle Offsite-Kopien an alternativen Standorten wiederhergestellt werden, wenn die ursprüngliche Umgebung nicht mehr verfügbar oder gefährdet ist.
Recovery Point Objective (RPO) und Recovery Time Objective (RTO) sind grundlegende Messgrößen bei der Disaster Recovery, die hinnehmbare, weil hinzunehmende Datenverluste und Wiederherstellungszeiträume definieren. Im Fall eines Cyberangriffs kann es jedoch schwierig sein, saubere Daten von potenziell infizierten Backups zu identifizieren und zu isolieren, was es erschwert, einen eindeutige RPO festzulegen. Auch kann die notwendige Zeit zum Überprüfen, Beheben von Sicherheitsrisiken und Wiederherstellen von Daten je nach Komplexität und Umfang des Angriffs erheblich variieren. Einen RTO fest anzusetzen, mag daher irreführend und kontraproduktiv sein.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Er ist aber auch nicht unbedingt relevant: Zwar ist es wichtig, den Datenverlust zu minimieren, doch bei der Cyber-Recovery geht es in erster Linie darum, Informationen, Systeme und Applikationen zu sichern und weitere Angriffe zu verhindern. Aus diesem Grund verlagern CISOs ihren Fokus auf die Maximum Allowable Downtime (MAD) oder die Maximum Tolerable Downtime (MTD). MAD oder MTD bieten eine ganzheitlichere Perspektive auf die Cyber-Resilienz.
Statt sich nur darauf zu konzentrieren, Daten und Systeme bis zu einem bestimmten Punkt wiederherzustellen, wird damit die maximale Dauer des Ausfalls definiert, die ein Unternehmen ohne erhebliche Schäden verkraften kann. Diese Methode berücksichtigt den gesamten Lebenszyklus der Incident-Response, vom ersten Angriff bis zur vollständigen Wiederaufnahme des Betriebs, einschließlich der Effekte auf Anwender, Prozesse und Technologien.
Gegen Hacker hilft nur ein Extra-Backup
Einen dezidierten Cyber-Recovery-Plan zu implementieren, ist entscheidend für eine erfolgreiche und sichere Wiederherstellung im Angriffsfall. Mit Technologien wie Cleanroom-Recovery und Air-Gapping sowie geeigneten Messgrößen wie MAD oder MTD können Unternehmen eine hohe Resilienz gegenüber Cyberangriffen erreichen und deren Konsequenzen im Ernstfall so gering wie möglich halten.
Bildergalerie
Cyber-Resilienz vom Commvault
Im Frühjahr 2024 hat Commvault „Cleanroom Recovery“ angekündigt. „In Kooperation mit Microsoft Azure können Commvault-Cloud-Kunden diesen Dienst nutzen, um in einem Reinraum in der Cloud Daten wiederherzustellen und so Daten schnell reibungslos sowie zuverlässig wiederherzustellen“, sagte Sanjay Mirchandani, Präsident und CEO von Commvault. Dieses Angebot eigne sich vor allem für Kunden, die routinemäßig Incident-Response-Tests durchführen möchten.
„Das Erreichen einer Cyber-Resilienz auf Enterprise-Niveau ist mehr als der Bau höherer Mauern oder tieferer Schutzgräben. Es erfordert einen neuen Ansatz, der die gesamte Landschaft ganzheitlich betrachtet, von erstklassigem Datenschutz und Sicherheit bis hin zu KI-gestützter Datenintelligenz und sehr schneller Recovery“, konstatierte Mirchandani. „Mit diesen fortschrittlichen Funktionen und einem reichhaltigen und wachsenden Partner-Ökosystem ist unsere konsolidierte Plattform ein Standard für Cyber-Resilienz.“
Aktuelles eBook
Storage-Security – wie sichern Unternehmen ihre Daten ab?
eBook „Storage-Security“
(Bild: Storage-Insider)
Sich mit der Sicherheit von Storage-Systemen zu beschäftigen, ist heute notwendiger denn je. Neun von zehn Unternehmen wurden bereits mit Ransomware angegriffen. Einen Überblick über Schutzmaßnahmen und -technologien bietet dieses eBook.