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Tipp: 80 Werkzeuge über WebDAV und OCS-Schnittstelle MCP-Server verbindet ownCloud mit KI-Assistenten

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Der Hersteller ownCloud koppelt seinen selbst gehosteten Dateidienst Infinite Scale an KI-Assistenten. Ein eigenständiger Server nach dem Model-Context-Protocol reicht Nutzer, Freigaben und Dateien als Werkzeuge an KI-Modelle weiter. Die Daten bleiben auf der eigenen Infrastruktur; der Assistent handelt unter der Anmeldung des Kontos.

Der oCIS-MCP-Server stellt Admins 80 Werkzeuge in 13 Kategorien zur Verfügung.(Bild:  KI-generiert)
Der oCIS-MCP-Server stellt Admins 80 Werkzeuge in 13 Kategorien zur Verfügung.
(Bild: KI-generiert)

ownCloud Infinite Scale, kurz oCIS, bildet die Cloud-native Neufassung der ownCloud-Plattform und verwaltet Dateien in sogenannten Spaces. Im Juli 2026 hat der Hersteller die erste stabile Fassung eines MCP-Servers präsentiert, der diese Plattform für KI-Modelle öffnet. Der Server stellt nach Herstellerangaben 80 Werkzeuge in 13 Kategorien bereit, darunter die Nutzerverwaltung, Spaces, Freigaben und mehrstufige Abläufe. Ein Assistent wie Claude Desktop oder ein lokales Modell über Ollama spricht damit den Dateibestand in natürlicher Sprache an.

Werkzeuge statt direkter Datenbank

Der MCP-Server greift ausschließlich über die öffentlichen Schnittstellen von oCIS zu, also die Graph-kompatible LibreGraph-API, das Dateiprotokoll WebDAV und die OCS-Schnittstelle für Freigaben. Eine Kopplung an interne Strukturen der Plattform fehlt bewusst. Der Server behält dadurch einen eigenen Versionszyklus und lässt sich getrennt von der Server-Software aktualisieren. Jedes Werkzeug bildet eine abgegrenzte Aktion ab, darunter das Anlegen eines Space, das Setzen einer Freigabe und das Auflisten von Dateien. Ein KI-Modell ruft diese Aktionen einzeln auf und erhält strukturierte Antworten zurück.

Daten bleiben unter eigener Kontrolle

Die Anmeldung übernimmt OpenID Connect (OIDC); zusätzlich akzeptiert der Server App-Token für einzelne Konten. Der Assistent handelt im Rechterahmen des angemeldeten Nutzers und sieht keine Inhalte jenseits der eigenen Freigaben. Ein zu weit gefasstes App-Token setzt diese Grenze außer Kraft, denn das Modell darf dann Spaces löschen oder neu freigeben. Eine enge Rechtevergabe je Token bleibt Voraussetzung für einen sicheren Betrieb. Die Dateien verlassen die eigene Infrastruktur nicht, das KI-Modell erhält nur die Antworten der aufgerufenen Werkzeuge. Ein lokal betriebenes Modell über Ollama hält die gesamte Verarbeitung im eigenen Netz.

Installation über Binary oder Container

Der Server liegt als signiertes Binary vor, dessen Echtheit sich über einen GPG-Schlüssel prüfen lässt. Alternativ startet er als Docker-Container oder aus dem Quellcode, wofür eine Go-Umgebung ab Version 1.21 genügt. Die Apache-2.0-Lizenz erlaubt den freien Einsatz und eigene Anpassungen. Neben den 80 Werkzeugen liefert das Paket fünf schreibgeschützte Ressourcen und vier Vorlagen für wiederkehrende Verwaltungsaufgaben. Der Betrieb setzt eine erreichbare oCIS-Instanz voraus, gegen die sich der Server über die genannten Schnittstellen anmeldet.

Fazit

Der oCIS MCP Server verbindet einen selbst gehosteten Dateidienst mit MCP-fähigen KI-Modellen und hält Daten und Rechte auf der eigenen Infrastruktur. Über 80 Werkzeuge decken die Verwaltung von Nutzern, Spaces und Freigaben ab und reichen die Aktionen an Assistenten wie Claude Desktop oder ein lokales Ollama-Modell weiter. Die Apache-2.0-Lizenz und der Zugriff allein über öffentliche Schnittstellen halten den Server unabhängig vom Kern der Plattform. Für Betreiber von ownCloud Infinite Scale steht damit eine kontrollierte Anbindung von KI-Assistenten an den eigenen Speicher bereit.

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