Hard Disk Validator prüft Datenträger sektorweise auf Konsistenz zwischen Nutzdaten und Prüfsumme und überschreibt defekte Bereiche bei Bedarf. Die portable Anwendung von Tal Aloni läuft ohne Installation, setzt das .NET Framework 3.5 voraus und liegt als Open-Source-Code in C# vor.
Mit Hard Disk Validator lässt sich der physische Zustand von HDDs und SSDs bewerten – ohne den Datenträger öffnen zu müssen.
(Bild: Gemini / KI-generiert)
Hard Disk Validator richtet sich an Anwender und Administratoren, die nach einem Stromausfall oder bei Verdacht auf Hardware-Defekte den physischen Zustand einer Festplatte oder SSD bewerten wollen. Vier Prüfmodi decken Szenarien vom rein lesenden Oberflächen-Scan bis zur destruktiven Vollprüfung mit Datenverlust ab. Die grafische Oberfläche zeigt den Datenträger als Sektorraster und markiert fehlerhafte Bereiche farblich. Tests am System-Laufwerk verlangen einen Zwischenschritt über einen zweiten Rechner oder Windows PE.
Funktionsweise und Modi
Im Kern arbeitet das Tool sektorweise. Jeder Sektor enthält neben den Nutzdaten eine Prüfsumme, die der Datenträger unmittelbar nach dem Block ablegt. Beim Lesen vergleicht der Validator beide Werte. Liegt eine Abweichung vor, gilt der Sektor als beschädigt. Auslöser sind Stromausfälle bei Schreibvorgängen oder mechanische und elektronische Defekte des Laufwerks. Auf der Programmoberfläche erscheinen funktionsfähige Bereiche grün, beschädigte Sektoren in Rot oder Braun, dazu kommen Markierungen für Ein-/Ausgabe-Fehler. Jeder Lauf protokolliert seine Ergebnisse in einer Logdatei.
Der reine Read-Modus scannt die gesamte Oberfläche und meldet defekte Bereiche, ohne Inhalte zu verändern. „Read + Wipe Damaged + Read“ überschreibt gefundene Fehlsektoren mit neuen Daten und liest sie zur Kontrolle erneut, was nach einem Stromausfall den schnellsten Weg zur Reparatur ergibt. „Read + Write + Verify + Restore“ schreibt ein Testmuster, prüft das Ergebnis und stellt anschließend die Originaldaten zurück. Der Modus „Write + Verify“ legt ausschließlich das Testmuster ab und löscht damit alle vorhandenen Daten, was sich für eine vollständige Funktionsprüfung vor dem Neueinsatz eignet.
Tests am laufenden System
Tests auf dem System-Laufwerk bleiben auf den Read-Modus beschränkt, denn die laufende Windows-Instanz greift parallel auf das Volume zu. Für die übrigen Modi empfiehlt der Autor zwei Wege. Entweder hängen Anwender den Datenträger als Sekundär-Disk an einen zweiten Rechner an, oder sie booten Windows PE mit Mono als .NET-Laufzeit. Das Repository auf GitHub verlinkt eine vorbereitete WinPE-5.1-ISO und ein passendes Mono-Paket. Voraussetzung auf der laufenden Windows-Installation bleibt das .NET Framework 3.5, das neuere Windows-Versionen bei Bedarf nachinstallieren.
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