Moderne Speicherplattformen

Flash, Cloud und Hybrid gehören zusammen

| Autor / Redakteur: Jürgen Krebs* / Dr. Jürgen Ehneß

Mit der richtigen Technologie entspannt in die Zukunft – auch die Anpassung auf die individuellen Bedürfnisse ist entscheidend.
Mit der richtigen Technologie entspannt in die Zukunft – auch die Anpassung auf die individuellen Bedürfnisse ist entscheidend. (Bild: ©vladimircaribb - stock.adobe.com)

Flash ist nicht gleich Flash, ebenso wie Daten nicht gleich Daten sind. Jürgen Krebs von Hitachi Vantara erläutert den richtigen Einsatz der Technologie – und die weiteren Faktoren einer IT- und Storage-Umgebung.

Flash-Technologie rückt die klassische Festplatte immer stärker auf das Abstellgleis. Es gibt übrigens Zeugen dafür, dass ich bereits 2011 diese Entwicklung für das Jahr 2016 vorhergesagt habe – und damit deutlich weniger weit danebengelegen habe als die meisten Branchen-Auguren. Grund für meine Annahme war damals vor allem die Preiserosion bei den Flash-Modulen, die mich an der Sinnhaftigkeit der Produktion der damals angekündigten schnelldrehenden „15K“-Platten, also Harddisks mit 15.000 Umdrehungen pro Minute, zweifeln ließen. Am Ende ging die Wachablösung sogar schneller vonstatten, vor allem, weil mit dem Aufkommen des Internets der Dinge (IoT) die zu speichernden Datentypen immer kleiner wurden.

Flash und Tiering definieren Storage

Wenn am Markt über Flash gesprochen wird, sind damit meist Solid State Disks (SSDs) gemeint. Aber speziell im Enterprise-Umfeld ist Flash nicht gleich Flash: In unseren professionellen Storage-Systemen kommen beispielsweise spezielle Flash-Module mit höchster Performance zum Einsatz, die bereits „On Board“ komprimieren und damit die Last auf die Speichersysteme massiv reduzieren. Neben dem „Tier-1“-Speicher könnte man in diesem Zusammenhang von „Tier-0“ sprechen. Enterprise-Flash-Systeme verhalten sich zu haushaltsüblichen SSDs ungefähr so wie ein Honda NSX zu einem Nissan Micra, um in dieser Formulierung bei unseren japanischen Wurzeln zu bleiben.

Allerdings darf an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass mehr Leistung immer noch erkauft werden muss. Oder um in oben genanntem Beispiel zu bleiben: Zum Einkaufen oder im Stadtverkehr kann ein Micra trotz des geringeren Preises durchaus das geeignetere Fahrzeug sein.

Bezogen auf Storage stehen Unternehmen vor der Herausforderung, jeder Anwendung die am besten passende Speichertechnologie an die Seite zu stellen und damit die Balance zwischen Kosten und Nutzen einzuhalten. Wie auch bei den klassischen Mischungen zwischen SSDs und Harddisks ist ein automatisches Tiering der Schlüssel zur kosteneffizienten Produktion.

Das vor allem durch das IoT stark wachsende Volumen kleiner bis kleinster Datenpakete profitiert stark von Hochleistungs-Flash-Modulen. Angebunden werden diese Module heute mehr und mehr über NVM Express (kurz NVMe). Da die entsprechenden Anwendungen aufgrund der hohen Flexibilität heute häufig „containerisiert“ sind, sind die Anforderungen an die Speichersysteme und deren Stabilität und Aufrüstbarkeit enorm hoch. Die IT-Produktion muss neben IoT-Daten noch Container und Objektdaten „verstauen“ sowie Mainframes bedienen – und das alles selbstverständlich performant und gemäß der mit dem Abnehmer vereinbarten Service-Level-Abkommen. Um dieses hehre Ziel zu erreichen, setzt die IT zunehmend auf Enterprise-Plattformen mit automatisiertem Management. Unterstützend kommen dabei immer häufiger KI-Engines zum Einsatz, um das Fehlerrisiko zu minimieren und gleichzeitig die Belastung der Administratoren einzudämmen.

