Cristie Data gehört zum Backup/Recovery-Urgestein der deutschen IT-Branche. Mit Christof Gedig tritt nun ein neuer Geschäftsführer für den deutschen Raum an. Was sind seine Ziele, und wo sieht er die Herausforderungen seiner neuen Aufgabe?
Christof Gedig, seit 1. Januar 2025 Geschäftsführer DACH bei Cristie Data: „Die Applikation und ihre Daten rücken in den Mittelpunkt.“
(Bild: Cristie Data)
Als Christof Gedig am 1. Januar 2025 seine neue Aufgabe – die Verstärkung der Geschäftsführung des DACH-Bereichs von Cristie Data – übernahm, bedeutete das für ihn nur zum Teil Neuland. Denn mit dem Unternehmen selbst ist er bestens vertraut. Er kennt das Unternehmen seit 27 Jahren und steht nun dem deutschen Team, das rund 30 Mitarbeitende hat, vor.
„Backup und Security greifen immer enger ineinander“, sagt Gedig. Sein Unternehmen gehört zu denen, die auch heute noch ein großes und wohl begründetes Standbein im wieder erstarkenden Tape-Markt haben. „Tape ist als Schutz vor Sicherheitsvorfällen noch immer das letzte Mittel“, betont er.
Neue Märkte
Tatsächlich war früher, als Festplattenspeicher noch teuer und ausschließlich rotierend vorkam, Tape im Grunde der einzige Schutz davor, Daten zu verlieren. Heute allerdings erobert sich diese Technologie Schritt für Schritt neue Märkte. Und dass die Datenmassen in nahezu unvorstellbare Bereiche wachsen, trägt sicher auch nicht dazu bei, das häufig prognostizierte Ableben der Technologie zu beschleunigen.
„Das ist wie beim Mainframe. Den gibt es entgegen allen Unkenrufen auch heute noch“, stellt Gedig fest. Die Zahlen geben ihm recht. So spricht eine aktuelle Studie von Straits Research von einem weltweiten Umsatz mit Speicherband von 5,5 Milliarden US-Dollar. 2033 sollen es 10,91 Milliarden US-Dollar sein.
Cloud-Archivspeicher ziemlich teuer
Neben Langlebigkeit und großem Volumen trägt zum Wachstum auch bei, dass sich der angeblich billige Cloud-Archivspeicher mitnichten als kostengünstig entpuppt hat. Gedig: „Das zeigt sich spätestens nach der ersten großen Rechnung vom Cloud-Provider.“ Und im Übrigen sei es selbstverständlich so, dass auch im Hintergrund der großen Cloud-Archive Magnetbandanlagen arbeiten und nicht ausschließlich Festplatten.
Mit Tape-Libraries wie der Cristie GigaStream T24 konnte Cristie Data Kunden gewinnen, die seit mehreren Jahrzehnten treu sind.
(Bild: Cristie Data)
Tape werde heute auch als kostengünstige und energiesparende Speicherschicht für S3 verwendet, berichtet Gedig. Das sagt auch IDC in einem aktuellen Beitrag zu dem Thema. Dieser erwähnt LTO (Linear Tape Open), den inzwischen einzigen sehr weit verbreiteten Tape-Standard, als weitere Komponente vereinheitlichender Storage-Schichten zwischen Objekt- und weiterer kalter Storage. Außerdem eröffnen sie leichten Zugang zu wirklich riesigen Datenmengen und erzeugen weniger Kohlendioxid.
Etablierte Kundenbeziehungen
Cristie Data kann sich in diesen Bereichen auf viele lange Zeit etablierte Kundenbeziehungen stützen. Auf der Herstellerseite ist das vor allem die zu IBM. Dabei ergeben sich aber immer wieder neue Partnerschaften beispielsweise im Software-Bereich zu Cohesity, welche inzwischen den Bereich Enterprise Data Protection von Veritas geschluckt hat.
„Wir profitieren natürlich davon, dass Datenschutz und -sicherheit heute auf der Ebene von Aufsichtsrat und Vorstand diskutiert werden, nicht mehr nur auf der technischen Ebene“, sagt Gedig. Auf jeden Fall müssten die Disziplinen Backup und Recovery aber so einfach wie möglich realisiert werden, damit nicht nur Fachleute mit jahrelanger Erfahrung die Aufgabe erledigen könnten.
