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Ist denn die Verkabelung so kostspielig?
Dey: Ja! Wir haben das einmal bei Cisco IT durchgerechnet. Sowohl für uns selbst als auch für Kunden. Die Verkabelung ist ein unterschätzter Kostenfaktor!
Ich hab es mir so gedacht: Ich habe Glasfaser im Rechenzentrum meines Betriebes liegen und ich habe einige optische Kanäle, die ich sogar getrennt verwenden kann.
Dey: Das Problem ist, dass Sie dabei an Ein-Gigabit-Ethernet denken. Wir haben jedoch viele Kunden, die Bladesysteme von beispielsweise HP und oder IBM einsetzen und auf ihnen 20 oder 30 Virtuelle Maschinen pro Blade fahren. Vor einiger Zeit waren die CPU und vor allem das Memory ein Bottleneck, heute ist es vor allem beim I/O, speziell im Ethernet, also im IP-Bereich!
Normalerweise sind Sie bei Fibre Channel mit vier Gigabit gut bedient. Aber im Blade Chassis ist die Anzahl der Mezzanine-Karten, die Sie montieren können, limitiert. Ich betreue große Kunden, die mir gesagt haben, dass sie diesen Flaschenhals beseitigen wollen. Und zwar am besten mit Infiniband. Ein Vorteil ist, dass Infiniband eine größere Bandbreite bietet. Aber es hat auch mehrere Nachteile: Spezielle Kabel und Stecker, Gateways von Infiniband zu FC beziehungsweise Ethernet und vor allem Software-Treiber, zum Beispiel spezielle FC-über-Infiniband-Treiber. Jetzt fragen Enterprise-Kunden: Hat mein Speichersubsystem-Lieferant das zertifiziert? Das wiederum lässt sich klar mit nein beantworten. Und damit ist das Thema meistens vom Tisch.
Um auf Ihren Einwand mit der billigen Verkabelung zurückzukommen: Viele Kunden wollen auf eine Serveranbindung mit 10-Gigabit-Ethernet umsteigen. Hier ist das Problem, dass optische Komponenten wie SW SFP+ sehr teuer sind. Wir sprechen hier von 1.700 bis 1.800 US-Dollar Listenpreis. Sie brauchen aber immer zwei Module, eins auf der einen und eines auf der anderen Seite. Das geht letztlich ins Geld.
Im Rack können wir nun eine neue Art der Verkabelung nutzen, Kupfer-Twinax-CX1-Kabel. Bei Infiniband hingegen bräuchte man CX4-Kabel mit vier Lanes und speziellen Steckern. CX1-Kabel werden mit einem, drei, fünf oder sieben Metern Länge und einer Bitfehler-Rate von besser als 10E-17. Sie werden typischerweise innerhalb des Racks eingesetzt oder von einem Rack zum nächsten. Cisco und auch andere Ethernet-Anbieter wie zum Beispiel Arista Network gehen diesen Weg, da diese Kabel mit etwa 100 US-Dollar sehr günstig sind. Damit wird die Anbindung von Servern ans 10-Gigabit-Ethernet sehr günstig.
Weiter mit: Verbrauchen FCoE-Ports mehr Energie als herkömmliche FC-Ports?
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