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Haifischbecken Software-defined Storage

Marketinggetriebene Lösung oder tatsächlich SDS?

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Unternehmen, die Software-defined Storage-Lösungen anbieten, gibt es viele. Alle vorzustellen, würde daher den Rahmen sprengen. Insofern beschränkt sich die nachfolgende Kurzvorstellung auf einige wenige unter ihnen, die beispielhaft für die verschiedenen Kategorien stehen.

Ausgangspunkt Hardware

Dell

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Die von Dell verfolgte SDS-Strategie ist eng mit dem eigenen Hardware-Angebot verknüpft. Der Hersteller setzt hierbei auf die Zusammenarbeit mit zahlreichen Open-Source-, Hypervisor- und Software-defined Storage-Partnern wie VMware, Microsoft, Nutanix, Nexenta und Red Hat.

Die Validierung und Härtung der ihren Lösungen zugrunde liegenden Software-Stacks stellt sicher, dass diese reibungslos mit den Produkten von Dell wie beispielsweise den Appliances der XC-Serie zusammenspielen. Ergänzend hierzu dienen Hardware-Kompatibilitätslisten als Orientierungshilfe, ebenso zählen auf spezifische Workloads optimierte Referenzarchitekturen zum Angebot.

EMC

In Folge der Übernahme von EMC steht zu erwarten, dass Dell künftig mit einem noch breiteren SDS-Lösungsspektrum aufwartet. Der Storage-Dinosaurier bringt als Brautgeschenk neben der ScaleIO-Software, mit der sich ein serverbasiertes Speicher- und Rechenressourcen verbindendes SAN aufbauen lässt, die hyperskalierbare Hadoop-unterstützende Objektspeicherplattform Elastic Cloud Storage (ECS) sowie die SDS-Management- und Automatisierungstools ViPR SRM und ViPR Controller mit ein.

Die ViPR SRM-Software dient dem Speicherressourcenmanagement und ermöglicht der IT, Speicherbeziehungen zu visualisieren sowie Konfigurationen und steigende Kapazitäten zu analysieren. Darüber hinaus lässt sich der ROI in herkömmlichen und softwaredefinierten Umgebungen durch die Optimierung von Ressourcen verbessern.

Mit dem in einer kommerziellen und einer Open-Source-Variante angebotenen ViPR Controller lassen sich Speichersysteme von EMC und Drittanbietern in eine SDS-Infrastruktur einbinden und alle Ressourcen in einem virtuellen Speicherpool zusammenfassen sowie anforderungsgerecht weitestgehend automatisch bereitstellen.

HP

HP verfolgt in punkto Software-defined Storage das Modell, Datendienste und deren Orchestrierung von der physischen Hardware und den Hypervisoren zu abstrahieren. Als Anbieter von Rechnern, Netzwerke und Speichern umspannender Technologien und Lösungen ist das Unternehmen zudem ein Verfechter von hyperkonvergenten Infrastrukturen, die alle Elemente miteinander verbinden. Der Blick ist dabei über den SDS-Tellerrand hinausgerichtet - vielmehr sieht der Hersteller die Zukunft in dem bereits zum neuen Trend erkorenen „Software-defined Everything“-Ansatz.

Geht es um SDS, hat HP unter anderem die für eine zentrale Verwaltung der Infrastruktur entwickelte HP OneView Systemmanagement-Plattform, die für VMware vSphere-, Microsoft Hyper-V- und Openstack-Umgebungen optimierte virtuelle Storage-Appliance HP StoreVirtual VSA und HP Storeonce VSA im Gepäck, eine softwarebasierte Sicherungs- und Deduplizierungslösung.

IBM

IBM zählt zu den weiteren Big Playern, die das Thema Software-defined Storage schon seit geraumer Zeit vorantreiben. Im Unterschied zu Dell hat das Unternehmen jedoch seine Fülle an eigenentwickelten separat einsetzbaren SDS- und Software-Virtualisierungs-Bausteinen geschickt zu einem sich ergänzenden Angebot für den Einsatz in physischen, virtuellen und Cloud-Umgebungen zusammengebaut. Dennoch handelt es sich dabei um separate auf die immer facettenreicheren Anforderungen der Speicherwelt ausgelegte Lösungen, deren Betrieb die wirtschaftliche Bereitstellung und Nutzung sowie das Management des wertvollen Rohstoffs Daten erleichtern sollen.

Zu den Produkten, die IBM unter dem Namen Familiennamen IBM Spectrum Storage zusammenfasst und die zum Teil auf der IBM SmartCloud Virtual Storage Center- (VCS) Plattform beruhen, zählen unter anderem Lösungen für das Speichermanagement, den Schutz von Daten (auf Grundlage von Tivoli Storage Manager) und deren Archivierung (LTFS Tape), die SAN-Virtualisierung- (SAN Volume Controller) und SDS- (XIV-Software) sowie leistungsstarke NAS- sowie Objekt-Speicher (GPFS File-System).

