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Die erste Möglichkeit besteht in der internen Entwicklung von Systemen zur Verlagerung der BLOBs vom SQL-Server auf preiswertere physische Speichersysteme niedrigerer Stufe. Die zweite Möglichkeit besteht darin, fortschrittliche Technologien für optimiertes BLOB-Speichermanagement eines Drittanbieters für SharePoint zu nutzen.
Die bloße Auslagerung von BLOBs an sich reduziert noch nicht den gesamten Speicherumfang einer SharePoint-Infrastruktur. Sie stellt einen wichtigen ersten Schritt dar, mit dem Unternehmen die Speicherlast auf kosteneffizientere Ebenen übertragen können. Allein diese Kosteneinsparungen können immens sein. Einige große Unternehmen berichten von jährlichen Einsparungen in Millionenhöhe durch Maßnahmen der Speicheroptimierung, die sich auf die Auslagerung von BLOBs konzentrieren.
Native SharePoint-Funktionen reichen oft nicht aus
Native SharePoint-Funktionalitäten beinhalten dedizierte Werkzeuge zur Auslagerung von BLOBs: das External BLOB Store (EBS) API und das Remote BLOB Store (RBS) API, das in der kostenlosen Option FILESTREAM Provider genutzt wird. Will man EBS oder RBS APIs nutzen, sind – gleich ob eigens erstellte oder FILESTREAM Provider verwendet werden –aufwendige Anpassungen erforderlich, um die Kommunikation zwischen SharePoint und dem externen BLOB-Speicher präzise zu organisieren. Die Administration wird dadurch komplex und zeitraubend.
Mit Microsoft Office SharePoint Server 2007 SP1 wurde EBS eingeführt, womit Organisationen die Speicherkapazitäten der SharePoint-Content-Datenbanken unter SQL Server auf andere Medien ausweiten konnten. EBS kann die Aufbewahrung von BLOBs auf billigere, effizientere Dateisysteme als Speicherort übertragen und zugleich eine Referenz oder einen Platzhalter im SQL Server belassen, über die das Objekt leicht wieder auffindbar und zugänglich ist. Im Endeffekt kann man durch eine SharePoint-Dokumentbibliothek navigieren, auf einen Inhalt klicken und auf ihn zugreifen, ohne zu wissen, ob er in SQL gespeichert ist oder nicht.
EBS nur auf Farm-Ebene
EBS ist allerdings nicht granular, was bedeutet, dass es nur auf Farm-Ebene betrieben werden kann. Administratoren müssten demnach EBS auf jedem Frontend-Webserver im SharePoint-System implementieren. Um dies erfolgreich umzusetzen, braucht es solide Programmierkenntnisse – ganz zu schweigen vom erforderlichen Zeit- und Ressourcenaufwand.
Mit der Unterstützung von RBS – einem API auf SQL-Basis – verbessert SharePoint 2010 diese Möglichkeit. Flexibler als EBS, ermöglicht RBS die Speicherung jeglichen Inhalts in einer spezifizierten Datenbank im Dateisystem (wobei die Metadaten in der SQL-Server-Inhaltsdatenbank verbleiben). Will man RBS effektiv nutzen und damit fortschrittlichere Möglichkeiten entwickeln, wie sie in Produkten spezialisierter Lösungsanbieter standardmäßig vorhanden sind, ist jedoch ebenfalls erheblicher Programmieraufwand notwendig.
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