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Dr. Walter Dey, Cisco, zu I/O-Konsolidierung im Rack mit FCoE

„Fibre Channel over Ethernet senkt die Kosten bei der Verkabelung“

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Welche Management-Teile sind das?

Dey: Wenn Sie Fibre Channel over Ethernet betrachten, so besteht dieses Protokoll eigentlich aus zwei Teilen: aus FCoE und aus FIP, dem FCoE Initialization Protocol. Wenn man über FCoE spricht, dann ist das Datentransport-Protokoll gemeint, in dem beispielsweise festgelegt wird, wie Frames gekapselt werden oder wie der Frame-Header aussieht. Beim FIP geht es um die Initialisierungsphase, also wie ein Host mit FCoE-Adapter einen FCoE-Switch findet und umgekehrt.

Welche Aufgabe übernimmt das FIP genau? Können Sie das bitte näher erläutern?

Dey: Es gibt einen großen Unterschied zwischen Fibre Channel und Fibre Channel over Ethernet. Wenn Sie einen FC-Knoten mit einem FC-Switch verbinden, dann geschieht das immer mit einem Kabel, etwa einer Multimode-Faser. Bei FCoE kann es aber sein, dass ein Knoten mit einem Converged Network Adapter nicht direkt an einen FCoE-Switch angeschlossen ist. Sowohl der FCoE-Switch als auch der FCoE-Node sind an die Ethernet-Wolke angeschlossen. Das FIP beschreibt nun, wie der Knoten diese Komponente findet – etwa mit Multicast oder Hello-Messages.

Warum setzt man hier nicht auf Nameserver wie beim Fabric-Protokoll?

Dey: Doch, die sind ebenfalls enthalten und kommen später zum Zuge, nachdem eine logische Verbindung aufgebaut ist. Danach laufen die bekannten FC-Protokolle wie flogi und plogi ab. Man darf aber nicht vergessen: FCoE setzt voraus, dass darunter zum Transport ein Data Center Ethernet läuft, also ein verlustfreies Ethernet. Und hier reden wir nicht von einem Standard, sondern von etwa vier bis fünf. Das bedeutet zudem, dass die beiden Standardisierungsgremien IEEE und IETF involviert sind. Und zeitlich haben wir durch diese Verzahnung den Horizont, dass diese Gremienarbeit erst 2009 fertig gestellt sein wird. FCoE ist also FC, transportiert über ein verlustfreies Ethernet mit heute zehn Gigabit und 40 Gigabit 2011.

Welcher Standard ist hier am wichtigsten?

Dey: Der wichtigste Standard ist die Priority Flow Control, PFC, IEEE 802.1Qbb, die festlegt, dass man die physikalische Ethernet-Verbindung in acht virtuelle Lanes, also Leitungen, aufteilt. So kann dann beispielsweise eine Leitung für FC-Traffic und eine andere für den IP-Verkehr, Best Effort, zur Verfügung gestellt werden. Andere Leitungen könnten beispielsweise für NFS, iSCSI oder IP Backup konfiguriert werden.

Ein weiterer Standard ist ETS, Enhanced Transmission Selection:Priority Groups IEEE 802.1Qaz, der die Zuweisung einer garantierten Bandbreite für die Lanes definiert.

Weiter mit: Wird FCoE erst 2010 oder 2012 zur Verfügung stehen?

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