Weltrekord der Magnetbandtechnik

IBM macht bis zu 330 Terabyte pro Cartridge möglich

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Rainer Graefen

IBM-Forscher haben einen Durchbruch in der Magnetband-Technik erzielt.
IBM-Forscher haben einen Durchbruch in der Magnetband-Technik erzielt. (Bild: IBM Research)

Forscher von IBM haben nach eigenen Angaben einen Durchbruch auf dem Gebiet der Magnetspeichertechnologie erzielt. Damit sind künftig Cartridges mit bis zu 330 Terabyte an Speicherkapazität möglich.

Den Wissenschaftlern von IBM Research in Zürich ist ein deutlicher Fortschritt in Sachen Magnetspeicher gelungen: Sie konnten erstmals Daten mit einer Speicherdichte von 201 Gigabits pro Quadratzoll auf einem Magnetband speichern. Bei dem verwendeten Band handelt es sich um einen Sputtered-Magnetic-Tape-Prototypen, der von Sony Storage Media Solutions entwickelt wurde.

Die neue Technologie erhöht die Speicherdichte um das mehr als 20-fache im Vergleich mit aktuellen Magnetband-Speichersystemen wie beispielsweise dem IBM-TS1155-Laufwerk. Präsentiert wurde die Technik im Rahmen der Magnetic-Recording-Konferenz 2017 im japanischen Tsukuba. Den IBM-Forschern gelang damit seit 2006 bereits der fünfte Weltrekord bezüglich der Speicherdichte von Magnetbändern.

Magnetspeicher bleibt gefragt

Aktuell erleben Magnetbänder eine regelrechte Renaissance: Neben dem Einsatz zur Datensicherung in lokalen Rechenzentren kommen die Bänder auch vermehrt in Big-Data- oder Cloud-Computing-Szenarien zum Einsatz. Mit der neuen Technologie könnte eine Kassette künftig bis zu 330 Terabyte an unkomprimierten Daten speichern. Zum Vergleich: Auf eine TS1155-Cartride passen 15 Terabyte an Daten.

Steigende Kosten sind derzeit nicht zu befürchten, wie Evangelos Eleftheriou erklärt: „Im Vergleich zu heutigen kommerziellen Barium-Ferrit-Speicherbändern werden die Kosten für mit dem Sputter-Verfahren hergestellten Magnetbändern voraussichtlich etwas höher sein. Aber dank des sehr hohen Speicherpotenzials werden die Kosten pro TB dennoch konkurrenzfähig mit anderen Speichertechnologien sein“, führt der Leiter des Cloud & Computing Infrastructure Departments im IBM-Forschungszentrum in der Nähe von Zürich aus.

Weitere Fortschritte

Neben der neuen Speichertechnik stellte IBM weitere Neuheiten vor. Dazu zählen etwa innovative Algorithmen zur Signalverarbeitung im Datenkanal. Sie ermöglichen zuverlässige und schnelle Datendetektion trotz Einsatz eines extrem schmalen tunnel-magnetoresistiven Lesekopfes bei einer linearen Dichte von 818.000 Bits pro Zoll.

Ebenfalls neu ist eine verbesserte Servo-Steuertechnik. Sie erlaubt die hochpräzise Positionierung des Lese- und Schreibkopfes mit weniger als 7 Nanometer Genauigkeit. Auf diese Weise lassen sich Spurdichten von 246.200 parallelen Spuren pro Zoll erreichen. Dies entspricht rund dem 13-fachen des aktuellen TS-1155-Laufwerks. Zusätzlich erlaubt eine neue Technologie für reibungsarme Lese- und Schreibköpfe den Einsatz extrem glatter Magnetbandoberflächen.

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