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Festplatten kommen wesentlich schneller in den I/O-Sättigungsbereich
Konkret zeigt sich das beim zufälligen Lesen von Blöcken. SSDs sind hierbei erheblich schneller als konventionelle Speicher. Massgeblich verantwortlich dafür sind die schnelleren I/O-Servicezeiten. Der Leistungszuwachs liegt bei der für Oracle relevanten Blockgrösse von 8 KB bei Faktor zwei.
Schreibzugriffe auf Disks weisen bis zur Sättigung ähnliche Servicetimes wie SSD-Storage auf. Irgendwann führt das Zurückschreiben der Daten bei der physischen Disk zu Engpässen, während SSD-Storage weiterskaliert.
Somit wird mit der für Oracle relevanten Blockgrösse von 8 KByte der acht- bis 17-fache Durchsatz im Vergleich zu einer Disk-basierten RAID-10- oder RAID-5-Implementation erreicht.
Sequenzieller Gleichstand
Um mit konventionellem Storage die gleiche Schreibleistung wie die Ramsan-20 zu erreichen, müssten auf der Clariion CX-3 theoretisch 172 physische Disks in einer RAID-10-Konfiguration respektive 350 Disks in einer RAID-5-Konfiguration zum Einsatz kommen.
Beim sequentiellen Lesezugriff hat SSD-Speicher wie in der Ramsan-20 den grossen Nachteil, dass der Memory-Zugriff nur in vier Kilobyte Blöcken erfolgen kann, während im herkömmlichen Storage ein Megabyte und mehr mit einem einzigen I/O gelesen werden kann. In diesem Szenario hat SSD-Storage also sogar einen Nachteil gegenüber herkömmlichem Storage.
Bei der sequentiellen Schreibleistung sind SSD- und RAID-Storage nahezu gleichwertig. Im Oracle-Test kann der SSD-Storage vor allem mit der sehr hohen Anzahl der verarbeiteten Random-I/Os glänzen.
So lässt sich bei den für Oracle sehr typischen Änderungen an einzelnen Datenelementen eine nahezu lineare Skalierung bei SSD-Storage feststellen. Der Durchsatz der verarbeiteten Datenbankzeilen liegt im Vergleich zu RAID-Storage um den Faktor sechs höher.
Komplette Datenbank auf SSD-Storage zahlt sich aus
Die Kosten von SSD-Storage pro Gigabyte Kapazität liegen zwar deutlich höher als bei herkömmlichem Storage. Geht es jedoch um die I/O-Leistung von zufälligen Read- und Write-Operationen, so muss für eine mit SSD-Storage vergleichbare Leistung eine Unzahl physischer Disks genutzt werden, die dann nur zu einem Bruchteil gefüllt sind.
In diesem Fall liegen die Kosten bei herkömmlichem Storage um den Faktor 10 bis 30 höher als bei SSD-Storage. Ist die Anzahl der I/Os der limitierende Faktor, lohnt sich also der Einsatz von SSD-Storage auch finanziell.
Sofern bestimmte Prozesse mit einer sehr hohen Last von kleinen und zufälligen IOs identifiziert und auf SSD umgelagert werden können, ist SSD-Storage die optimale und kostengünstige Ergänzung im Storage-Portfolio eines Unternehmens.
Oder kurz zusammengefasst: Herkömmliche Disk-Storage bietet hohe Speicherkapazitäten, SSD-Storage dagegen hohe Speicherleistung.
Volker Richert ist IT-Journalist in Zürich und schreibt für das Swiss IT Magazin
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