Longhorn für DevOps-Teams Kubernetes-natives Speichern für Edge-Implementierungen

Redakteur: Ulrike Ostler

In Verbindung mit „Rancher“ ermöglicht die jüngste „Longhorn“-Version DevOps-Teams die Verwaltung persistenter Datenmengen vom Core über die Cloud bis zur Edge. Denn es ist die erste Kubernetes-native Speichermöglichkeit, die Edge-Implementierungen unterstützt.

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„Longhorn“ bezeichnet mehrere Rinderarten; es gibt schottische Langhörner, wie das Hochlandrind auf dem Bild, texanische, englische und so weiter. Außerdem war der Begriff einst ein Codename für ein Microsoft-Projekt und ist heute der CNCF-Projektname Kubernetes-nativen Speicherns.
„Longhorn“ bezeichnet mehrere Rinderarten; es gibt schottische Langhörner, wie das Hochlandrind auf dem Bild, texanische, englische und so weiter. Außerdem war der Begriff einst ein Codename für ein Microsoft-Projekt und ist heute der CNCF-Projektname Kubernetes-nativen Speicherns.
(Bild: DomenicBlair auf Pixabay)

Seit Longhorn im Juni 2020 ein Sandbox-Projekt der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) wurde, ist die Akzeptanz von Longhorn um 235 Prozent gestiegen und ist laut CNCF-Mitglied SUSE zu einer „tragenden Säule in der Kubernetes-Speicherlandschaft“ geworden. Mit dieser neuesten Version können Rancher-Anwender nun eine Kubernetes-native Speicherlösung in leistungsschwacher Hardware am Edge nutzen. Denn SUSE, zu dem Rancher gehört, hat die Version 1.1 von Longhorn veröffentlicht.

Gartner prognostiziert, dass bis zum Jahr 2025 drei Viertel der von Unternehmen generierten Daten am Edge erstellt und verarbeitet werden – außerhalb eines traditionellen zentralisierten Rechenzentrums oder einer Cloud. Das ist ein starker Anstieg im Vergleich zu nur zehn Prozent im Jahr 2018. Mit Blick auf dieses Wachstum ermöglicht Longhorn 1.1 Entwicklern die sichere Erstellung von Anwendungen und die Speicherung von Daten in Edge-Umgebungen auf ressourcenbeschränkten Geräten.

Longhorn 1.1 solle DevOps-Teams die einfache Verwaltung von persistenten Datenvolumina in jeder Kubernetes-Umgebung ermöglichen. Dazu biete die Software „einen unternehmensgerechten, aber herstellerneutralen Ansatz für Cloud-nativen Speicher“. Mit dem jüngsten Update könnten Rancher-Anwender ihre Edge-Umgebungen mit ARM64-Unterstützung und zusätzlichen Selbstheilungsfunktionen sowie mithilfe einer verbesserten Leistungstransparenz zudem robuster machen.

Neu in Longhorn 1.1

Longhorn ist zu hundert Prozent Open-Source, Microservices-zentriert und Cloud-nativer Speicher für Kubernetes-Bereitstellungen.

  • Neben einer, wie der Anbieter, mitteilt robusten Kubernetes-nativen Speicherung an der Edge biete das aktuelle Release höhere Performance, die bei den Anwendern in der K8s-Community immer wieder ganz oben auf der Agenda stehe.
  • Zudem bietet Longhorn nun „ReadWriteMany“-Unterstützung über Container hinweg. Im Gegensatz zu „ReadWriteOnce“-Methoden erlaubt die Version 1.1 den Teams eine gemeinsame Nutzung von Volume-Speicher zwischen verschiedenen Pfaden auf unterschiedlichen Knoten. Volumes können also jederzeit über mehrere Container hinweg gelesen und geschrieben werden.
  • Außerdem erhöht sich die Sichtbarkeit. Mit einer integrierten Unterstützung für „Prometheus“ stehen Benutzern jetzt Echtzeitmetriken über den Zustand ihres Speichers – beispielsweise Überwachung, Ressourcennutzung und Tracking – zur Verfügung. Ein viel detaillierterer Blick auf die Cluster-Performance als bisher sei nun möglich, so SUSE. Zudem können Benutzer durch die Unterstützung für „CSI Snapshotter“ über „kubectl“ Backups erstellen.
  • Eine weitere Neuerung in Longhorn 1.1 sind die erweiterten Wartungsfunktionen für Knoten. Longhorn unterstützt nun Kubernetes-Drain-Operationen, um Anwendern bei der sicheren Durchführung von Node-Wartung zu helfen. Longhorn 1.1 bietet auch die Möglichkeit, die vorhandenen Festplatten auf einem neuen Knoten zu erkennen, was eine bessere Betriebsumgebung für Cloud-Provider bietet.
  • Ein weiterer Punkt ganz oben auf der Prioritätenliste ist für die meisten Unternehmen die Entschärfung von Netzwerkproblemen. Mit Longhorn 1.1 wurde ein „Data-Locality“-Feature eingeführt, um die Ausfallsicherheit bei instabilen Netzwerkbedingungen, zum Beispiel in Edge-Szenarien, zu erhöhen. Diese neue Funktion hält eine Speicherreplik lokal zum Workload selbst, wodurch sichergestellt wird, dass der Zugriff auf den Speicher nie verloren geht, selbst wenn der Knoten vorübergehend die Netzwerkverbindung verliert.

Insgesamt sei Longhorn 1.1 viel einfacher als andere Software-definierte Speicher und ziele darauf, schnellen, zuverlässigen Speicher für die meisten Anwendungsfälle zu liefern, ohne die Aufblähung von Legacy-Ansätzen. Bestehende Nutzer von Rancher können Longhorn einfach direkt aus dem App-Katalog von Rancher installieren. Longhorn kann außerdem kostenlos aus dem Netz heruntergeladen und verwendet werden.

Kunden, die Support benötigen, können Premium-Support mit denselben SLAs bekommen, die über die „SUSE Support Services“ angeboten werden. Es fallen keine Lizenzgebühren an. Ansonsten gilt eine knotenbasierte Preisgestaltung der Subscription.

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