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Digitalindex 2021/2022

Klares Bildungsdefizit

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Digitale Kompetenzen im Berufsleben

Das Bewusstsein für die Notwendigkeit digitaler Kompetenzen im Berufsleben steigt laut Digitalindex weiter an: 79 Prozent der befragten Bürger glauben, dass man ohne Grundkenntnisse der Digitalisierung kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Gleichzeitig denken nur 34 Prozent, dass Schulen ausreichende digitale Fähigkeiten vermitteln, um im internationalen Vergleich mithalten zu können. Insgesamt empfindet mehr als jeder Vierte (27 Prozent) den ständigen Druck, mit den Entwicklungen der Digitalisierung Schritt halten zu müssen. Berufstätige stimmen hier deutlich häufiger zu als Nichtberufstätige (31 zu 20 Prozent), Teilzeitkräfte mit 35 Prozent noch häufiger.

Die Studie D21-Digital-Index bescheinigt der Bevölkerung insgesamt nur ein mittleres Niveau an digitalen Kompetenzen. Während Basiskompetenzen noch über alle Bevölkerungsgruppen hinweg weit verbreitet sind, seien komplexere Fähigkeiten deutlich geringer ausgeprägt, und wenn, dann vor allem bei Bürgern mit einem hohen Bildungsniveau. Beim Kompetenzerwerb liegen Fort- und Weiterbildung deutlich hinter informellem Lernen zurück. Nur 16 Prozent erhalten bezahlte Fort- und Weiterbildungen durch ihren Arbeitgeber; 17 Prozent greifen auf kostenlose Angebote zurück. 69 Prozent bringen sich hingegen neue Kompetenzen selbst durch Ausprobieren bei, 65 Prozent holen sich Hilfe bei Familie, Bekannten oder Kollegen.

Dazu urteilt Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21: „Wenn wir heute nicht massiv in die digitalen Kompetenzen unserer Bürgerinnen und Bürger investieren, werden wir als Wissensgesellschaft morgen nicht mehr konkurrenzfähig sein. Wir brauchen in Deutschland einen systematischen Kompetenzaufbau über die Ausbildung hinaus.“

Schwaderer appelliert in diesem Zusammenhang an die neue Bundesregierung, schnellstmöglich aktiv zu werden, messbare Ziele zu formulieren, gemeinsam mit der Wirtschaft und Bildungsträgern Programme aufzulegen und diese jährlich auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.

Gesellschaft im digitalen Zeitalter

Immerhin 59 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger haben mittlerweile das Gefühl, persönlich von der Digitalisierung zu profitieren. Dabei spielt allerdings der Faktor Bildung eine entscheidende Rolle, denn nur eine Minderheit der Bürger mit niedrigem Bildungsabschluss glaubt laut Digitalindex, von der Digitalisierung profitieren zu können – aber eine deutliche Mehrheit der Menschen mit mittlerem oder hohem Bildungsabschluss.

Auch das Alter spielt hier eine zentrale Rolle: Rund zwei Drittel oder mehr Menschen der Generationen X, also heute 41 bis 55 Jahre alt, oder jünger erkennen in der Digitalisierung einen Vorteil für sich, bei der Generation der Babyboomer und in der Nachkriegsgeneration liegt dieser Wert laut Studie noch knapp über der Hälfte, und in der Generation bis 1945 stimmt dieser Aussage nur noch ein Viertel der Befragten zu.

82 Prozent der Bürgerinnen und Bürger nutzen mittlerweile soziale Medien – deren Einfluss auf die Gesellschaft wächst also immer stärker, und die Technologie ist endgültig in der Breite der Gesellschaft angekommen. Das verändert die Art, wie die Menschen miteinander kommunizieren und Informationen austauschen und aufnehmen. Nur 56 Prozent der Befragten glauben, dass sie sicher Fehlinformationen erkennen können. 28 Prozent sehen in der Digitalisierung eine Gefahr für die Demokratie – in den neuen Bundesländern mit 34 Prozent sogar deutlich mehr.

„Soziale Medien bringen neben vielen Vorteilen auch neue Herausforderungen für die Gesellschaft. Schnell sind Meldungen oder Informationen weitergeleitet, aber vielen fällt es schwer, Quellen einzuordnen. Wir sehen bereits Auswirkungen, die destabilisierend wirken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf eine Belastungsprobe stellen“, so Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21.

Fazit

Insgesamt zeigt also auch der aktuelle Digitalindex ein großes Potenzial für Verbesserungen. Neben der weiteren Verbesserung der Infrastruktur kommt dabei der Bildung besondere Bedeutung zu. Das gilt nicht nur für den Fachkräftemangel, sondern in ganz besonderem Maße für den Schutz der Demokratie.

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