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Mobile Devices, die sich auskennen GPS-System mit zentimetergenauer Ortung

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Rainer Graefen

Forscher der University of Texas in Austin haben ein neuartiges GPS entwickelt, das Genauigkeit bis auf den Zentimeter verspricht. Selbst mit günstigen Antennen, wie etwa in Smartphones, könnte damit eine enorme Verbesserung der Positionsbestimmung möglich sein.

Bald kein Zweitgerät mehr nötig: Mit dem GRIP genannten System sollen selbst Smartphone-Antennen eine zentimetergenaue GPS-Ortung zustande bekommen.
Bald kein Zweitgerät mehr nötig: Mit dem GRIP genannten System sollen selbst Smartphone-Antennen eine zentimetergenaue GPS-Ortung zustande bekommen.
(Bild: Mike Babcock/Flickr (Smybolfoto))

Das GPS-basierte Positionierungssystem könnte nach Ansicht der Forscher des Cockrell School of Engineering der University of Texas auch dafür dienen, um mittels Flugdrohnen punktgenaue Lieferungen zustellen zu können. So wäre es etwa möglich, Pakete direkt an einem bestimmten Punkt auf dem heimischen Balkon zu senden.

Punktgenaue Postwurfsendung

Weitere Einsatzmöglichkeiten wären Technologien zur Kollisionvermeidung im Automotive-Bereich. Die Entwickler könnten sich ihr neues System auch als leichtgewichtige Lösung für Virtual-Reality-Anwendungen im Freien vorstellen.

Zwar existieren bereits zentimetergenaue GPS-Systeme, die bereits Anwendung in der Geologie oder Kartographie finden. Diese Lösungen erfordern allerdings starke, Antennen, die zu kostenintensiv und baulich zu groß für die Verwendung in mobilen Bereichen wie etwa Smartphones sind.

Das von der Gruppe um Todd Humphreys, Forschungsleiter und Assistenzprofessor am Department of Electrical and Computer Engineering der Universität, entwickelte System soll dagegen kostengünstig sein und gleichzeitig Ortungsfehler von GPS-Systemen in Smartphones von ganzen Fahrzeuglängen auf wenige Zentimeter verringern.

Phasenwinkelmessung

Das entspricht nach Aussage von Humphreys einer mehr als 100-fachen Verbesserung gegenüber aktuellen Verfahren. Ihre Ergebnisse hat die Forschungsgruppe kürzlich in einer Ausgabe der Fachpublikation GPS World veröffentlicht.

Zu diesem Zweck haben Humphreys und sein Team im Verlauf der letzten sechs Jahre einen GRID genannten Receiver entwickelt. Dieser entnimmt kostengünstigen Antennen den Messwert der Trägerphase und wertet diese genau aus. Derzeit ist GRID noch ein externes System, die Gruppe arbeitet aber bereits daran, dieses bald schon vom internen Prozessor eines Smartphones laufen zu lassen.

Zu diesem Zweck, und um die Technologie weiter zu entwickeln, haben Humphreys und sein Team ein Startup namens Radiosense gegründet. Zusammen mit Samsung will die Forschungsgruppe ein Snap-on Zubehör entwickeln, mit dem das GPS bereits erhältlicher Smartphones per GRID verbessert werden kann.

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