In&Out-Benchmark-Test von RAID-10 und RAID-5 gegen SSD bei Oracle-Datenbanken

EMC Clariion gegen TMS Ramsan-20

11.12.2009 | Autor / Redakteur: Volker Richert / Rainer Graefen

Anders als häufig behauptet, lassen sich Datenbanken nicht tunen, indem man die Redo-Logs auf SSD auslagert.
Anders als häufig behauptet, lassen sich Datenbanken nicht tunen, indem man die Redo-Logs auf SSD auslagert.

Die Umsätze mit Solid State Disks bewegen sich noch in homöopathischen Bereichen. Aber schon heute stricken viele Marketing-Abteilungen an den Großtaten, die sich mit dem Einsatz von SSDs bewerkstelligen ließen. Ein Benchmarking im Datenbank-Umfeld lotet Einsatzszenarien dieser Technik für Unternehmen aus.

Laut den Marktanalysten von Gartner sind im letzten Jahr rund 70.000 Solid State Disks (SSDs) abgesetzt worden, 2009 sollen es bis zu 300’000 Stück sein. Verbaut werden die robusten und schnellen Halbleiterfestplatten bisher vor allem in Notebooks.

Inzwischen setzen zwar nahezu alle Speicherhersteller auf SSD – auch im Enterprise-Bereich. Trotzdem wird die seit 2007 verfügbare Technik von Unternehmen nur zögerlich genutzt. Dies obwohl SSDs ohne rotierende Scheiben oder andere beweglichen Teile auskommen und stattdessen Halbleiterbausteine wie etwa Flash nutzen.

Damit liefern sie hohe Robustheit gegen Erschütterungen, kurze Zugriffszeiten – also weder Verzögerungen beim Such- (seeking) noch beim Lesevorgang (rotational delay) – und einen niedrigen Stromverbrauch.

Teure Hardware für preiswerte I/Os

Allerdings sind SSDs im Vergleich mit traditionellen Storage-Disks noch sehr teuer. Für Unternehmen ist es deshalb interessant zu erfahren, unter welchen Umständen SSD-Technik trotzdem sinnvoll ist, wo sie ihre Stärken voll ausspielen kann und auch bezüglich Kosten zu einer echten Alternative zu traditioneller Speichertechnik wird.

Um diese Fragen zu klären, führte das herstellerunabhängige Zürcher IT-Beratungs- und Engineering-Unternehmen In&Out kürzlich eine vergleichende Analyse in einer OLTP-Umgebung (Online Transaction Processing) für Oracle-Datenbanksysteme und Geschäftsanwendungen durch.

Im Luzerner Datenzentrum des Schweizer Krankenversicherers CSS wurde das von In&Out konzipierte Benchmarking realisiert und ausgewertet. Dabei wurde von Anfang an darauf geachtet, dass die Ergebnisse als Wegweiser auch für Unternehmen anderer Branchen zu lesen sind.

Die Testumgebung

Für den Vergleich standen als SSD-Storage die Ramsan-20-PCI-Karte von Texas Memory mit einer Kapazität von 450 GByte Flash-Speicher sowie die externe SAN-Lösung Ramsan-300 mit 32 GByte den konventionellen Clariion-CX3-Speichern von EMC mit 20 Disks gegenüber.

Die von In&Out entwickelte Oracle Benchmarking Suite misst Schlüsselindikatoren einer Oracle-Datenbank über rund 50 vordefinierte Tests. Sie ermöglicht auch für die zugrunde liegende Plattform Detailmessungen. Die Leistungszahlen sind dabei reproduzierbar.

Auf den Prüfstand kam die Leistungsfähigkeit in zwei unterschiedlichen Szenarien: Einerseits die Platzierung der Redo-Logfiles von Oracle auf SSD-Storage und andererseits diejenige der vollständigen Datenbank auf SSD-Storage, jeweils im Vergleich mit einem konventionellen Setup.

Mit dem Test der Redo-Logs – sie nehmen die Datenblockänderungen von Transaktionen auf und dienen zu deren Wiederherstellung – sollte festgestellt werden, ob durch die Verwendung von SSD-Storage ausschliesslich für die Performance-kritischen Oracle-Transaktionsprotokolle Leistungsvorteile erzielt werden können.

Im zweiten Szenario wurde untersucht, ob die Installation der kompletten Datenbank auf SSD-Storage eine Leistungssteigerung bringt.

weiter mit: Keine signifikanten Vorteile für Redo-Logs auf SSD

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