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Zum Einsatz kommen dafür in den vergangenen sieben Jahren sukzessive ausgebaute CDP-basierte Systeme. Sie heißen etwa bei IBM „Tivoli Storage FlashCopy Manager“ oder bei Falconstor „CDP“ und arbeiten zeitlich um wenige Minuten verzögert.
Doch hinzugekommen sind inzwischen auch Technologien, die via Spiegelung in Echtzeit die Daten wiederherstellen können und bei NetApp in „SnapMirror“ oder bei EMC in „Recover-Point“ verbaut sind. Immer sind bei solchen Recovery-Systemen umfangreiche Zusatztechniken integriert, die unter anderem Daten- und Journalkomprimierung sowie Snapshot-Konsolidierung und Bandbreitenverringerung umfassen.
Wobei Netapp und IBM aber keine nativen Tools zur Reduktion der benötigten WAN-Bandbreite mittels Kompression und Deduplizierung bieten, allerdings die Datenhaltung im Speichersystem optimieren. Hinzu kommt bei der Replikation, dass etwa EMC Schreib-Splitting-Optionen umfasst und inzwischen auch Fremdsysteme nicht mehr über Switches einbindet, sondern jedes Speichersystem direkt oder über die sogenannte VPLEX-Virtualisierung mit einem zentralen RecoverPoint-Cluster repliziert.
Distanz zwischen Fehlerzeitpunkt und Datenverlust geht gegen Null
Immer geht es darum, bei verschiedensten Ausfallszenarien möglichst unterbrechungsfrei den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ob Datenbeschädigung, Software-Fehler, Virenbefall, Anwenderfehler oder Katastrophen, die ein Rechenzentrum lahmlegen können, die Übertragung replizierter Daten – auch bei einem Abbruch der Speicherung – muss jederzeit an einer bestimmten Stelle wieder aufsetzen können.
Replikationen funktionieren gleichsam wie bisherige synchrone Lösungen, können optional aber auch die stärker verzögernde asynchrone Variante bedienen. Kurz gesagt, macht die Replikation beim Recovery ernst mit der Aussage, man könne bei einem definierten Point-in-Time ohne Datenverluste weiterarbeiten.
Zwar müssen je nach Fehler Anwendungen unter Umständen neu gestartet werden, doch alle Daten stehen sofort – abgesehen von Millisekunden Latenzzeit bei langen Übertragungswegen – wieder zur Verfügung, auch wenn die Daten in virtuellen Umgebungen, auf mehrere heterogene Speicher-Volumes und Server verteilt sind.
Anwender nehmen Datenverlust nicht hin
Laut Biam würde es im klassischen Backup viel länger dauern, um nach dem Restore überhaupt wieder online zu sein, zumal dann auch noch die Daten zwischen dem Crash und dem letzten Backup-Zeitpunkt fehlten. Und „dieses Problem“, so Biam, „wird nicht verschwinden“, sondern virulenter werden. Denn nicht zuletzt würden die Ansprüche der Endanwender weiter wachsen. Wer beispielsweise sein Tablet einschaltet, erwarte sofort mit aktuellen Datenbeständen arbeiten zu können. Unterbrechungen würden also nicht nur aus Sicht der Unternehmen nicht mehr toleriert.

Johannes Geissler, Senior Systems Engineer bei EMC in der Schweiz, beschreibt die Situation so: „Replikationen wie unser RecoverPoint ersetzen das traditionelle Band- oder Disk-basierte Backup nicht komplett; doch sie erlauben den sofortigen Zugriff auf einen konsistenten Datenbestand zu irgendeinem Zeitpunkt aus den letzten Tagen bis Monaten.“
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