Mobile-Menu

Kommentar von Gökhan Yilmaz, AvePoint Deutschland GmbH

Intelligente Speicheroptimierung für Inhalte in Microsoft SharePoint

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Als Lösungsansatz integrierte Microsoft die FILESTREAM-Option, die in den RBS-Installationsdateien kostenlos enthalten ist. FILESTREAM ermöglicht die Auslagerung von BLOBs in das lokale Dateisystem des SQL Servers. Dies funktioniert in einigen Umgebungen gut. Für andere, wie beispielsweise Cloud-Umgebungen, ist es weniger geeignet. Es ist daher ratsam, Drittanbieter-Lösungen für die Auslagerung von BLOBs in der eigenen Umgebung probehalber einzusetzen und auf Leistungsunterschiede und vor allem darauf zu testen, ob BLOBs die SharePoint-Performance insgesamt beeinträchtigen.

Speicheroptimierung mit Lösungen von Drittanbietern

Für Unternehmen, die intern nicht über die erforderlichen Ressourcen für die Implementierung und Administration von EBS und RBS verfügen, stellen Lösungen von Drittanbietern eine Option dar, ihre SharePoint-Speicherung zu optimieren. Über diesen Ansatz können Daten entsprechend organisations- und umgebungsspezifischer Filter wie Inhaltseigenschaften, Dateityp oder Dateigröße auf Speichersysteme niedrigerer Stufe (Tier 2 und 3) ausgelagert werden.

Eher statische SharePoint-Inhalte können sogar in der Cloud gespeichert werden, was für SharePoint standardmäßig nicht zu empfehlen ist, da Microsoft nur begrenzte Latenzzeiten unterstützt. Drittanbieter-Tools für die Optimierung des Content Lifecycle in SharePoint können Unternehmen helfen, diese umfangreichen unstrukturierten Dateien zu managen, ohne für zusätzliche SQL-Server-Kapazitäten in kostspielige Speichersysteme der höchsten Stufe investieren zu müssen. Diese Option sorgt für langfristige Kostenkontrolle.

Wenn beispielsweise auf eine bestimmte Datei zwölf Monate lang nicht zugegriffen wurde, kann Software von Microsoft-Partnern wie AvePoint diese statischen Daten oder dieses BLOB automatisch auf ein Speichersystem niedrigerer Stufe auslagern. Abhängig von einstellbaren Auslösekriterien (Triggern) – darunter Dateigröße oder Zeiträume – während die entscheidenden Metadaten und Zugriffsgenehmigungen in SharePoint verbleiben.

Auf diese Weise sind die Daten weiterhin leicht auffindbar und zugänglich. Zugleich wird eine Überflutung des SQL Server mit BLOBs verhindert, die die Kapazitäten in Windeseile erschöpfen, die Speicherkosten in die Höhe treiben und die Performance einer SharePoint-Plattform spürbar beeinträchtigen. Die Automatisierung des Archivierungsverfahrens für BLOBs über die genannten Trigger senkt den Zeitaufwand und ermöglicht IT-Verantwortlichen, SharePoint Best Practices einzuhalten. Das schafft die Voraussetzung, Kosten und Komplexität von SharePoint-Umgebungen zu verringern und zugleich eine Kultur der IT-Governance zu fördern.

Das Datenwachstum zwingt zum Handeln

Die Datenmengen werden voraussichtlich während der kommenden zehn Jahre weiterhin rapide anwachsen und IDC prognostiziert, dass sich die weltweiten Daten alle zwei Jahre verdoppeln werden. IT-Administratoren, die SharePoint-Implementierungen zu managen haben, müssen Speicherressourcen intelligent zu nutzen wissen, wenn sie dieses exponentielle Datenwachstum bewältigen wollen.

Die Speicheroptimierung wird es Unternehmen ermöglichen, aus vorhandenen Systemen den größten Nutzen zu ziehen, während sie gewährleistet, dass die IT-Infrastruktur verfügbar und entsprechend der geschäftlichen Anforderungen skalierbar ist. BLOB-Auslagerung ist ein Schlüsselkriterium für diesen Optimierungsprozess in SharePoint-Umgebungen. Sie steigert die Applikationsperformance auf der höchsten Speicherstufe durch verbessertes Daten- und Speichermanagement.

*Der Autor: Gökhan Yilmaz, AvePoint Deutschland GmbH

(ID:33983500)