Virtualisierter Blockdatenspeicher für den Mittelstand

Mit dem weit skalierbaren Speicherarray EVA 4400 erleichtert HP das SAN-Management

28.02.2008 | Autor / Redakteur: Rainer Graefen / Nico Litzel

Hewlett-Packard hat das Enterprise Virtual Array (EVA) 4400 im französischen Kompetenzzentrum nahe der Universität in Sophia Antipolis der Öffentlichkeit vorgestellt.
Hewlett-Packard hat das Enterprise Virtual Array (EVA) 4400 im französischen Kompetenzzentrum nahe der Universität in Sophia Antipolis der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im französischen Kompetenzzentrum, nahe der Universität in Sophia Antipolis, stellte Hewlett-Packard das selbst entwickelte Enterprise Virtual Array 4400, kurz und liebevoll EVA genannt, der europäischen Presse vor. Mit der achten Fassung des Speichersystems legt das IT-Unternehmen die neue Basis für den Wettbewerb um den wachstumsstarken Midrange-Markt.

Kyle Fitz, Marketing Director der Storage Works Division bei HP, wollte seine Zuhörer mit den Details der EVA 4400 nicht langweilen. Die Bedeutung des Marktsegmentes, in der das überarbeitete Speichersystem demnächst eine wichtige Rolle spielen soll, war ihm wichtiger. Vom Vorgänger hat HP 45.000 Systeme verkauft, 50 Prozent davon in Europa, Afrika und im Nahen Osten (EMEA).

Insgesamt haben Kunden allein in der EVA-Familie 200 Petabyte Speicherkapazität installiert, wusste Fitz zu berichten, die Hälfte davon im letzten Jahr. Zum Vergleich: Vor wenigen Jahren wurde das Wissen der Menschheit noch mit 10 Petabyte beziffert, das nationale Archiv in England hat „nur“ ein Datenvolumen von 60 Terabyte.

Durch das Update der EVA 4100 auf die EVA 4400 gibt es bei der bisherigen Marktsegmentierung von HP nach Speicherkapazitäten eine neue Kartierung: Das All-In-One (AIO), HPs kleinstes Speichersystem, soll nach dem Willen der Marktstrategen die Speicherbedürfnisse bis zwölf Terabyte, das Modular Storage Array (MSA) 2000 bis 36 Terabyte, die EVA-Familie bis 240 Terabyte, die XP 20000 bis 177 Terabyte und die XP 24000 bis 851 Terabyte bedienen.

Die Speichersegmente der beiden preiswerteren, aber einfacher zu bedienenden Modellreihen AIO und MSA werden durch die EVA-Familie weit reichend überdeckt. Nach oben hin ist mit EVA-Clustern zu rechnen, die in den Speicherkapazitäten der High-End-Systeme, also der XP-Klasse hineinreichen und diese zu Nischenprodukten verkümmern lassen könnten. Ähnliche Entwicklungen sind auch beim Mitbewerber EMC zu beobachten, der seine Entwicklungskapazitäten mehr auf die Clariion-Modelle und weniger auf das High-End-Modell DX konzentriert.

Die groben Fakten

Das Einstiegsmodell der EVA 4400 – die größeren Modelle 6400 und die 8400 werden innerhalb des nächsten Jahres die Produktpalette erweitern – wird 14.995 Euro kosten. Die Überarbeitung ist deutlich in der geringeren Bauhöhe des Controllers von zwei Höheneinheiten zu sehen. Wichtiges Detail, neben der gesteigerten Performance, ist der integrierte Webserver, der dem Anwender die direkte Ansprache des Array erlaubt. Es ist nicht mehr der Umweg über einen Management-Server notwendig.

In der Basiskonfiguration kann der Anwender zwischen acht FC-Festplatten mit je 146 Gigabyte und 15.000 Umdrehungen pro Minute oder acht 400 Gigabyte Festplatten mit 10.000 Umdrehungen pro Minute wählen. Ausbauen lässt sich der Speichereinschub bis auf 96 FATA-Festplatten mit maximal ein Terabyte Lagerkapazität. Bis zu 256 Server lassen sich laut Hersteller ans System anschließen.

Monolithen und Usability

Gerd Koebschall, IT-Experte der Deutschen Börse Systems, war als einer der ersten Anwender des neuen Systems an die französische Riviera eingeladen und durfte die Einsatzgebiete der EVA 4400 darlegen. Wichtiger Punkt in seiner Präsentation war der Nachweis, dass monolithische Speichersysteme wie EMCs DMX- wie auch HPs XP-Familie nicht unbedingt die beste Wahl sind, wenn es um Kosten, Geschwindigkeit und reale Disaster-Toleranz geht. Auch wenn die Deutsche Börse nicht viel mit Speichervirtualisierung im Sinn hat, sondern jedem Kunden eigene Systemkapazitäten zur Verfügung gestellt werden, ist die Deutsche Börse als unabhängiger Tester der EVA-Systeme eine wertvolle „Success Story“.

Mit Wolfgang Weith, Geschäftsführer von Infotouch und HP-Partner, hatte man einen weiteren Experten ins Produktlaunch-Rennen geschickt, der einen umfangreichen „Usability-Test“ zwischen EMCs CX3-10 mit der EVA 4400 betreut hatte. Das Ergebnis braucht sicherlich nicht an dieser Stelle dargestellt werden. Wichtiges Detail dieser Analysen, das erfahrene Storage-Experten freuen wird, ist, das mit dem Windows Storage Server 2008 nun nicht mehr nur dynamisch Speicherkapazität hinzugefügt werden kann, sondern dass dieser auch wieder dynamisch geschrumpft werden kann, wenn die Projekte auslaufen.

Einfachere Bedienung, doppelte Performance

Hewlett-Packard hat hohe Erwartungen an das neue System und ist von der einfachen Bedienung so überzeugt, dass man es ohne Installationsservices und stattdessen mit einer Smart-Start-Software ausliefert. Das Speichersystem muss nun auch nicht mehr über einen Management-Server angeschlossen werden. Es verfügt über einen integrierten Webserver, sodass die EVA direkt als Target angesprochen werden kann. Vier- bis acht Gigabyte FC über iSCSI-Optionen werden in Kürze unterstützt. Und selbstredend hat die EVA die bestmögliche Unterstützung für zahlreiche Betriebssysteme, SMI-S-Standard mit einer Management Information Base (MIB) von 100 Parametern und Einbindung in HPs Server- und Storage- Management-Software Storage Essentials.

Guido Klenner, Business Manager Online Storage bei HP, erläuterte im persönlichen Gespräch mit Storage-Insider.de, dass die EVA schon für 2,5-Zoll SAS-, SATA- oder auch Ein-Terabyte-FATA-Festplatten mit ausfallsicherer, doppelter Schnittstelle vorbereitet ist. Ein 10-Port-Brocade-Switch soll demnächst integriert werden und damit Einstiegs-SAN-Lösungen auf die Verkabelung reduzieren. Das überarbeitet Design hat auch Folgen für den Support. Der Anwender kann sich nun nicht mehr nur für den teuren unternehmenskritischen 24-Stunden-Support entscheiden, sondern auch Support für 9 x 5 oder 13 x 5 Stunden wählen. Insgesamt ein rundes System mit einigen Ecken, die im Laufe des Entwicklungsprozesses noch abgeschliffen werden.

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