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Web-based Distributed Authoring and Versioning Was ist WebDAV?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

Das standardisierte Netzwerkprotokoll WebDAV basiert auf dem Hypertext Transfer Protocol (HTTP) und ermöglicht die Einbindung eines Datenspeichers über ein IP-Netzwerk. Es eignet sich zum Hochladen und Herunterladen einzelner Dateien oder kompletter Verzeichnisse. Von den gängigen Betriebssystemen wird das Protokoll ohne die Notwendigkeit der Installation zusätzlicher Software unterstützt.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
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(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Die Abkürzung WebDAV steht für „Web-based Distributed Authoring and Versioning“. Es handelt sich um ein im RFC 4918 standardisiertes Protokoll aus der TCP/IP-Welt. Es setzt auf dem Hypertext Transfer Protocol (HTTP) auf und ermöglicht die Einbindung eines Datenspeichers über IP-Netze wie das Internet.

Web-based Distributed Authoring and Versioning erweitert das HTTP-Protokoll um einige Befehle, die für das Speichern, Abrufen, Sperren und Versionieren von Dateien notwendig sind. Wie für das Abrufen von Internetseiten eines Webservers verwendet das Protokoll den Port 80. Es wird daher von den Firewalls üblicherweise nicht blockiert.

Das Protokoll eignet sich zum Hochladen und Herunterladen einzelner Dateien oder kompletter Verzeichnisse. Es steht in Konkurrenz zu Protokollen wie FTP (File Transfer Protocol) oder SFTP (Secure File Transfer Protocol). Nahezu alle gängigen Betriebssysteme wie Windows, Linux oder macOS unterstützen Web-based Distributed Authoring and Versioning. Auch auf mobilen Endgeräten mit Betriebssystemen wie Android oder iOS lässt sich WebDAV entweder direkt oder per App nutzen. Auf Serverseite gehört das Protokoll ebenfalls zur Standardausstattung. Zahlreiche Webserver wie Apache oder nginx und verschiedene Cloud-Lösungen ermöglichen die Bereitstellung von Dateien per Web-based Distributed Authoring and Versioning.

Funktionsweise von WebDAV

Zur Nutzung von WebDAV müssen Server und Client das Protokoll unterstützen. Der RFC-Standard erweitert HTTP um Funktionen und Befehle, die für die Dateiverwaltung notwendig sind. Sie verhindern beispielsweise, dass mehrere Clients gleichzeitig auf eine Datei zugreifen und Änderungen überschrieben werden. Zudem lassen sich ältere Dateiversionen erstellen, mit denen unbrauchbare neue Dateien wiederhergestellt werden.

Mit Hilfe der HTTP-Befehle können Dateien und Ordner organisiert, gelesen und geschrieben, Ordnerstrukturen eingesehen oder Dateieigenschaften ausgelesen und geändert werden. Zu den Befehlen gehören GET, PUT, DELETE, PROPFIND, PROPPATCH, COPY, MOVE, MKCOL, LOCK und UNLOCK.

Vorteile durch Web-based Distributed Authoring and Versioning

Die Verwendung des Netzwerkprotokolls Web-based Distributed Authoring and Versioning bietet einige Vorteile. Zu diesen Vorteilen zählen:

  • Nutzung des HTTP-Standardports 80 – keine Blockierung durch Firewalls,
  • in gängigen Betriebssystemen und Server-Software implementiert – keine Zusatz-Software notwendig,
  • Einbindung von Dateispeichern über das Internet, vergleichbar mit lokalen Speichergeräten oder Netzwerklaufwerken,
  • Schutzfunktionen vor gleichzeitigem Dateizugriff und unerwünschtem Überschreiben von Daten,
  • einfache Integration von Cloud-Umgebungen.

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