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Selbst wenn die Serverhersteller diese Verfügbarkeiten garantierten (was sie nicht tun), kann heute kaum ein modernes Unternehmen mit solchen Ausfallzeiten leben. Zudem müssen auch geplante Ausfallzeiten etwa für Wartungsarbeiten, Upgrades oder das Einspielen von Patches überbrückt werden – in der heutigen 24x7-Welt stehen dafür oft auch nachts und am Wochenende keine Fenster mehr zur Verfügung.
Hinzu kommt noch die Tatsache, dass bei Störungen die Ausfallzeit des Servers nur eine Komponente bei der Verfügbarkeit der Gesamtlösung ist. Mit der Wiederherstellung der Hardware ist es ja nicht getan; oft müssen Betriebssystem und Anwendungen neu installiert sowie Daten von Backup-Systemen wiederhergestellt werden. Je nach Backup-Konzept kann das etliche Stunden oder gar Tage dauern. Zudem kann es natürlich auch jederzeit zu Datenverlusten kommen, ohne dass es überhaupt Hardware-Probleme beim Server gibt.
Replikation als Alternative zum Cluster
Zentrale Business-Applikationen laufen oft auf proprietären Servern, insbesondere den IBM-Power-Systemen, während die meisten der nicht ganz so kritischen Applikationen in der Windows-Welt angesiedelt sind oder auch auf Linux-Systemen laufen. Letztere sind vor allem im Bereich der Web-Server populär. Unternehmenskritisch sind hier vor allem die Exchange-, Datenbank- und File-Server, in vielen Fällen auch Sharepoint- oder Blackberry-Server.
Mit dem Clustering auf Basis von IASPs (Independent Auxiliary Storage Pools) steht für IBM i und AIX seit Langem eine bewährte Hochverfügbarkeitslösung zur Verfügung. Dabei können zwei oder mehr Server auf den gleichen Datenpool zugreifen, von denen jederzeit aber nur einer aktiv ist. Im Fehlerfall oder vor einer geplanten Wartung kann dann automatisch oder manuell und praktisch verzögerungsfrei auf einen Standby-Server umgeschaltet werden (Failover), bis der primäre Server wieder ans Netz gehen kann. In der Windows-Welt steht mit dem Microsoft Cluster Server (MSCS) eine vergleichbare Lösung zur Verfügung.
Failover-Konzept mit Clustern hat auch Schwachstellen
Ein solches Failover-Konzept mit Clustern kann Ausfallzeiten und Datenverluste gleichermaßen drastisch reduzieren, hat aber auf der anderen Seite durchaus Schwachstellen. So macht gerade der gemeinsame Speicher als sogenannter Single Point of Failure dieses Konzept angreifbar, denn was ist, wenn der Speicher einmal ausfällt?
Zudem müssen die Cluster-Knoten in der Regel identisch sein, was den Einsatz älterer Systeme als Standby-Server ausschließt und die Kosten schnell in die Höhe treibt. Ohne zusätzliche Replikation auf ein entferntes System lässt sich mit Clustern zudem zwar Hochverfügbarkeit erreichen, aber kein Disaster-Recovery-Konzept realisieren.
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