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Vergangenes Jahr habe ich mit einem Kollegen von Ihnen gesprochen. Er sagte, dass die FCoE-Port-Treiber erhebliche Energiemengen verbrauchten. Er sprach von etwa zwölf Watt pro Switchport gegenüber einem bis zwei Watt Verbrauch bei Fibre Channel. Ist das noch immer so?
Dey: FCoE-Ports gegenüber FC-Ports? Das kann ich so nicht bestätigen! Was ich aber sagen kann: Die erste CNA-Netzwerkadaptergeneration hatte mit 22 Watt einen hohen Leistungsbedarf. Das liegt daran, dass diese Generation aus diskreten Komponenten für die diversen Protokollumsetzungen aufgebaut ist. Die zweite Generation wird nur noch aus einem ASIC bestehen, wodurch sich die Leistungsaufnahme sehr stark reduziert – wahrscheinlich auf sieben bis acht Watt.
Ein kleiner Schwenk: Wie ist Ihr Urteil zu iSCSI? Hat das was im Rechenzentrum zu suchen?
Dey: Durchaus! Ich sehe iSCSI als Lösung für den KMU-Bereich. Allein schon aufgrund der Kosten von Fibre Channel verglichen mit Ein-Gigabit-Ethernet. Der Kostenunterschied ist aus meiner Sicht das Hauptargument für iSCSI. Selbst wenn Sie nur die Kosten für einen 24-Port-FC-Switch mit einem 24-Port-Ethernet-Switch vergleichen. Das ist ein großer Unterschied.
Aber damit erkauft man sich Performance-Nachteile. Mein Eindruck ist: Die Leute verzichten gerne darauf, wenn sie merken, dass iSCSI so langsam ist.
Dey: Ich habe andere Erfahrungen gemacht. Ich habe Tests bei Kunden gemacht und sie sind aus allen Wolken gefallen. Es ist meiner Meinung nach Folgendes zu berücksichtigen: Bislang wurden aus Kostengründen etwa 90 Prozent der iSCSI-Targets, der iSCSI-Disk-Subsysteme, auf einem oder mehreren Ein-Gigabit-Ports gefahren, nicht aber auf 10-Gigabit. Ein PC hat heute beispielsweise einen Ein-Gigabit-Schnittstellenadapter. Wenn Sie nun 20 oder 100 dieser iSCSI-Initiatoren einsetzen und darüber hinaus Ihr Disk-Subsystem mit einem Gigabit angebunden ist, muss das ja zwangläufig zu einem Bottleneck führen. Heute sind iSCSI-Disk-Subsysteme mit 10G-Ethernet-Anschlüssen auf dem Markt verfügbar.
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