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Strategische Wende

EMC rückt Data Domain in das Zentrum der Datensicherung

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Natürlich hat EMC nicht vergessen, das neue Data Domain auch für Big-Data-Anwendungen vorzubereiten. So können Daten aus „SAP HANA Studio” über NFS an Data-Domain-Systeme übertragen werden. Im Einzelnen spricht EMC von diesen Vorteilen: DBA-Control von Backup und Recovery über SAP HANA Studio, deutlich niedrigere Anforderungen an die Backup-Prozesse sowie schnelle und sichere Replikations- und Disaster-Recovery-Prozesse über das Netz.

DD Boost unterstützt jetzt auch Oracle Exadata und SAP on Oracle. Bei Exadata wurde diese Software laut EMC als erste Deduplication-Lösung für das von Oracle eingeführte hauseigene Exadata-Backup zertifiziert. Sie verfügt über DBA-Control für Backup und Disaster Recovery. Und bei SAP on Oracle dient Boost ebenfalls zur Verbesserung der Backup- und Disaster-Recovery-Prozesse. EMC hatte DD Boost im Mai 2010 eingeführt, um die Zusammenarbeit zwischen Backup-Software und Deduplication zu verstärken. Dazu werden Teile des Deduplikationsvorgangs an den Backup-Server übergeben: In der Folge lässt sich laut EMC die Netzlast verringern, während gleichzeitig Backup und Deduplication um bis zu 50 Prozent beschleunigt werden können.

Neuerungen bei Avamar und bei Networker

Für die Data Protection Suite führt EMC darüber hinaus Neuerungen bei Avamar und bei Networker ein, die vor allem die verstärkte Integration von Primary Storage und Datensicherung betreffen. Beide Programme sollen für VMware-Umgebungen und Enterprise-Anwendungen optimiert werden.

Mit Avamar 7 sind ab jetzt auch Dateisystem- und NAS/NDMP-Backups möglich. Die ursprüngliche Deduplizierungslösung unterstützt damit Workloads in Rechenzentren, die über Data-Domain-Systeme laufen. EMC spricht nun von einer „Kombilösung“, die „Schutz für alle wichtigen Workloads in Rechenzentren“ bieten soll.

Auch bei virtuellen Maschinen wird die Verzahnung von Data Domain und Avamar enger. Laut EMC können VMs von einem Data-Domain-System „in unter zwei Minuten gebootet und in Betrieb genommen werden“. Der neue VMware vSphere Webclient ermögliche es außerdem VMware-Administratoren, Backups und Recovery „mit Avamar aus der gewohnten Umgebung heraus zu steuern.“

Avamar-Funktionen für NetWorker 8.1

NetWorker 8.1 nutzt nun ebenfalls Avamar-Funktionen in virtuellen Umgebungen. Des Weiteren wurden dem betagten Programm Snapshot-Tools und Autodiscovery spendiert. Backups sollen zukünftig wegen der engeren Integration mit Data-Domain-Systemen und besonders dem DD-Boost-Support über Fibre Channel um 50 Prozent schneller sein.

Was sich an vielen Stellen lediglich wie ein Potpourri aus da und dort verbesserten Functions and Features ausnimmt, ist dennoch Ausdruck einer strategischen Wende, die EMC gerade auf der Software-Seite bei Backup und benachbarten Programmen vollzieht. Im Interview betont EMC-President und COO David Goulden, dass man bei EMC zwar keine Revolution, aber immerhin eine Evolution bei den Speicher-Programmen vollziehe.

Die notwendige Anpassung sei der Tatsache geschuldet, dass große Software-Anbieter wie Oracle, SAP und andere immer mehr Backup-Funktionen in ihre Programme aufgenommen hätten. Diese Entwicklung könne man nicht einfach ignorieren. Als Storage-Marktführer verfüge man über die nötigen Kapazitäten, die eigenen Datensicherungsprogramme schrittweise umzubauen und so für Oracle-, SAP- oder IBM-Software-Kunden weiterhin attraktiv zu machen. Kleinere Backup- oder Dedup-Anbieter, die diese Entwicklung verschlafen würden, wären bald weg vom (Backup-)Fenster, betonte Goulden.

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