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Datensicherung in Echtzeit Was ist Continuous Data Protection (CDP)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Continuous Data Protection ist ein Datensicherungs- und -wiederherstellungskonzept, das Daten in nahezu Echtzeit fortlaufend sichert. Zwischen den Primärdaten und den gesicherten Daten besteht nur ein geringer Zeitverzug. Die Daten können zu jedem beliebigen früheren Zeitpunkt mit minimalem Datenverlust wiederhergestellt werden.

CDP-Lösungen erstellen fortlaufende Sicherungskopien aller Datenänderungen – nahezu in Echtzeit.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
CDP-Lösungen erstellen fortlaufende Sicherungskopien aller Datenänderungen – nahezu in Echtzeit.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Das Akronym von Continuous Data Protection ist CDP. Es handelt sich um ein Datensicherungs- und Datenwiederherstellungskonzept, das die Daten im Vergleich zu herkömmlichen Backup- und Data-Recovery-Konzepten nicht in Intervallen und zu vorab definierten Zeitpunkten, sondern in nahezu Echtzeit fortlaufend sichert. Alternative Begriffe für Continuous Data Protection sind Continuous Backup, Real-Time-Backup, Online-Backup, kontinuierliche Datensicherung oder Echtzeitdatenschutz.

Eine CDP-Lösung erkennt nach der Initialisierung in Echtzeit, wenn sich in der primären Umgebung Daten verändern, erstellt automatisch im Hintergrund eine Kopie dieser Daten und versieht sie mit einem Zeitstempel. So entsteht eine fortlaufende Sicherungskopie aller Datenänderungen. Die Daten werden häufig zunächst auf einem internen Datenträger und dann zusätzlich über Replikationsmechanismen auf einem entfernten, über ein Netzwerk erreichbaren Storage-System gespeichert.

Eine kontinuierliche Datensicherung gestattet es bei Ereignissen wie System-, Anwendungs-, Daten- oder Benutzerfehlern, die Daten zu jedem beliebigen früheren Zeitpunkt wiederherzustellen. Die Daten können fast exakt auf den Zeitpunkt vor der unerwünschten Änderung zurückgesetzt werden. Der RPO-Kennwert (Recovery Point Objective), der die maximale Datenmenge angibt, die bei einem Ausfall verloren gehen darf, liegt bei der kontinuierlichen Datensicherung bei nahezu null.

Bei den Lösungen für Continuous Data Protection kann abhängig von dem maximal zulässigen Zeitraum, in dem Daten durch einen Zwischenfall verloren gehen dürfen, zwischen sogenannten Near-CDP- und True-CDP-Lösungen unterschieden werden. Während bei einem Near CDP noch ein gewisses Maß an Datenverlust hingenommen wird, ist bei einem True CDP der akzeptierte Datenverlust minimal und geht gegen null.

Typische Einsatzbereiche für Continuous Data Protection sind geschäftskritische Anwendungen mit hohen Anforderungen hinsichtlich des hinnehmbaren Datenverlusts bei Systemausfällen oder sonstigen Problemen und Störungen.

Vorteile von Continuous Data Protection

Continuous Data Protection bietet gegenüber herkömmlichen Datensicherungs- und -wiederherstellungskonzepten zahlreiche Vorteile:

  • hohe Verfügbarkeit dank einer kontinuierlichen Erfassung aller Datenänderungen und einer schnellen Wiederherstellung der Daten,
  • minimale Datenverluste dank der Wiederherstellung der Daten beliebiger früherer Zeitpunkte,
  • Verbesserung der Geschäftskontinuität durch nahezu unterbrechungsfreie Fortsetzung kritischer Geschäftsprozesse,
  • Schutz vor verschiedenen Datenverlustszenarien wie Hard- und Softwarefehlern, menschlichen Fehlern oder Malware-Angriffen,
  • keine Beeinträchtigung des regulären Betriebs durch Backup-Fenster,
  • automatische, kontinuierliche Sicherungen im Hintergrund ohne manuelles Anstoßen von Backups oder vorab zu definierenden Sicherungszeitpunkten,
  • Unterstützung der Einhaltung von strengen Anforderungen der Compliance und Data-Governance.

Nachteile und Herausforderungen der kontinuierlichen Datensicherung

Continuous Data Protection ist auch mit einigen Nachteilen und Herausforderungen verbunden. Aufgrund der ständigen Datenflüsse, verursacht durch die kontinuierlichen Datensicherungen, entstehen höhere Belastungen für die beteiligten Systeme und Netzwerke und unter Umständen Beeinträchtigungen ihrer Leistung. Die Systeme müssen für CDP entsprechend dimensioniert und ausgelegt sein. Darüber hinaus sind große Speicherkapazitäten für sämtliche zu sichernden Datenveränderungen bereitzuhalten. Insgesamt führt das zu höheren Kosten für die Datensicherungen.

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