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Cluster sind zudem vergleichsweise teuer und nicht jede Anwendung erfordert dieses extrem hohe Maß an Verfügbarkeit. In heterogenen Netzen mit Power-Systems- und Windows-Servern kommt hinzu, dass die Ansätze und die Management-Tools dann doch recht unterschiedlich sind, was einen erheblichen Verwaltungsaufwand mit sich bringt.
Software-Replikation
Für viele Unternehmen stellt daher die logische oder Software-Replikation eine Alternative dar, zumal sich damit auch Disaster-Recovery-Szenarien darstellen lassen. Anders als beim Cluster werden hier nämlich die Daten und gegebenenfalls auch der Systemstatus von einem primären in nahezu Echtzeit auf einen sekundären Server repliziert, der dann im Fehler- oder Wartungsfall als Produktivserver einspringen kann.
Mit einem automatischen Failover erreicht man damit Recovery Time und Recovery Point Objectives, die denen von Clustern nahe kommen, sodass eine solche Lösung sehr effizient vor Systemausfällen schützt. Bei geplanten Wartungsarbeiten wird man dagegen in der Regel einen manuellen Failover initiieren.
Die Software-Replikation bietet gegenüber Clustern einige Vorteile. So entfällt der gemeinsame Datenpool und damit der Single Point of Failure von Cluster-Lösungen. Zudem können meist auch unterschiedliche Systeme als primärer beziehungsweise sekundärer Server eingesetzt werden – bei einer Migration auf leistungsfähigere Systeme kann daher der alte Server noch als Standby dienen. Anders als bei Clustern ist der sekundäre Server nicht passiv – Leseoperationen sind möglich. Nach wie vor notwendige TapeBackups können daher vom Standby-Server gezogen werden, ohne das Produktivsystem zu belasten.
Kostengünstige Möglichkeit zur Sicherung auf entfernte Systeme
Schließlich stellt die Replikation auch eine kostengünstige Möglichkeit zur Sicherung auf entfernte Systeme dar und ermöglicht im Gegensatz zum reinen Cluster damit auch ein Disaster Recovery. Ganz nebenbei kann man sie dadurch auch noch für das zentrale Backup von Servern in den Niederlassungen einsetzen, bei denen es mehr auf die Recovery Point als auf die Recovery Time Objective ankommt.
Bei der Verwaltung gilt für Replikationslösungen grundsätzlich Ähnliches wie bei Clustern – die Administration in der IBM- und der Windows-Welt unterscheiden sich teilweise signifikant voneinander. Es gibt jedoch Bemühungen, diese Administration zu vereinheitlichen.
Seit Vision Solutions, der Marktführer bei Replikations-Lösungen für IBM-i- und AIX-Systeme, das bei Windows und Cloud-Lösungen führende Unternehmen Double-Take übernommen hat, wurden sehr viele Ressourcen in die Entwicklung einer plattformübergreifenden Managementkonsole investiert. In einem ersten Schritt wurde im März mit der Ankündigung von MIMIX Availability 7.1. und Double-Take for AIX 4.0 eine gemeinsame Verwaltungsoberfläche für diese beiden Produkte eingeführt.
Laut Alan Arnold, Chief Technology Officer von Vision Solutions, will das Unternehmen jedoch in Zukunft noch deutlich darüber hinaus gehen und ein einheitliches Management von Hochverfügbarkeitslösungen für Windows, Linux, IBM Power Systeme und Cloud-Lösungen realisieren. Damit sollten sich die Betriebskosten solcher Lösungen zumindest in heterogenen Netzen weiter reduzieren.
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