Es gibt nicht nur eine Cloud

Sind Systeme so flexibel und leistungsfähig, wie im oben beschriebenen Beispiel aufgebaut, verfügen Kunden über eine gesunde Basis, um selbst zu entscheiden, wie sie den Weg in die Cloud finden wollen: On Premises oder Off Premises. Durch die Erweiterung einer vorhandenen Enterprise-Plattform durch objektbasierten Speicher kann beispielsweise das klassische Thema Backup/Restore abgebildet und dabei gleichzeitig eine eventuell noch im Einsatz befindliche Tape-Library abgelöst werden. Weitere mögliche Szenarien wären:

  • WORM („Write Once, Read Many“, also das einmalige Schreiben eines Datenzustandes, der danach beliebig oft gelesen werden kann),
  • eine Ablage, die dem Standard „PSD II Durable Media“ der Zahlungsrichtlinie PSD 2 entspricht,
  • Datenlöschung gemäß gesetzlicher Vorschriften oder
  • der Einsatz als Big-Data-Pool.

Heute ist nicht klar, welche Anforderungen der Gesetzgeber oder der Markt künftig an die Datenspeicherung stellen. Aber mit einer modernen Plattform wie beispielsweise der Hitachi Content Platform (HCP) können Unternehmen gelassen in die Zukunft blicken. Das System stellt „out of the box“ eine Enterprise-Collaboration-Umgebung bereit, ohne dabei die Kontrolle über die eigenen Daten aufzugeben, wie das bei einem Online-Cloud-Speicher der Fall wäre. Solche in die Enterprise-Plattform nahtlos integrierten „On-Premises-Clouds“ bieten darüber hinaus die Option, mit Cloud-Technologie zu „üben“, ohne Risiko zu laufen, relevante Unternehmensdaten preiszugeben. Für das Controlling lässt sich dieses Modell sehr genau kalkulieren; erfahrungsgemäß liegen die Kosten bei den meisten Anforderungen unter denen der großen Online-Cloud-Anbieter, zum Teil sogar deutlich. Und das bei maximaler Kontrolle und Management durch die eigenen Teams.

Hybride Clouds entwickeln sich zu „State of the Art“

Aber natürlich gilt auch hier nicht „One Size Fits All“ – in zahlreichen Szenarien kann es durchaus Sinn ergeben, das Risiko gezielt zu verteilen und die IT-Infrastruktur als Mischung aus On- und Off-Premises-Komponenten zu konzeptionieren, wobei auch durchaus mehrere Clouds miteinander kombiniert werden dürfen. Unternehmen müssen dabei den Spagat üben, einerseits ihre wichtigen Unternehmensdaten wie einen Schatz zu hüten, sie aber gleichzeitig für ihre Mitarbeiter effektiv nutzbar zu machen.

Jürgen Krebs, CTO, EMEA Central Region Hitachi Vantara.
Jürgen Krebs, CTO, EMEA Central Region Hitachi Vantara. (Bild: Hitachi Vantara)

Aktuell gibt es einige Anbieter im Multi-Cloud-Umfeld; hierbei sticht REAN mit seinem ganzheitlichen Ansatz zu Migration, Management/Operations und APP-Modernisierung hervor. Hier kann sehr schnell ein Weg in die Cloud – und auch wieder zurück – gewählt werden, und das in höchster Geschwindigkeit. Insbesondere der unverbaute Rückweg spielt eine wichtige Rolle, wenn Unternehmen flexibel monetäre Vorteile in der Produktion umzusetzen wollen, indem sie beispielsweise eine Migration anstoßen, wenn sie auf einer anderen Plattform schneller oder günstiger produzieren können. Viele Ansätze sind hier denkbar und auch verfügbar. Wichtig ist aber mit Blick auf ein gesetztes Ziel immer eine individuelle Abstimmung und Anpassung – und nicht zuletzt eine Enterprise-Plattform, die alle Schritte mitgeht.

*Der Autor: Jürgen Krebs, CTO, EMEA Central Region Hitachi Vantara

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