"Software-only"

Datacore

Datacore gehört zweifelsohne zu den SDS-Unternehmen der ersten Stunde. Aufbauend auf der langjährigen Erfahrung rund um die Speichervirtualisierung sowie die Konzentration auf Automatisierungsfunktionen einschließlich Auto-Discovery-, Load-Balancing-, Auto-Tiering- und Selfhealing-Technologien bietet der Hersteller heute zwei auf der gleichen Plattform basierende Produkte an: SANsymphony-V für die Verwaltung von SAN-, NAS- und Cloud-Storage und Virtual SAN für hyperkonvergenten Speicher. Ihr Einsatz soll unter Effizienz- und Management-Aspekten gesehen das derzeit höchste Maß an Verfügbarkeit und Leistung bieten sowie für ein optimale Auslastung der Speichersystem sorgen.

Nexenta

Das 2005 gegründete Unternehmen Nexenta positioniert sich als weltweit führender Open-Source SDS-Hersteller am Markt. Zu den angebotenen Lösungen zählen derzeit unter anderem NexentaConnect, NexentaStor, NexentaEdge und NexentaFusion.

Das NexentaConnect-Softwarepaket, das SDS mit Cloud- und Desktop-Funktionen verbindet, wartet mit Leistungsbeschleunigungs-, Automatisierungs- und Analytics-Features auf. NexentaStor ermöglicht die Ausführung von Block- und File-Speicherdiensten auf Standard-Hardware, skaliert von kleineren Terabyte- bis hin zu Petabyte-Konfigurationen und soll das Speichermanagement vereinfachen.

Bei NexentaEge handelt es sich um eine unabhängig von Hardware, Cloud-Plattform oder Protokoll arbeitende bis in den Bereich von hunderten an Petabytes hyperskalierbaren Block- und Objektspeicherplattform für OpenStack-Clouds, Active Archives und Big-Data-Infrastrukturen. Mit NexentaFusion lässt sich die gesamte SDS-Infrastruktur aus einer Hand überwachen und verwalten und die Speicherleistung auf Basis historischer Daten analysieren. Zudem stehen Funktionen zur vorausschauenden Einschätzung von Verfügbarkeit, Performance und Nutzung der Storage-Systeme zur Verfügung, ebenso zur Orchestrierung und Bereitstellung von Ressourcen.

Scality

Scality Ring ist die Software-Antwort des Startups Scality auf die Einschränkungen, denen traditionelle Storage-Systeme hinsichtlich ihrer Skalierbarkeit oftmals unterliegen. Mit der Lösung adressiert der Hersteller vor allem große Unternehmen, Regierungseinrichtungen und Behörden, Service Provider sowie in der Medien- und Unterhaltungsindustrie tätige Firmen, die bei der Erweiterung der Speicherkapazität ihres Storage mit Leistungsengpässen sowie der mangelnden Verfügbarkeit von Daten und deren unzureichendem Schutz kämpfen.

Mit Scality Ring soll sich die Kapazität von Speicherumgebungen problemlos bis hin zu mehreren Hunderten Petabyte skalieren lassen und mehrere Millionen Dateien sicher vorgehalten werden können. Da die Software auf Standard-Hardware läuft, sind Kunden nicht länger herstellergebunden. Vielmehr können sie beliebige Systeme vollständig unabhängig von Produktgenerationen, Formfaktoren oder Speicherdichten miteinander kombinieren.

Starwind

Die softwarebasierte und Hypervisor-zentrierte Virtual SAN-Lösung des Newcomers Starwind ermöglicht den Aufbau eines fehlerfreien Speicherpools für virtuelle Workloads. Da günstige interne Speicher zwischen den Host-Systemen gespiegelt werden, lässt sich auf teure SAN- und NAS-Systeme verzichten. Dies soll vor allem kleineren und mittelständischen Unternehmen sowie Firmen mit standortfernen Zweig- und Außenstellen den Weg in die SDS-Welt ebnen.

Fazit

Die Reihe der Hersteller, die derzeit um die Pole Position im SDS-Markt buhlen oder sich über die Etikettierung ihrer Lösungen einen Einstieg in just diesen erhoffen, ist derzeit noch schwer fassbar. Dementsprechend handelt es sich hier nur um einen kleinen nicht repräsentativen Auszug. Doch vermutlich wird der SDS-Hype zwangsläufig nach und nach eine Konsolidierungswelle ins Rollen bringen.

Ebenso steht zu hoffen, dass sich die Hersteller im Laufe der Zeit auf Standards einigen. Im Sinne für die Unternehmen, denen bislang die Arbeit obliegt, sich mit unzähligen und in vielen Aspekten kaum vergleichbaren Angeboten auseinanderzusetzen. Kundenfreundlich geht anders.

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