Hinsichtlich der nächsten Zeit geht Gedig durchaus von Herausforderungen aus. „Dabei haben wir auf viele Faktoren, etwa die geopolitischen, keinen Einfluss“, bedauert Gedig. Jedenfalls tue sich viel im Markt. Der Storage-Markt wachse mit den Datenmengen, der für Sicherheitsprodukte mit den ständig zunehmenden Bedrohungen. Viele Kunden fragten sich sehr ernsthaft, wem sie ihre Daten anvertrauen könnten. „Da profitieren wir von unserer langjährig etablierten Rolle als Trusted Advisor!“
Für ein Unternehmen wie Cristie Data gehe es dabei immer darum, eine profitable Nische zu finden, etwa in sich neu entwickelnden Märkten. Bislang war Cristie Data hier recht erfolgreich und konnte sich in zweistellige Millionenumsätze hineinwirtschaften – genauere Zahlen gibt es nicht, weil es sich um ein Privatunternehmen handelt.
Neue Aufgaben durch Container-Technologien
Ein wichtiges Thema sei im Zusammenhang mit neuen Trends die inzwischen rasante Ausbreitung von Container-Technologien. „Das bedeutet einen Paradigmenwechsel, bei dem die Applikation in den Mittelpunkt rückt“, erklärt Gedig.
Ein weiterer wichtiger Trend sei die rasante Preisentwicklung für VMware-Produkte seit der Übernahme durch Broadcom. Bei ihr muss man davon ausgehen, dass sie den Drang weg von der VMware-Virtualisierung und hin zum Container oder Open-Source-Alternativen beschleunigt. Das hat auch Auswirkungen auf den Storage einschließlich Software, denn natürlich müssen auch die Inhalte von Containerumgebungen genauso gesichert werden wie andere Daten.
Stand: 08.12.2025
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Aber natürlich gelte es auch weiterhin, den etablierten IBM-Markt zu unterstützen. Hier ergeben sich neue Möglichkeiten, weil viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, Fachleute zu halten oder neu anzustellen, die sich mit althergebrachten Tape-Speichersystemen noch auskennen. „Hier fehlt der Nachwuchs, und hier können wir durch auf diesen Bedarf zugeschnittene Supportmaßnahmen unterstützen“, sagt Gedig.
Der Personalmangel – auf dieser Ebene betrachtet für Cristie durchaus eine Geschäftschance – trifft das Unternehmen allerdings gleichzeitig auch. „Wir könnten sofort fünf bis sechs Mitarbeitende einstellen“, sagt Gedig. Bei der Personalsuche profitiert er von den engen Kontakten zu einschlägigen Uni-Fakultäten.
Absolventen fehlen Soft Skills
Allerdings, so Gedig, fehle es den Absolventen häufig noch an Soft Skills und Durchblick bei komplexeren Problemen, mithin Eigenschaften, die sich hauptsächlich durch Erfahrung einstellen. Die nötigen Programmierkenntnisse dagegen seien vorhanden.
Wird die politische Zukunft dies- und jenseits des Atlantiks das Geschäft von Cristie Data beeinflussen? „Wir haben keinen speziellen Plan für nach den Wahlen“, sagt Gedig. Allerdings findet er insgesamt, man solle „nicht nur über das reden, was nicht funktioniert“.
Mehr Besorgnis erregt bei ihm die Drohung des US-Präsidenten Trump, Zölle zu erheben. „IBM ist ein amerikanisches Unternehmen, also könnten bei Zollerhebungen LTO-Technologien teurer werden“, sagt Gedig. „Das betrifft dann aber auch wieder alle.“
Hinsichtlich der zahlreichen Regulierungen wie NIS-2 oder DORA, die Kunden umsetzen müssen, sieht Gedig eher eine Chance: „Wir gucken, wie das in die Infrastruktur des Kunden hineinpasst.“ Das fange schon damit an, dass Kunden auf MS365 migrierten, aber nicht wüssten, dass sie für die Sicherung ihrer Maildaten in der Cloud allein zuständig seien.
Und auch eines weiteren Trends ist sich Gedig bewusst: „Die Kunden sollen weniger Kohlendioxid produzieren.“ Hier hat man inzwischen eine Kooperation mit der westfälischen Firma Windcore aufgebaut, die Rechenzentren im Fuß von Windenergieanlagen betreibt. Sie werden direkt mit nachhaltig erzeugtem Strom aus dem Windgenerator versorgt. „Wir nutzen dort bereits Kapazitäten von 1,5 Petabyte, die von Kunden aller Größenordnungen angemietet werden.“
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Die Zeiten, in denen Backups ausschließlich auf Tape angefertigt wurden, sind vorbei. Heute stellt sich die Situation bezüglich Backup-Medien und -Strategien deutlich vielfältiger dar, was auch zu Unsicherheiten führt.
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Tape – der wehrhafte Dinosaurier
Datensicherheit und Storage: Welche gesetzlichen Vorgaben gelten?