Keepit ist eine dänische Datensicherungsfirma mit einer eigenen, herstellerunabhängigen Cloud. Mit der Keepit-Cloud-Infrastruktur lassen sich eine Reihe verbreiteter SaaS-Anwendungen wie MS 365 sofort sichern. Da der Ransomware-Schutz auf der Technik des Hash-Baums basiert, soll das Sicherheitsniveau besonders hoch sein. Storage-Insider führte ein Interview mit dem Mitgründer und CTO Jakob Östergard.
Das dänische Backup-Unternehmen Keepit offeriert seinen Kunden „einen sehr sicheren Objektspeicher für die Langzeitspeicherung großer Datenmengen“.
(Bild: nsit0108 - stock.adobe.com)
Keepit wurde schon 2008 in Kopenhagen als gehosteter Backup-Service gegründet. „Weil es ein schlechtes Verhältnis zwischen dem Kostenaufwand zu den realisierbaren Preisen gab, musste das Konzept überdacht werden“, berichtet CTO Jakob Östergard. „2014 wagten wir einen neuen Beginn mit zwei geschäftlichen Standbeinen: endkundenorientiert und B2B-orientiert. Keepit bietet nun einen sehr sicheren Objektspeicher für die Langzeitspeicherung großer Datenmengen.“ Langzeitspeicherung bedeutet für bis zu hundert Jahre.
Aus dem ersten Rechenzentrum in Kopenhagen sind heute viele in aller Welt geworden, darunter auch in Frankfurt am Main. Am 10. April 2024 eröffnete Keepit zwei weitere Rechenzentren in der Schweiz. In Deutschland gehört unter anderen Porsche Informatik zu den Kunden. Die Porsche Holding Salzburg hat Keepit für ihren Ransomware-Schutz gewählt.
Mit der Keepit-SaaS-Anwendung lassen sich zahlreiche andere SaaS-Anwendungen sichern: EntraID (vormals Active Directory), Azure DevOps, Dynamics 365, Microsoft 365, Google Workspace, Power BI, Salesforce und Zendesk. Manche dieser Anwendungen legen keine Backups an, so etwa MS 365. Der Nutzer wird vom Dashboard darüber informiert, wann das nächste Backup angelegt wird.
Die erste Stufe der Sicherheit besteht darin, dass zwei Kopien eines Objekts in Rechenzentrum A und zwei in Rechenzentrum B sowie zwei Kopien in der unabhängigen Keepit-Cloud abgelegt werden. Die Cloud verhindert, dass alle Backups gleichzeitig gekapert oder unbefugt kopiert werden können.
„Bei uns gibt es keine Datenbank, sondern Metadaten im RAM, die dafür sorgen, dass alle Daten jederzeit abruf- und auffindbar sind“, erläutert Östergard. „Das ermöglicht beispielsweise, dass eine Wiederherstellung sofort möglich und feingranular ist.“ Kompression und Deduplizierung erfolgen automatisch. Durch diese effiziente Speicherung auf Festplatten mit 22 TB Kapazität – es gibt weder SSDs noch Tapes – sei die Datenhaltung nicht nur preisgünstig, sondern mit einer zweiten Ebene von Sicherheit und Hochverfügbarkeit realisierbar: RAID. „Wir verwenden Fehlerkorrekturcodes für unsere großen RAID-HDD-Arrays“, so Östergard. „Wir sind noch nicht bereit für Flash, denn das ist noch zu teuer. Durch Parallelisierung der Schreib- und Lesevorgänge erzielen wir eine hohe Performance.“
Einen Algorithmus für Intelligent Tiering benötige Keepit ebenfalls nicht, weil ja alle Metadaten im RAM sehr schnell zugreifbar sind. Infolgedessen gibt es pro Kundenklasse Einheitspreise, aber keine Gebühren für die Datenentnahme (Egress). Die Preise beginnen bei 2,99 US-Dollar pro User pro Monat. Der Service „Identity Basics“ ist für Nutzer von Azure AD (EntraID) kostenlos. Ein Preisrechner steht online zur Verfügung.
Datensicherheit
Östergard nimmt für Keepit in Anspruch, sein System sowie die Kundendaten seien gegen Ransomware resistent, denn die Objekte seien nicht nur AES-verschlüsselt, sondern auch unveränderlich. „Die Anwendung exponiert keine API, mit deren Hilfe Datenobjekte überschrieben werden könnten. Sie verwendet einen Blockchain-Algorithmus, der jeden Manipulationsversuch auf niedriger Ebene vereitelt. Jedes beliebige Datenobjekt ist gegenüber seinem Original unveränderbar.“
Der erwähnte Blockchain-Algorithmus ist ein Hash-Baum, der im englischen Sprachraum auch als Hash-Tree oder Merkle-Tree bekannt ist. „Pro Objekt wird ein Hash erzeugt“, so Östergard. (Siehe Abbildung 5.)
Als seien Verschlüsslung, Hash-Baum, SIEM-Integration, MFA und SSO noch nicht genug, verfügt Keepit auch über eine Löschverzögerung, die für alle konfigurierten Backup-Verbindungen gilt und mindestens einen Monat dauert. Sollte es also zu einer Ransomware-Attacke kommen, so sind die Kundendaten dennoch vor Datenverlust geschützt. Die Spiegelung der Rechenzentren mit integrierter Replikation, wie oben erwähnt, trägt einen wesentlichen Schutzfaktor bei.
Hoher ROI
Keepit veröffentlichte im Februar 2024 Zahlen zu den Resultaten, die Unternehmen mit den SaaS-Datensicherungslösungen von Keepit erzielen: einen dreijährigen Return on Investment (ROI) von 163 Prozent, einen Kapitalwert von 821.000 US-Dollar über drei Jahre sowie eine Amortisationszeit von weniger als sechs Monaten. Die Zahlen basieren auf einer Studie, die Forrester Consulting im Januar 2024 im Auftrag von Keepit durchführte, um die finanziellen Auswirkungen der SaaS-Datensicherungslösungen von Keepit zu beziffern.
Stand: 08.12.2025
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Am 16. Januar 2024 gab Keepit den Start des Keepit-Partner-Netzwerks bekannt. „Damit bekräftigt das Unternehmen das Engagement für seinen ,Partner First‘-Ansatz und entwickelt ihn zu ,Partner Only‘ weiter“, so die Pressemeldung.
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